Et verbum caro factum
est (Joh. 1, 14)
Von Dr. Bernhard Bartmann, Professor der Theologie,
Paderborn.
Das Johannesevangelium erfreut sich seit der
Entstehung des Christentums einer besonderen Wertschätzung. Sein klares Zeugnis
für die Gottheit Christi sowie seine energische Forderung des Glaubens daran
trugen ihm bei den Vätern den Ehrennamen „geistiges Evangelium“ (eu2agge1lion
pneumatiko1n)
ein im Unterschiede zu dem mehr die leibliche Seite des Herrn schildernden
synoptischen Evangelium (eu2agge1lion swmatiko1n, vgl. Euseb. H. e. 6,14,7).
Die größten Geister unter den Vätern haben sich mit
Vorliebe mit ihm befaßt, es ganz oder teilweise erklärt. Die Apologeten
entnahmen ihm ihre berühmte Logoslehre. Origenes und Augustin fühlten sich wohl
aus innerer philosophischen Neigung, Cyrill von Alex. und Chrysostomus aus
polemisch-christologischen Gründen veranlaßt, ihre berühmten Kommentare zu
unserem Evangelium zu schreiben.1 Die
theologische Spekulation sowohl der griechischen wie lateinischen Väter knüpft
gern an die tiefen Gedanken des Liebesjüngers. Und daß die Scholastik sich die
hohe und weite Gedankenwelt unseres Evangelisten nicht entgehen ließ, ist selbstverständlich. Wie dereinst Origenes
und Augustin, so schreiben später Albertus Magnus und Thomas ihre
scharfsinningen Erklärungen zu unserem Evangelium. Die Christologie der
Scholastik ist, wenn man so sagen darf, ganz johanneisch. Besonders war es der
grandiose, imponierende Vorbau des Evangeliums, der Prolog, worin sich die christliche
Theologie aller Zeiten gern erging.
Und merkwürdig: nicht nur die theologische
Gelehrsamkeit, auch die schlichte christliche Frömmigkeit hat ihre Seele gern
in den Worten des johanneischen Prologs ausgegossen. Die lapidare, gnomenartige
Sprache, sowie der tiefmystische, unfaßbare Inhalt haben in den Gläubigen das
Gefühl und die Meinung hervorgerufen, daß hier Gottes Wort in besonders
eindrucksvoller und mächtiger Kraft walte. Bei solch gewaltigem Gottesworte
mußten die bösen Geister gebannt, Sturm und Ungewitter beschworen werden, es
mußten sich die Riegel der Ewigkeit lösen und Ströme von Segnungen
herunterrauschen auf alle jene, die die Gottheit in Erinnerung an solch tiefe
Geheimnisse, wie sie hier ausgesprochen waren, anflehten. 2
Wer aber den Prolog auch nur einmal gelesen hat,
vermag den eingentümlichen Reiz zu verstehen, den er auf jeden denkenden
Christen ausübt, vermag auch die Hochschätzung der Kirche darfür zu begreifen,
sowie die Sorge, daß ihr diese erhabene Urkunde über ihren göttlichen Stifter
in ihrem unversehrten Zustande erhalten bleibe. Eine Reihe von Sätzen des neuen
Syllabus beschäftigt sich denn auch mit dem Charakter des Johannesevangeliums.3
Wenn man aber den Prolog eine Summula des ganzen
Evangeliums genannt hat, dann ist wieder im Prologe selbst der Höhepunkt des
ganzen Gedankenkomplexes in Vers 14 gegeben: Et verbum caro factum est. Da das
Erscheinen des ersten Heftes dieser Zeitschrift mit der Feier des
Weihnachtsfestes ungefähr zusammenfällt, so mag eine Behandlung dieses
Kernwortes des Prologes, das die Kirche in der dritten Weihnachtsmesse velesen
läßt, um dem Feste damit den sicheren dogmatischen Unterbau zu geben, manchen
nicht unwillkommen sein. Man kann das berühmte Wort des Johannes aber
betrachten von der biblisch-exegetischen, sowie von der dogmatisch-spekulativen
Seite.
I.
Stellen wir erst kurz den Zusammenhang fest. Die
ganze Absicht des Evangelisten zielt auf V. 14; aber dessen Inhalt ist so
wuchtig und gedankenreich, daß er gleichsam einer vorbereitenden Einleitung
bedarf. Diese Einleitung kann aber naturgemäß nur ganz vom Anfange an beginnen.
Bevor das Erscheinen des Logos im Fleische geschildert wird, muß sein ewiges,
vorzeitiges, präexistentes Dasein und Wirken ausgesprochen werden. Dadurch
erhält erst die Schilderung des historischen Christus, worauf es abgesehen ist,
ihr festes Fundament. Daher die drei kurzen, aber äußerst gewichtigen Sätzchen:
Der Logos war schon im Anfange (e2n a2rx)5), ist also von
anfangslosem, ewigem Sein; er war bei Gott (pro!ß to!n jeo1n), hatte zu Gott ein inneres
Verhältnis des Lebens; denn er war eben selbst Gott (jeo!ß
h4n &o lo1goß).
Von der Beschreibung des Logos an sich geht er
sofort über zu dessen Wirkung. Der Logos ist das Prinzip der Schöpfung: alles
ist durch ihn gemacht worden. Aber es wird nicht weiter sein kosmischer Einfluß
verfolgt, sondern sofort übergegangen zu dem, was als die hauptsächlichste und
charakteristische Tätigkeit des Logos zu gelten hat: in ihm ist speziell für
die Menschheit Licht und Leben, die zwei vorzüglichen Erlösungsmittel,
beschlossen. Der Logos ist nicht nur Schöpfungsprinzip, sondern vor allem
Heilsprinzip.
Freilich hat der Evangelist hier sofort eine
bedauerliche Einschränkung zu machen. Als Heilsprinzip setzt der Logos die
freie Mittätigkeit der Menschen voraus, und da er diese nicht immer fand, so
konnte er sich auch nach dieser Richtung hin nicht voll auswirken: er leuchtet
in der Finsternis, die Finsternis hat ihn nicht begriffen (V. 5), die Welt hat
ihn nicht erkannt (V. 10), sie hat ihn nicht aufgenommen (V. 11).
Doch nicht alle Menschen lehnen das göttliche
Lebenslicht ab, es gibt auch Ausnahmen. Und diese erfahren den errettenden,
beseligenden Einfluß von ihm, daß sie zu Kindern Gottes werden: ex Deo nati
sunt! Doch um die ganze Größe und Wahrheit dieser Logostat zu verstehen und um
das ganze Glück, an dem der Apostel selbst teilnimmt, zu begreifen, muß nunmehr
das erwähnt werden, weshalb die ganze vorbereitenden Einleitung gegeben worden
ist: Et verbum caro factum est et habitavit in nobis! Der Logos hat Fleisch
angenommen und hat darin unter uns gewohnt, wie Jahwe dereinst unter seinem
Volke zeltete. Dieses ist der Hauptgedanke des ganzen Prologs, sein
dogmatisches Grund- und Kernwort. Doch muß sofort zu seiner ganzen Klarheit das Folgende noch damit verbunden
werden. Weil er eben im Fleische erschienen ist, deshalb konnte man als Mensch
an ihm wie an einem Gottmenschen Erfahrung machen; man konnte vor allem seine
Logosnatur wie aus nächster Nähe betrachten und beurteilen. Seine Gottesherrlichkeit
leuchtete so stark in seinem Fleische, daß man sie mit leiblichen Augen
bewundern konnte. Und diese real empfundene äußere Tatsache ist dann im Bunde
mit der unsichtbaren Gnade der feste Grund des Jünger- und Christenglaubens: Et
vidimus gloriam eius (th!n do1xan au2tou5), gloriam quasi Unigeniti a Patre, plenum
gratiae et veritatis. Innerlich empfangene Gnade und äußerlich vernommene
Wahrheit sind die beiden Lebensströme, die aus dem fleischgewordenen Logos uns
zufließen und aus Kindern des Fleisches Kinder Gottes schaffen (V. 13; vgl.
