ThGl 87 (1997) 26 - 38
Kurzinhalt - Summary
Die Frage nach der Stellung der Frau in
den Religionen ist gleichzeitig auch
schon immer eine Frage nach der gesellschaftlichen Realität. So führen die gesellschaftlichen Veränderngen im postexilischen Judentum und postvedischen
Hinduismus zu einem Status religiöser
Inferiorität der Frau. Dagegen läßt das
Verhältnis von Jesus, Muhammad und
Buddha zu den Frauen darauf schließen, daß sie die Androzentrik des Denkens und die patriarchalischen Strukturen ihrer jeweiligen Gesellschaft
durchbrachen. Wenn ihre Religionsgemeinschaften ihnen darin schon bald
nicht mehr gefolgt sind, so ist dieses
Phänomen eher als das Ergebnis gesellschaftlicher Entwicklungen zu verstehen.
The issue of the status of women in
religion is always also a problem of the
social reality. Thus, the social changes
in post-exilic Judaism and post-Vedic
Hinduism lead to religious inferiority
of women. As for the relations of Jesus,
Muhammad and Buddha to women,
they lead us to the insight that they
broke with the androcentric thinking
and the patriarchal structures of their
particular societies. When later their
religious communities did not follow
them, we have to see in this phenomenon more likely the result of social developments.
1. Frauenforschung und Methodologie
Wer die gegenwärtige Situation der Frau in den großen Religionen erforschen will, wird nicht nur
eine Reise in den Raum, d.h. in andere Gesellschaften und Kulturen unternehmen müssen, sondern
auch eine solche in die Geschichte. Die Analyse von Geschichte benötigt aber wie alle Erkenntnis -
worauf Claude Lévi-Strauss vor mehr als dreißig Jahren hingewiesen hat - einen Code, der den einzelnen Geschichten eine kontinuierliche Wirklichkeit zuschreibt.(2) Es bedarf also eines Interpretationsschemas, bei dessen Gebrauch wiederum zu beachten ist, daß die so gewonnene Wahrheit
situationsgebunden ist.(3) Die historische Religionsforschung ist folglich unvermeidlich partiell, mit
den Worten von Lévi-Strauss: Die Geschichte ist also niemals die Geschichte, sondern die
Geschichte-für."(4)
Das gilt auch von jenem heuristischen Modell, welches die feministische Forschung in die Interpretation der Bibel eingebracht hat: Die Texte werden der Frage nach Wesen und Funktion der Frau untergeordnet, um ihre Geschichte zu erstellen und dabei die ganze Geschichte der Kirche.(5) Auch wenn die feministische Hermeneutik"zutreffend auf den androzentrischen Charakter und die patriarchalischen Strukturen von Bibel und Kirche hinweisen kann,(6) so entgeht auch sie aus epistemologischer Sicht nicht der Gefahr, ihr Modell von Geschichte für die historische Empirie zu halten und dieses zu reifizieren! Denn jedes Geschichtsbild ist notwendig ein Konstrukt, insofern es mit der Selektivität von persönlicher Wahrnehmung zu tun hat.
Deshalb empfiehlt es sich, dem Thema auf verschiedenen Ebenen nachzugehen und zu fragen nach der Stellung der Frau in:
- den Hl. Schriften der jeweiligen Religion
- der theologischen Auslegung und Praxis
- der gesellschaftlichen Wirklichkeit, die von der betreffenden Religion mitbestimmt wird
Der letzte Punkt erscheint uns besonders wichtig, weil z.B. die meisten Autoren zum Thema Frau
und Kirche die mannigfachen Interdependenzen zwischen Religion als religiöser Gemeinschaft auf
der einen Seite und dem übrigen kulturellen System sowie dem politischen und ökonomischen
System auf der anderen Seite offensichtlich nicht sehen wollen.(7) Religion als Verweis auf eine letzte Wirklichkeit", auf ein telisches System", kann für den Religionssoziologen nicht von den weltlichen Realitäten abgegrenzt werden.