3,6).
Gehen wir jetzt auf die Einzelerklärung des Verses
14 näher ein. Der Exeget fragt nach der Herkunft und Bedeutung der
philologischen Elemente des Verses und beurteilt ihre eigentümliche Veknüpfung.
Woher stammt nun das Hauptwort des Prologs vom „Logos“? Darauf kann als erste
vorläufige Antwort gesagt werden: aus der nächsten Umgebung des Evangelisten.
Der Logosbegriff war damals etwas, was, wie man sagt, gleichsam „in der Luft
lag“. Johannes greift in die damalige heidnische Spekulation hinein, entnimmt
ihr ihre vorzüglichste Vorstellung und setzt sie wörtlich an die Spitze seines
Evangeliums.
Schon die alten Griechen, wie Heraklit, Anaxagoras,
Plato, später die Stoiker kannten das Wort lo1goß (nou5ß) im Sinne von Weltvernunft,
d. h. als jenes innerweltliche geistige Prinzip, welches die gestaltlose
Materie unterscheidet und organisiert.
Zur Zeit Christi suchte Philo, ein in Alexandrien
lebender gelehrter Jude, mit den Mitteln der griechischen Philosophie das
Judentum weltförmig zu machen und das Alte Testament zu einem philosophischen
System umzubilden. In diesem spielt der Logosbegriff ebenfalls eine berühmte
Rolle.
Hat Johannes zu seiner Zeit einen ähnlichen Versuch
gemacht mit dem schlichten unphilosophischen Evagelium der Synoptiker? Wollte
auch er die Offenbarungsreligion des Neuen Testamentes philosophisch
vergeistigen, in eine Reihe von Ideen auflösen, zu einem spekulativen Systeme
verarbeiten? Die Kritik hat ihm das teilweise, von Hegel, Bauer an bis Holtzmann,
Kreyenbühl, vorgeworfen, ohne jedoch allseits im eigenen Lager damit Anklang zu
finden. Selbst Harnack gesteht, daß der lo1goß im Johannes-Evangelium als
Offenbarungswort zu gelten hat, nicht als ein rein philosophischer Terminus.
Auf unserer Seite weist man dagegen gern aufs Alte
Testament, speziell auf die Weisheitsbücher hin, wo sich die Anfänge einer
Logosspekulation in der hypostasierten Weisheit (swfi1a) wie in der
Memra(Wort)-Vorstellung finden.4 Gottes
innere Weisheit wie sein äußerlich gesprochenes Wort (lo1goß) erscheinen wie von
selbständigem Sein und eigenmächtiger Wirkung.5
Weder der Täufer noch Christus selbst haben in ihrer
Predigt den Logosbegriff berücksichtigt. Eine unmittelbare Offenbarung Gottes
über diesen Begriff an den Evangelisten braucht man nicht anzunehmen. Man darf
also sagen, in der ganzen alten Welt, bei Heiden und Juden, zeigten sich die
Spuren der Logosspekulation, und Johannes war als Bischof von Ephesus
hinreichend imstande, sowohl die religionsphilosophische Bedeutung wie die
weite Verbreitung des Begriffes beurteilen zu können. Er nahm ein Wort, das in
aller Welt Munde war, und verwandte es zur Bezeichnung Christi, von dem er
überzeugt war, daß er vor seiner Menschwerdung beim Vater ein rein geistiges,
präexistentes Dasein und Leben geführt habe. Mit einer äußerlich zwar nicht
gekennzeichneten, aber stillschweigend geübten Korrektur glaubt er diesen
Terminus als für seine Umgebung besonders überzeugend und fruchtbar an die
Spitze seines Evangeliums setzten zu sollen.Diese Korrektur ergibt sich von
selbst nach der Lesung der ersten paar Verse: sie liegt hauptsächlich darin,
daß der johanneische Logos im Unterschiede vom heidnischen, rein kosmischen das
Prinzip unserer Erlösung und sittlichen Erneuerung geworden ist, und daß er als
ein persönliches, selbstbewußtes Wesen im Gegensatze zur unpersönlichen
Weltvernunft geeignet und fähig war, im Fleische als eine Person zu erscheinen,
unser Messias zu werden.
Damit haben wir zugleich den Betrachtungspunkt des
Jüngers gekennzeichnet; es ist der Standpunkt der echten christlichen
Offenbarung, den er vertritt, nicht der der Philosophie. Eine intensiv
rückwärtsschauende Betrachtung ist es, die er anstellt. Er hat den Logos im
Fleische gläubig erkannt; er schaut aber durch die äußere Hülle der
Menschennatur, die er jedoch keineswegs doketisch mißkennt und verflüchtigt,
und sieht in ihm den anfangslosen, ewigen, persönlichen Sohn Gottes, den er
sofort als einzigen Logos Gottes begreift und mit dem Namen Sohn Gottes,
Eingeborener vom Vater (monogenh!ß a2po! tou5 patro1ß) bezeichnet. Mit diesen
Ausdrücken ist dann auch zugleich das anfangs etwas unbestimmt angegebene
Verhältnis desselben zu Gott (pro!ß to!n jeo!n) näher charakterisiert: er ist der Sohn Gottes,
sein Eingeborener! (1,18; 3,16; 1 Joh. 4,9).
Weniger lange brauchen wir uns bei dem zweiten
Terminus „Fleisch“ (sa1rx) aufzuhalten. Warum gebraucht Johannes nicht das
näherliegende, vollerklingende a3njrwpoß? Sollte er mit Fleisch nur das äußere Gezelte des
göttlichen Logos haben bezeichnen wollen? Dann hätte Christus keine volle
Menschennatur besessen, und der alte Doketismus könnte sich wenigstens in etwa
auf Johannes stützen. Und doch sagt man mit Recht, daß sein Evangelium wie
seine Briefe anti-doketische Züge tragen, nicht aber, wie früher Baur, Zeller,
so neuestens wieder Baldensperger6
behaupteten, doketische. Schon längst ist dieser falschen Behauptung
entgegegehalten, wie realistische die Menschheit Christi im Evangelium
geschildert ist; der Herr erscheint ganz wie Fleisch von unserem Fleisch und
Bein von unserem Bein; er wird müde von der Reise und durstet (4,6), weint beim
Tode des Freundes Tränen des Mileides (11,35), erschrickt vor den Bildern des
Leidenstodes (12,27), empfiehlt sterbend in echt menschenkindlicher Art seine
leibliche Mutter einem Jünger (19,26). Johannes berichtet, wie Christus sich
nach seiner vollen Menschennatur bezeichnet, wenn er zu den Juden spricht: „Ihr
sucht mich zu töten, einen Menschen“ (me! a3njrwpon 10,33; vgl. 11,47; 11,50).
Damit hat der Evangelist selbst angedeutet, wie er das von ihm gebrauchte sa1rx verstanden wissen will,
nämlich per synecdochen für die ganze Menschnnatur. Fleisch (rxb) ist in der Schrift meist
ein ganz fester Begriff, die Bezeichnung für den stofflichen, hinfälligen Menschen
in seinem Gegensatze zu dem immateriellen, bedürfnislosen Wesen Gottes, der
nicht Fleisch ist, sondern Geist, und niemals als der Materie unterworfen
erscheint.
Wenn man nun nach einem besonderen Grunde forscht,
warum der Evangelist Fleisch statt Mensch sagt, so möchten wir nicht dafür die
Niedrigkeit und Entsagung, die Selbstentäußerung, wie sie etwa Paulus in der
dem Prolog so verwandten Philipperstelle (2,6 ff.) schildert, angeben, das wäre
unjohanneisch, sondern vielmehr die Echtheit, Wahrheit und zugleich
Greifbarkeit der Menschennatur, in der das Licht des ewigen Logos in die
Erscheinung trat und so die Wahrheit des letzteren und unserer menschlichen
Erfahrung an ihm mitverbürgt. So begreift sich das lebhafte Interesse des
Evangelisten an der sa1rx; sie widerlegt nach außen die Doketen, verbürgt
aber nach innen, den Jüngern selbst, daß sie es nicht mit Phantasien zu tun
haben, sondern mit greifbarer Wirklichkeit. Nicht bloß in der Seele Christi,
die ja an sich so wenig unmittelbar wahrgenommen werden konnte wie die
Logosnatur, nein, hauptsächlich in der Fleischlichkeit haben sie die göttliche
Majestät thronen gesehen. Die sa1rx zunächst war das Vehikel wie Siegel der Gottheit
für den sinnlich gläubig beobachtenden Jünger (vgl. auch 1 Joh. 1,1-3). Wie die
Wolkensäule dereinst das Dasein Jahwes verbürgte, so die vom Logos
durchgeistigte und glanzerfüllte sa1rx die Wahrheit und
Wirklichkeit des Logos. Paulus drückt den Gedanken im Kolosserbriefe (2,9) so
aus: In ipso inhabitat omnis plenitudo divinitatis corporaliter (swmatikw5ß), d. h. sie ist an sich
freilich über alle Wahrnehmung erhaben, doch im sw5ma gleichsam
menschlich-körperlich geworden und greifbar. Gott hat sich uns in Christo nicht
wie im A. Testamente in Theophanien und dunklen Prophetenworten geoffenbart,
sondern als der persönliche Logos selbst, der durch den sichtbaren Mund Christi
die lautere Wahrheit in menschlich verständlicher Weise zu uns redete (fw5ß), in einer echt
menschlichen Lebensführung die göttliche Heiligkeit vor unseren Augen
erscheinen, sowie in wunderbare Machttaten die ewige Majestät ausstrahlen ließ:
„Wer mich (in meiner Leiblichkeit) sieht, der sieht den Vater“ (d. h. die
Gottheit; Joh. 14,9).
In welcher Weise sind nun göttliches verbum und
menschliche caro miteinander verbunden? Das besagt der Evangelist mit dem Worte
e2ge1neto.
Der Logos ist Fleisch „geworden“. Der Ausdruck „werden“ ist etwas unbestimmt
und bleibt an sich mehrdeutig. Wir müssen aus dem ganzen Evangelium heraus
seinen Sinn zu verstehen suchen. Nun aber ist nichts so sicher, als daß
Johannes den Logos für unveränderlich hält. Er ist ihm in seiner Postexistenz
ganz ganau derselbe, der er in seiner Präexistenz ist. Also besagt „werden“ (gene1sjai) keine Veränderung des
Logos in seinem Wesen. Bei Paulus hat eine falsche Exegese mit einem Scheine
von Recht eine Entleerung, Kenose, des Logos in der Inkarnation finden können;
bei Johannes ist das unmöglich. Bei Paulus trägt die Gottheit in der Menschheit
das Gewand der Demut und Niedrigkeit (Phil. 2,6 ff.); bei Johannes ist die
Menschheit das leuchtende Gezelte der Gottheit. Folglich bedeutet das Werden
keine substanziale, auf den Grund des Wesens reichende Veränderung am Logos.
Das sa!rx e2ge1neto will also besagen, der ewige unveränderliche Logos verband sich zum
Zweck seiner Offenbarung unter uns Menschen mit unserer Menschennatur. Er trat
als Mensch unter uns auf, wurde eine geschichtliche Persönlichkeit, deren
irdische Laufbahn im folgenden Evangelium geschildert werden soll. Ganz klar
ist damit die Einheit und Gleichheit des Subjektes ausgesprochen oder, wie die
spätere Theologie seit Tertullian sagt, die Gleichheit der Person, Der ewige
Logos, der vor allem Anfange bei Gott war, selbst Gott wie der Vater, nahm in
der Zeit die menschliche Natur an, nicht indem er aufhörte zu sein, was er war,
nicht durch Verwandlung der Fleischesnatur in die göttliche Substanz, zwei
Unmöglichkeiten, sondern durch Hinzunahme dieser menschlichen Natur in seinen
göttlichen Selbstand, zu einer ewigen, unauflöslichen persönlichen Einheit.
Niemand kann freilich auf den Grund dises „Werdens“
schauen. Das tiefe Geheimnis, welches über diesem übernatürlichen Vorgange
ruht, kann durch keine menschliche Formel adäquat erklärt werden. Doch hat die
spätere im Kampfe mit den Irrlehrern geprägte Fassung „unio hypostatica“ (en§wsis
kaj 2 u"po1stasin, e§nwsis fusikh1 Ephesinum) streng dogmatische Währung und erhebt,
soweit das möglich ist, den Inhalt des Verses 14 des Prologs für uns zu einer
gewissen Vernünftigkeit. Die gläubige Christologie aller Zeiten wird deshalb
stets an die drei Worte dieses Verses anknüpfen und unterscheiden: Verbum- die
Lehre von der Gottheit; caro – die Lehre von der Menschheit; factum est – die
Lehre von der Vereinigung beider oder der unio hypostatica.
Nach der Behandlung der exegetischen Seite des
inhaltreichen Wortes schreiten wir zur dogmatischen. Es gibt kaum ein
Offenbarungswort, welches eine so reiche spekulative Ausdeutung gefunden hat
als dieses. Es sind hier aber zwei Entwicklungsphasen zu unterscheiden, die
trinitarische und die soteriologische, oder die christologische und ethische.
Die folgenden Ausführungen werden zeigen, wie das zu verstehen ist.
II.
Mit Recht sagt man , daß „in dem inhaltschweren
Satze: kai! o" lo1goß sa!rx e2ge1neto sich Christologie und
Trinitätslehre in ihrer Herzmitte begegnen“ (vgl. Kirchenlexikon 2
XII, sp.47). Die trinitarische Spekulation sucht daher von Anfang an durch den
Logosbegriff Licht in das innere Wesen Gottes und sein uns unzugängliches
Innenleben zu bringen. Chrsitus hatte die kurze trinitarische Formel
überliefert (Matth. 28,19), hatte auch manches da und dort ausgesprochen, was
geeignet war, das innere Verhältnis der drei Personen zueinander etwas
aufzuklären. Auch Paulus kommt wiederholt dazu, die trinitarische Formel
wenigstens kurz zu streifen (vgl. z. B. 1 Kor. 12,4-6; 2 Kor. 13,13; Eph.
4,4-6; vgl. auch 1 Petr. 1,2).
Es war nun für die ersten Christen gewiß leichter,
die persönliche Dreiheit der göttlichen Personen kennen und nennen zu lernen, als
deren wesenhafte Einheit sich vorzustellen. Und wenn man gleich von Anfang an
gemäß der Mahnung des Apostels, in der Glaubenserkenntnis zu wachsen (Kol.
1,10; 2 Petr. 3,18), sich bemühte, mit dem Lichte der Vernunft die
Offenbarungswahrheiten etwas zu durchdringen, so mußte die Gotteslehre am
meisten zu einer solchen Erforschung den gläubigen Verstand reizen. Die
Geschichte bestätigt diese Vermutung. Wir verfolgen hier nur die spekulativen
Erörterungen über den Logos und sein Verhältnis zum Vater bezw. zu Gott, die
dritte Person bleibt außer Betracht.
Es braucht nicht wunderzunehmen, wenn den
Kirchenvätern ihre theologische Arbeit nicht gleich auf den ersten Wurf gelang.
Es kann auch nicht geleugnet werden, daß der eine und andere der Väter
bisweilen die echte Spur der katholischen Tradition etwas verließ und so auf
falsche Fährten geriet. Auf das Detail kann nicht eingegangen werden, es sollen
nur die großen Entwicklungslinien gezogen werden. Es handelt sich in dieser
Entwicklung um ein zweifaches. Zunächst um das Subjekt des Sohnes Gottes, wann
es als Sohn Gottes konstituiert wird. Ferner, wie diese Konstitution zum Sohne
Gottes zu denken sei.
Wenn Christus sich selbst in seinem Leben den Sohn
Gottes nannte, so bezog sich dieses Prädikat zunächst auf die konkrete, vor
seinem Volke stehende Person des Messias. Die gläubigen Juden und auch die
Apostel in ihrem ersten Glaubesstadium werden wohl dabei stehengeblieben sein,
den Titel Sohn Gottes auf den historischen Christus zu beziehen. Denselben
Standpunkt nimmt der Johannesjünger Ignatius ein. Nach ihm ist Christus wohl
seit der Inkarnation der Sohn Gottes. Einen tieferen Blick in das präexistente
Dasein des Herrn wirft er nicht. Obschon er ihn Logos nennt (Magn. 8,2) und
Gott (Trall. 7,1; Smyr. 1,1), so scheint er die Sohnschaft doch erst dem
inkarnierten beizulegen (vgl. J Tixeront, Histoire des dogmes, I 4
Paris 1906, p. 136). Mit einer wahren sichtlichen Begeisterung bemächtigen sich
dann die apologetischen Väter des Logosbegriffs. In der griechischen Philosophie
gebildet und mitten hineingestellt in die heidnische Aufklärung ihrer Zeit,
versuchten sie ihr Bekenntnis von Christus dem Sohne Gottes philosophisch zu
rechtfertigen. Justin, Aristides, Athenagoras, Tatian, Theophilus v. Antiochien
möchten weniger eine Lehre von Christus, der uns sterbend vom unseren Sünden
erlöste, geben, als eine Spekulation über Gott und seinen Logos, über das
vorzeitliche Dasein des letzteren und seinen Ausgang aus Gott. Der Eingang des
Johannesevangeliums bot ihnen dafür die offenbarungsmäßige Veranlassung – nicht
immer die einzige Unterlage. Sie verknüpfen mit dem biblischen Logos auch
Elemente der platonischen und philonischen Spekulation, die freilich von der
späteren Theologie der Väter wieder stillschweigend ausgeschieden oder auch auf
Konzilien als irrig zurückgewiesen wurden, wenn sie von Häretikern einseitig
ausgebeutet worden waren.7
Das theologische Verdienst der Apologeten besteht
darin, daß sie mit Entschiedenheit die Vorzeitlichkeit der Existenz Christi
betonten, seine Gottheit (jeo!ß kalei5tai, kai! jeo!ß e3sti kai! e3stai, Justin, Dial. cp. 58, cfr.
cp. 56-62), seinen ewigen Ausgang aus dem Vater, den sie meistens klar Zeugung
(genna5sjai) oder auch wohl allgemeiner Emanation (probolh1) oder Hervorgang (proeljei5n) nennen. Es sind das die
wichtigsten Wahrheiten über den präexistenten Logos. Sie geben der historisch
vergänglichen und veränderlichen Gestalt Christi ihr ewiges, allgültiges
Gepräge, ihren absoluten Wert. Leider haben die eifrigen Männer sich in Einzelheiten
da und dort etwas zu weit aufs Gebiet der heidnischen Spekulation locken lassen
und dadurch gewisse Schwächen in ihre Logoslehre gebracht. Es scheint, als wäre
der Logos bisweilen die innere Vernunft Gottes, ohne selbständiges Sein und
Wirken, die erst nach ihrem vor aller Zeit, aber zum Zweck der zeitlichen
Erschaffung bewirkten Hervorgange aus dem Vater zur Selbständigkeit und
Persönlichkeit gelangte. Es tritt nicht klar hervor, ob der Logos vor seinem
Ausgange nur Gottes Vernunft oder Macht ist, oder schon das persönliche
selbstbewußte Wort.8 Doch war der Vater
niemals ohne den Logos (a3logoß). Ferner wird die Geburt zu sehr als durch die
Schöpfung bedingt angesehen und ihr ewiger, absoluter Charakter verkannt. Endlich
erscheint der Logos als allein befähigt, in der Fleischlichkeit zu erscheinen
im Gegensatze zu dem unsichtbaren, transzendenten Vater, der seinem Wesen nach
der Sichtbarkeit durchaus entrückt ist. Mit dieser dogmatisch weniger korrekten
Auffassung hängt der Subordinatianismus zusammen, womit die christologische
Theologie später solange zu kämpfen hatte.
Doch ist die auf den präexistenten Logos, sein
Gottheit, Sohnschaft und Emanation aus dem Vater gerichtete Spekulation in
ihren Grundzügen der Kirche nicht mehr verlorengegangen. Sie hatte ja im
Johannesprolog eine zu feste Wurzel. Dort war die ewige Beziehung des Logos zu
Gott zuerst allgemein mit pro!ß to!n jeo!n h4n angegeben und später genauer durch den
Ausdruck monogenh!ß ui"o1ß charakterisiert als einzige Sohnschaft oder Geburt
aus Gott (1,14; 1,18; 3,16).
Es ist bekannt, daß Tertullian der lateinischen
Theologie mehrfach die gelehrten Formeln geprägt hat, die sie bis heute
gebraucht. In der Trinität bezeichnete er das Gemeinsame in Gott mit substantia,
das Verschiedene mit persona, die Zusammenfassung von beidem mit trinitas. In
Gott gibt es nach ihm tres personae, una substantia. – Der Sohn ist zunächst
vom Vater verschieden (alius qui generat, alius qui generatur, adv. Prax. c.
9). Er wird aus dem Vater geboren (generatur). Diese Geburt ist entsprechend
dem Wesen Gottes geistig zu verstehen. Protulit Deus semonem (=verbum) sicut
radix fruticem et fons fluvium et sol radium...nec frutex tamen a radice, nec
fluvius a fonte, nec radius a sole discernitur sicut nec a Deo sermo (l.c.c.
8).9 Gott, ein Geist, gebiert aus seinem
Wesen den Sohn, ohne sich jedoch von ihm zu trennen, es bleibt der Sohn im
Schoße des Vaters, pro!ß to!n jeo1n. Jedoch trägt auch die Tertullianische Darstellung
noch die Spuren der Schwäche der Apologeten, von denen er überhaupt in der
Logoslehre abhängig ist.10
Der Unklarheit und dem Schwanken der ersten
Jahrhunderte wurde ein Ende gemacht auf dem Nizänum (325). Mit allem Nachdruck
wird der Ausgang aus dem Vater als eine Geburt, nicht als eine Schöpfung
bezeichnet (gennhje1nta ou2 poihje1nta. gennhje1nta e2k tou5 patro1ß
monogenh5, tou1testin e2k th5ß ousi1aß tou5 patro1ß).
Ferner wird dem Logos ganz dieselbe Natur wie dem
Vater zugeschrieben. Er ist Gott von Gott, Licht vom Lichte; er ist wahrer Gott
vom wahren Gotte, konsubstantial dem Vater (o"moou1sioß tw5 patri1). Alles ist durch ihn
gemacht worden. Er ist wegen unseres Heiles herabgekommen und hat Fleisch
angenommen (sarkwje1nta kai! e2nanjrwph1santa). Darum hat er für uns gelitten
und ist wieder zum Himmel aufgefahren.
Hiermit war auf die alte, echte johanneische
Tradition wieder zurückgegriffen, und alle Auswüchse einer entarteten
Spekulation waren abgewiesen. Die folgenden Kirchenväter wurden dadurch vor
Abirrungen bewahrt und konnten geraden Ziels auf das alte Problem des Ausgangs
des Sohnes aus dem Vater lossteuern.
Wir übergehen die Bemühungen des großen Athanasius,
den Arianern gegenüber die Geburt des Sohnes weder als einen blinden
Naturprozeß noch als einen persönlichen Willensakt, sondern als ein drittes
höheres, eine durch Naturbestimmtheit (fu1sei) geschehene Vermittlung des
göttlichen Wesens an den Sohn zu verteidigen, ebenso seine tiefe Auffassung des
Sohnes als der Weisheit und Willensmacht des Vaters, und eilen zu dem
genialeren und noch größeren Augustin. Dieser hat in seinem umfangreichen,
allerdings ungleichmäßig und ohne feste Ordnung geschriebenen Werke de
Trinitate mit den tertullianischen Sprachmitteln, aber in durchaus
selbständiger und neuer Weise, wie die Trinität überhaupt, so die Logoslehre im
besonderen so tief und allseitig erklärt, daß der Scholastik hier nichts
weiteres zu tun übrig blieb, als ihre feste, strenge Ordnung zu einer letzten
Verbesserung an das Material anzulegen.
Welches ist der Standpunkt Augustins, welches ist
sein Ausgangspunkt? Sein Standpunkt ist der des Glaubens. Er wird es nicht
müde, stets zu wiederholen, daß es keine rein rationelle, sondern nur eine
gläubige Trinitätslehre geben kann. Damit sind allen irrigen Spekulationen von
vornherein die Türe verriegelt. Die Philosophie hat nicht das Dogma zu
meistern, darf nicht Ideen aus einer fremden Welt an dasselbe heranbringen,
kann ihm nicht seinen Inhalt und sein Gepräge geben, sie kann es nur, dem
Glauben dienend, nachträglich in etwa, nie ganz, aufhellen und plausibel
machen.11 Der Ausgangspunkt sodann für seine
spekulative Gotteserkenntnis ist die Schöpfung allgemein. Doch wenn Gottes Spur
sich überall in jeder Kreatur findet, dann spielgelt sich sein Wesen, das ja
Gesit ist, am meisten in der Geistkreatur, in unserer Seele. Nirgends ist Gott
so rein und so unmittelbar gegewärtig als in dem ihm verwandten Geiste. Hier
ist der Punkt, von dem aus Licht fällt auf das unerforschliche Wesen Gottes,
auch auf dessen uns dunkelste Seite, die Trinität.
In dem Menschengeiste nun unterscheidet Augustin
dreierlei: 1. das unmittelbare Selbstbewußtsein, das reflexionslose Innesein
seiner selbst, das er memoria nennt; 2. das reflektierte, durch Nachdenken über
sich selbst gewonnene Bewußtsein, das er intelligentia nennt; 3. endlich die
Kraft der Selbstbestimmung, die voluntas. In allen drei Momenten zusammen
findet er das Bild der Trinität. Auch in der göttlichen Wesenheit gibt es ein
unmittelbares Innesein, eine „memoria“. Als absolutes Erkennen, als reine
Intrelligenz muß Gott dieses Selbstbewußtsein haben. In einem logsich zweiten
Momente richtet sich die göttliche Intelligenz aus sich selbst, erfaßt das
göttliche Wesen als ein von sich verschiedenes Objekt und bringt so sich selbst
mit allen seinen Vollkommenheiten und Eigenschaften in einem einzigen inneren
Worte des Geistes (verbum mentis) zum adäquaten Ausdruck. Gott spricht sein
eigenes Wesen vor sich aus. Das ist der Geburtsmoment des Sohnes, der dadurch
die ganze Vollkommenheit der göttlichen Natur des Vaters empfängt. Se ipsum dicens Pater genuit Verbum sibi aequale per omnia. Non enim
seipsum integre perfecteque dixisset, si aliquid minus aut amplius esset in
eius Verbo quam in ipso (De Trin. 1. XV, c. 14. n. 23).
Seine ganze unverkürzte Vollkommenheit spricht der
Vater in dem Worte seines Sohnes aus; daher behält er auch keine Wesensvorzüge
vor dem Sohne für sich. Wie seine Vaterschaft das Prinzip des Sohnes ist, so
ist er auch umgekehrt zu keiner Zeit Vater ohne den Sohn. Ex quo
Pater, ex eo Filius (De symb. c. 3. n. 7). Gottes Selbsterkenntnis, das Prinzip der Zeugung des
Sohnes, ist aber ewig und unveränderlich. Es muß also auch ihr Produkt, die
Erzeugung des Sohnes, ein ewiges und unaufhörliches sein. Verbo aequali sibi
semper atque incommutabiliter dicit se ipsum (De Trin. 1. VII. c. 1. n. 1). Dicere Dei sine initio est et sine fine (Enarr. in Ps. 44 n. 5). Aus all dem folgt auch, daß
der Logos der eingeborene Sohn des Vaters ist, wie ihn Johannes auch genannt
hat. Quem (Filium) nisi unum genuisset, non id quod est
genuisset, quia ipse unus est (Contr. ep. Man. c. 37.n.42).
Nachdem so Augustin in wahrhaft genialer
Spekulation, fußend auf den Angaben der Schirft und der sicheren Analogie des
menschlichen Geisteslebens, die Logoslehre in mühsamer, oft unterbrochener,
aber stets geistvoll geführter Untersuchung erörtert hatte, blieb der auf ihm
fußenden Scholastik wenig mehr zu tun. Wir übergehen die Versuche Anselms, die
Gedanken seines großen Lehrers weiter zu entwickeln, weil er nicht wesentlich
Neues bietet (vgl. Nonol. c. XXIX sqq.), und gehen sofort zu Thomas über. Auch
bei ihm verweilen wir nicht lange; denn seine klaren, streng logisch geordneten
Ausführungen liegen den einschlägigen Traktaten aller dogmatischen Lehrbücher
zugrunde.
Natürlich setzt Thomas die Offenbarung voraus, so
gut als Augustin. Aus ihr weiß er, daß Gott einen Sohn hat, der durch Zeugung
sein Dasein empfängt: Ego hodie genui te (Ps. 2,7). Umgekehrt sagt der Sohn
selbst inbezug auf seinen ewigen Ursprung: Ego ex Patre processi (Joh. 8,42).
Wie ist nun dieser ewige Ausgang oder diese ewige Geburt des Sohnes aus dem
Vater zu denken? Processio verbi in divinis habet rationem generationis;
procedit enim per modum intelligibilis actionis, quae est operatio vitae. Dieses
so erzeugte „Wort“ ist dann nicht wie das von unserem Intellekte gebildete ein
wesensfremdes, sondern, da in Gott Erkennen und Sein identisch ist, so ist es
die volle göttliche Substanz, die darin ausgesprochen wird. Intelligere in
nobis non est ipsa substantia intellectus. Unde verbum, quod secundum
intelligibilem operationem procedit in nobis, non est eiusdem naturae cum eo, a
quo procedit, unde non proprie et complete competit ei ratio generationis. Sed
intelligere divinum est ipsa substantia intelligentis. Unde Verbum procedens
procedit ut eiusdem naturae subsistens; et propter hoc proprie dicitur genitum
et Filius (S. th. I. 27. 2 ad 2; cf. S. c. Gent. 1. IV. A. 1
sqq).
III.
Auch nach einer anderen Seite hin hat der Vers 14
des johanneischen Prologs eine weithin reichende Nachwirkung auf die
spekulative Theologie ausgeübt, man kann sie die soteriologische oder auch
ethische nennen. Wir meinen den Einfluß, den er auf die Entwicklung des sog.
Vergöttlichungsgedankens (je1wsiß) in der patristischen Zeit ausübte, ein Einfluß,
der in der scholastischen und späteren Theologie dann etwas zur ethischen Seite
hin drängte und zu einer rechten dogmatischen Auffassung der Gnade und
Übernatur geführt hat.
Diese Entwicklung hebt schon im 4. Evangelium selbst
an, in der berühmten eucharistischen Rede des Herrn (Kap. 6). Der Logos ist ins
Fleisch getreten, aber nicht nur, um darin die Offenbarung der Gottheit zu
vollziehen, sondern auch, um sich mit der gesamten gläubigen Menschheit in
Gnaden zu vermählen, damit sie das ewige Leben habe in ihm. Wie innig sich der
Herr diesen mystischen Zusammenschluß mit ihm denkt, spricht er bildlich, aber
durchaus realistisch aus in dem Gleichnis vom Weinstock und den Rebzweigen
(Kap. 15).
Die ganze alte Welt empfand den Tod als etwas, was
nicht sein sollte und überwunden werden muß. Sie suchte in ihren
vielgestaltigen Mysterienkulten ein Heilmittel gegen Tod und Vernichtung,
Vergänglichkeit und Verwesung. Es war daher eine echt zeitgemäße Apologie des
Christentums, wenn die alten Väter, zurückgreifend auf das Johannesevangelium,
zeigten, daß in dem mystischen Zusammenschluß mit Christus, dem unsterblichen
Logos diese ersehnte Unsterblichkeit und Unvergänglichkeit zu erlangen sei.
Nachdem schon der Johannesschüler Ignatius das eucharistische Brot als
„Heilmittel der Unsterblichkeit“ (fa1rmakon a2janasi1aß,
a2nti1dotoß tou5 mh! a2pojanei5n, Eph. 20) empfohlen hatte, knüpft der große Bischof
von Lyon, Irenäus, an den Prolog und zeigt, welches der eigentliche Zweck der
Fleischwerdung des Logos gewesen sei: Der göttliche Logos wollte aus Gründen
der Erlösung der Menschen deren Fleisch annehmen, um mit seiner Gottesnatur den
Keim des ewigen Lebens, die Kraft der Unvergänglichkeit und Unsterblichkeit
zunächst in sein von ihm angenommenes Fleisch einzupflanzen, dann aber dadurch
gerade in jede Menschennatur, die im Glauben sich an ihn anschließt,
überzuleiten und so ein neues Geschlecht auf Erden zu begründen, das Geschlecht
der unsterblichen Gottessöhne im Unterschiede und Gegesatze zu den sterblichen
Adamssöhnen. Schon die ersten Menschen waren nach Gott für eine ewige
Unvergänglichkeit geschaffen, aber Adams Ungehorsam kreuzte Gottes
Schöpferabsichten und ließ sie nicht zur Auswirkung kommen. Da erschien der
Logos im Fleische und gab der Menschheit ein neues Haupt und ließ sein
übernatürliches Leben in alle überströmen, die im Glauben Glieder an seinem
Leibe werden. Die Wiederherstellung und Erneuerung der Menschheit – a2nakefalai1wsiß lautet der berühmte
irenäische Ausdruck – war das Ziel der Inkarnation. Quando incarnatus est et
homo factus, longam hominum expositionem in se recapitulavit, in compendio
nobis salutem praestans, ut quod perdideramus in Adam, id est secundum imaginem
et similitudinem esse Dei, hoc in Christo Iesu reciperemus (adv. haer. 1. III. c. 18, n. 1; 1. III. c. 21, n. 10; c. 23, n. 2). Durch die Inkarnation wurde das Bild Gottes in uns
erneuert, wir wurden unserer ersten, in Adam verlorenen Bestimmung zum ewigen
Leben wieder zurückgegeben. Die Inkarnation ist somit das Mittel unserer
Erlösung von Tod und Verderben.
Welchen Platz aber hat dann in diesem Zusammenhange
noch der von Paulus so stark betonte Tod Jesu? Irenäus zieht auch das Leben und
den Tod Jesu als Erlösungsmittel herbei; besonders stark betont er den Leidensgehorsam
Christi, der den Ungehorsam des ersten Adam wiederaufhebe, aber der Hauptton
liegt doch auf der Inkarnation als dem der Menschheit gewordenen
Errettungsmittel. Irenäus verbindet diese beiden Gedankengruppen nicht formell
miteinander, aber man darf vielleicht
selbst die Verbindungslinien derart ziehen, daß man sagt: Der Logos trat ins
Fleisch, um in unserem Fleische den Ungehorsam des ersten Adam aufzuheben und
so das Leben auf alle Gläubigen überzuleiten.
Irenus spricht zum erstenmal den fortan von den
Vätern wiederholten Gedanken aus: Gott ist Mensch gewoden, damit der Mensch
Gott werde (Vorrede zu 1. V. am Ende). Er beruft sich auf das oft angezogene
Psalmwort: Dii estis et filii altissimi (Ps. 81,6). „Darum ist das Wort Gottes
Mensch und der Sohn Gottes Sohn des Menschen geworden, damit der Mensch als mit
dem Worte Gottes verbunden und die Sohnschaft empfangend ein Sohn Gottes würde
(1. III. c. 19, n. 1). “Die aber den aus der Jungfrau geborenen Emmanuel
nicht erkennen, gehen seines Geschenkes verlustig, welches ist das ewige Leben
(antidotum vitae non accipientes, a. a. O.).
Diese sog. „Vergöttlichungslehre“ (je1wsiß) wird von allen
morgenländischen Vätern aufgenommen und weiter gebildet; aber auch die
abendländischen Väter kennen sie. Sie wird aber bei den griechischen Vätern mit
Vorliebe in Verbindung mit dem hl. Altarssakramente behandelt. In ihm findet ja
eine stete Wiederholung der Inkarnation statt, indem der Logos immer von neuem
in das mystische Fleisch der Eucharistie tritt, zunächst das Brot verwandelnd,
dann aber auch verwandelnd alle, die im Glauben genießen, aus Söhnen des
Fleisches in Söhne Gottes und der Auferstehung des Lebens. So Ignatius,
Athanasius, die Kappadozier; besonders realistisch und in behaglicher Breite
behandelt Gregor von Nyssa den Vergöttlichungsgedanken in seiner großen
Katechese (catech. Magna c. 37).
Aber auch die abendlänsichen Väter, besonders
Augustin, kommen gern auf die Idee der Vergöttlichung zu sprechen, wenn auch
nicht so oft und weitläufig als die griechischen. Augustin scheut sich gar
nicht, die Salbung der Menschheit Christi mit der Gottheit des Logos in der
Inkarnation in eine enge Parallele zu stellen mit der Begnadigung des einfachen
Christen und seiner Erhebung zum Adoptivsohne Gottes. Ea
gratia fit ab initio fidei suae homo quicunque Christianus, qua gratia homo
ille (der Mensch Jesus) ab initio suo factus est Christus; de ipso Spiritu et
hic renatus de quo ille natus (de praedest. et grat. c. 15. n. 31). Auch er eignet sich das ständige Väterwort an : Factus est
Deus homo, ut homo fieret Deus.
Die Scholastik, zumal Thomas, hat der patristischen
Vergöttlichungslehre die bleibende Fassung gegeben, indem sie auch paulinische Gedanken
(Röm 5; 6; 8; Gal. 2,20;3,27; Eph. 1,4-23) sowie das berühmte petrinische Wort
vom consortium divinae naturae (II Petr. 1,4) berücksichtigte. Gott ist Mensch
geworden, damit wir der göttlichen Natur teilhaftig würden. Christus ist unser
Haupt – vgl. die sog. gratia capitis -; wir sind Glieder des Hauptes. Von
diesem strömt alle Lebenskraft der Gnade auf uns ein. Diese Gnade aber ist die
wahrhafte Teilnahme an Gottes Natur. Der Mensch Christus ist das Vor- und
Urbild aller Begnadigung, aller Erhebung
der vernünftigen Kreatur zum Leben mit Gott; wie die Menschheit Christi mit der
substanzialen Gottheit selbst geheiligt und gesalbt wurde, so die unsrige durch
die heiligmachende Gnade, quae est participatio divinae naturae (S. th. I-II.
110. 3). Aber welcher Art ist diese Mitteilung der göttlichen Natur? Nicht zu
denken ist an die pantheistische Vermengung von Gottheit und Menschheit, wie
sie der falsche Mystizismus zu allen Zeiten postulierte. Natura
divina non est communicabilis nisi secundum similitudinis participationem (S.
th. I. 13.9 ad 1). Das vollkommene wesenhafte Gleichbild findet sich nur im eingeborenen
Sohne, das geschaffene Ebenbild dagegen in der begnadeten Seele.12
Die Vergöttlichung des Menschen geschieht also durch Einsenkung eines
geschaffenen Abbildes Gottes in die Tiefe seines geistigen Wesens. Gratia, quae
est accidens, est quaedam similitudo divinitatis participata (S. th. III. 2. 10
ad 1). Deus dificat communicando consortium divinae naturae per quandam
similitudinis participationem (S. th. I-II. 112.1). Diese Vergöttlichung
beginnt schon hier auf Erden, wo die Seele durch die Gnade auf ihr eigentlichen
Ziel vorbereitet wird. Vita nostra ad divinam fruitionem ordinatur et
dirigitur secundum quandam participationem divinae naturae, quae est per
gratiam (S.th. II-II. 19. 7; vgl. Bonav., Brevil. V. c. 1). Echt johanneisch
hält Thomas die Gnade mit der Glorie für wesentlich gleich. Gratia et gloria ad
idem genus referuntur, quia gratia nihil est aliud, quam quaedam inchoatio
gloriae (Sn. Th. II-II. 24.3 ad 2). Gloriam autem quid esse dicemus nisi gratiam
quandam perfectam et absolutam, sagt mit ihm der römische Katechismus (IV. c.
11. n. 11).
Man sieht, daß Thomas mit den Vätern und mit ihnen
die katholische Theologie die Vergöttlichung der begnadeten Seele durchaus
realistisch faßt, zwar nicht als pantheistische Substanzeinheit, aber auch
nicht als bloß moralische Gesinnungsgleichheit. Diese letztere wird zwar
unzählige Male in der Schrift gefordert, aber sie ist erst die Folge der ontologischen
Veränderung der Wiedergeburt des Gerechtfertigten, aber nicht ist sie diese
Rechtfertigung selbst. Freilich wenn das neue übernatürliche Sein in der
Mitteilung der göttlichen Natur grundgelegt ist, dann entwickelt sich auch das
gottförmige moralische Leben, dessen zwei vorzüglichste Funktionen die
Teilnahme an der göttlichen Selbsterkenntnis und Selbstliebe sind. Alio modo
(potest imago Dei considerari in homine), secundum quod homo actu vel habitu
Deum cognoscit et amat, sed tamen imperfecte et haec est imago per
conformitatem gratiae (S. th. I. 93. 4). Vollkommen wird diese Teilnahme am
inneren göttlichen Leben erst in der
visio beatifica. Die Gnade enthält noch nicht das ganze Maß der göttlichen
Kräfte nach ihrer intensiven und extensiven Seite. Auch bewirkt die
Leiblichkeit und ethische Unvollkommneheit in dem wirklichen Adoptivkinde noch
eine gewisse Gottesferne, wodurch die geschenkten Lebenskräfte in ihrer
Entfaltung und Wirkung oft gehemmt werden. Dennoch ist die Vergöttlichung
unserer Natur eine reale, ein wahrhaftes semen Dei in homine (1 Joh. 3,9), eine
wahre vita aeterna im Diesseits (Joh. 3,15,16,36; 5,24,40; 6,33; 10,28 u. v.
a.).
Worin besteht also der mystische Zusammenschluß
Christi, des Gottmenschen, mit seinen Gliedern? Zunächst darin, daß wir an ihn,
als unser Haupt, glauben. Aber der Glaube selbst ist nicht die formelle Ursache
unserer Vergöttlichung, als wenn wir durch ihn ohne weiteres Wiedergeburt und
Erneuerung nach dem Bilde Gotets empfingen; sondern er ist nur die Vorbedingung
für Gott, daß er durch einen eigenen Akt seiner erbarmenden Liebe in uns das
Abbild oder Ebenbild seiner Natur hervorbringt, wodurch wir erst wahrhaft
Kinder Gottes werden, conformes imaginis Filii sui (Röm. 8,29).
Und inwieweit ist dabei die Inkarnation des
göttlichen Logos von Einfluß? Zunächst als Vorbild unserer Vergöttlichung; dann
aber auch als Mittel derselben. Der menschgewordene Logos ist das eine
wahrhafte Sakrament unserer Heiligung, sofern alle sieben Sakramente aus ihm
ihre Kraft ziehen. In der Gottheit ruht alle Kraft unseres Lebens (Joh. 1,4;
5,26); in der angenommenen Menschheit des Herrn äußerte sie ihre erste Wirkung,
von ihr aus fließt sie in die Sakramente, deren vorzüglichstes die Eucharistie
ist (Trid. s. XIII. c. 3). Die Eucharistie ist die geistige Daseinsweise des
inkarnierten Logos. Sie ist das Lebensbrot des vergöttlichten Menschen, die
caro vivificans (Ephesinum can. 11), selbst ganz durchgottetes Fleisch, das den
Zweck hat, eine fortgesetzte Fleischwerdung des Sohnes Gottes in den Gläubigen zu bewirken durch
Ertötung alles Unheiligen und Sinnlichen, durch Entfesselung aller echten
Kräfte des übernatürlichen Lebens, durch Bewahrung vor der Korruption der
Sünde, durch Errettung von dem ewigen Tode (Joh. 6,55; vgl. 5,24; 8,51,52).
Unter diesem Gesichtspunkte betrachtet will der Logos fortgesetzt in der
Menschheit sein Geburtsfest feiern. Freilich ist die Welt als solche zunächst
unheilig; mundus totus in maligno positus (1 Joh. 5,19). Aber der Dualismus:
Gott und Welt soll kein ewiger bleiben, so stark er auch im 4. Evangelium
betont wird. Er soll überwunden werden; der erhöhte Gottmensch will alles an
sich ziehen (Joh. 12,32). Aus der Inkarnationstatsache schöpft die Kirche die
Kraft, an der Wiedergeburt der Welt zu arbeiten, sowie die Hoffnung, daß ihre
Arbeit eine fruchtbare sei. Eine solche Himmel und Erde bewegende Tatsache, wie
die Menschwerdung des Sohnes Gottes, kann nicht ohne den gewollten Erfolg
bleiben. Daher schied der Herr von den Seinen mit dem Worte der Siegeshoffnung:
Confidite, ego vici mundum (Joh. 16,33). Dieser Sieg aber kann nicht eine
Überwindung mit den Mitteln der äußeren Gewalt sein, sondern nur eine
Überzeugung des Geistes durch die Wahrheit und eine Umschaffung desselbsen
durch die Gnade, ein sanftes, langsames Hinaufnehmen der unheiligen
Menschennatur in die Gottesnatur, des sündigen Kosmos in die Theosis des
göttlichen Logos.13
1 Vgl. Schanz, Kommentar, Tübingen 1885, S. 56 ff.
2 Vgl. über das Eindringen des Prologs in die Messe und das Rituale Thalhofer, Handbuch der katholischen Liturgie, Freiburg 1890, II, S. 306 f.
3 Nr. 16; 17; 18; 51.
4 Vgl. Klasen, Die alttestamentliche Weisheit und der Logos der jüdisch-alexandrinischen Philosophie 1878; Scheeben, Dogmatik 1873, I. S. 133 ff., bes. S. 795; auch der Protestant M. Köhler in Realenzyklopädie für pr. Theologie und Kirche von Hauck, IV, S. 15; und neuestens J. Wellhausen, Das Evangelium Johannis, Berlin 1908, S. 123.
5 Vgl. Weish. 8,22 ff.; Sir. 24, 1-47; auch 4,11 ff.; 6,18 ff.; 14,20 ff. 51,23 ff.; zur Memra-Lehre Ps. 106,20; Sir. 42,15; Weish. 9,1; 18,14-25. Ob etwa griechische Einwirkung auf diese Bücher anzunehmen sei, kann hier unerörtert bleiben. „Griechische Einflüsse sind kaum ganz abzuwehren,“ meint Schanz wohl mit Recht, fügt aber ebenso wahr hinzu, „aber die Selbständigkeit und der göttliche Ursprung der Weisheit haben im A.T. ihr Fundament.“ Kommentar, Anm.1. Der Terminus mag aus profanen Quellen stammen, seine Wahrheit und sein Inhalt werden von der göttlichen Offenbarung verbürgt.
6 Der Prolog des 4. Evangeliums 1898, S. 171.
7 Das Urteil
über die Logoslehre der Apologeten ist bei den katholischen Gelehrten nicht
einheitlich. Kuhn kritisiert sie
(Dogm. 1857, II. S. 197 ff.), Pohle schützt sie (K-Lexikon 2 XII,
sp. 51), Tixeront nimmt den auch von uns oben vertretenen mittleren Standpunkt ein (a. a. O. S. 233): Elles
contiennent – disons-le simplement – des erreurs, qui ont joui d’une certaine
fortune, mais qui d’ailleurs ont été reconnues comme telles et plus tard
formellement rejetées.
8 Theophilus unterschied diese beiden Zustände des Logos auch dem Namen nach; er nannte den innergöttlichen Logos l. e2ndia1jetoß, den hervorgegangenen l. proforiko1ß.
9 Tertullian setzt sermo für lo2goß, nicht verbum; „nur insofern, als in dem einen Worte Gottes tatsächlich eine unendliche Vielheit von Ideen ausgesprochen ist, hat die Bezeichnung sermo einen guten Sinn.“ Scheeben, Dogmatik II. S. 850.
10 Seinen Subordinatianismus behandelt Kuhn, Dogm. II. S. 179 ff.
11 Se ea recta intentio est. Quae proficiscitur a fide. Certa enim fides utcunque inchoat cognitionem. De Trin. 1.IX. c. 1. n.1;vgl. Theodor Gangauf, Des hl. Augustin spekulative Lehre von Gott dem Dreieinigen, Augsburg 1865. Kuhn, Dogm. II, S. 588 ff.
12 Ein vestigium Dei auch in der vernunftlosen Kreatur; eine imago Dei in dem natürlichen Geistwesen; eine similitudo nur in der Seele des Gerechten (S. th. I. 93).
13 Der hl. Franz v. Sales hat, wie sein Biograph Hamon, curé de Saint Sulpice, Vie de Saint Francois de Sales, paris 1858, I, 103 erzählt, über den Gegenstand unserer Abhandlung seine erste Predigt gehalten: er führte den Gedanken der dreifachen Geburt des Logos aus, wie le Père se communique au fils (oben II), le fils se communiqu à la nature humaine dans le mystère de l’Incarnation (oben I) et le Verbe incarné se commjnique à l’homme dans le sacrement de l’Eucharistie (oben IIIa9. Et ces trois communications sont tellement liées entre elles, que la troisième ne peut etre sans la seconde, ni la seconde sans la premieère ; et que la troisième est la mémoire de da seconde et la seconde la mémoire de la première. – Die Literatur findet sich K.-Lexikon s. v. Logos und in der Realenzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche von Hauck s. v. Logos und Christologie, sowie in den neusten Kommentaren: Schanz, Kanbenbauer, Belfer.