2. Die Stellung der Frau in den Hl. Schriften
2.1. Judentum. Nach dem Schöpfungsbericht aus der Priesterschrift Gen 1,27f (6. oder 5. Jh. v. Chr) schuf Gott den Menschen in seinem Bilde: als Mann und Frau, während nach dem weitaus älterem Bericht des Jahwisten Gen 2,23 (zwischen 950 und 850 vChr) die Frau, hebr. Is°s°a, aus der Rippe Adams, dem Mann, hebr. Is° erschaffen wurde. Nach dem Sündenfall in Gen 3,20 erhält sie ihren Eigennamen Chawwa, Mutter aller Lebenden". Sie soll unter die Herrschaft Adams gelangen (Gen 3,16), er wird zum Herrn und Besitzer, hebr. Ba<al, seiner Frau. Dagegen steht die Aussage des Propheten Hosea (ca. 750-722 vChr) : du wirst mich mein Mann' nennen, und nicht mehr wirst du mich nennen mein Ba<al'" (Hosea 2,18). Wir wissen nicht, ob hierin ein Indiz für die Gleichstellung von Mann und Frau im Sozialleben zu sehen ist, dennoch liegt die Annahme nahe, daß die Stellung der Frau in der hebräischen Bibel oder Altem Testament eine ambivalente ist.
In der Zeit vor Begründung der Monarchie sowie in den Anfängen derselben, als noch Aschera als die Gefährtin Jahwehs verehrt wurde,(8) verfügten Frauen über weitaus mehr soziale Macht, als daß später der Fall sein sollte. Die Bibel berichtet von Jaël, die den kanaanäischen Heerführer Sisera tötete (Ri 4,17-22), welche nach dem Deboralied mehr gesegnet [ist] als die Frauen im Zelt" (Ri 5,24), d.h. sie steht über den Matriarchen Israels (s. u.).(9) Debora selbst war Prophetin und Richterin, die als Führerin des Volkes den Kriegszug gegen Sisera begleitete. Zu erwähnen sind ferner Esther oder Hadassa, die Heldin des Estherbuches, deren man im Rahmen des Purimfestes gedenkt, die Witwe Judith, die durch Ermordung des assyrischen Generals Holofernes großes Unheil vom Volke Israel abwendet (Jud 12,15-13,10), und schließlich die Witwe Tamar, die durch die verbotene Verführung ihres Schwiegervaters Juda die biologische Kontinuität des Clans wahrt (Gen 38) und zur Mutter der Könige Israels wird. Zur Urgroßmutter Davids wird Ruth, die Nichtjüdin und Heldin des Ruthbuches.
Die weibliche Sexualität wird hier ganz offen akzeptiert! Denn sie steht im Zusammenhang mit der für den Clan so wichtigen Fruchtbarkeit der Frau, weshalb Sarai/Sara nach eigener Schwangerschaft zu einem Paradigma femininer Spiritualität in der späteren Tradition wird. Sara, Rebekka , Rachel und Lea gelten als die vier Mütter des jüdischen Volkes: die Matriarchen. Und Rachel überragt sie noch alle, indem sie bis in die Gegenwart hinein die Funktion einer Mater dolorosa innehat, deren Grab in Bethlehem Zentrum einer weiblichen Wallfahrt geworden ist.(10) Auch die zunächst unfruchtbare Hanna, des ekstatischen Gebetes mächtig (1 Sam 1,13), erlangt eine besondere Stellung, insofern ihr Name als Akronym ChaNaH gelesen die drei frauenspezifischen Mizwot (religiöse Pflichten) bezeichnet: Challa, d.h. Absondern der Hebe" vom Brotteig, Nidda für die Vorschriften hinsichtlich der Menses und Hadlakat nerot für das Anzünden der Lichter am Sabbat und an Feiertagen.
Aber gegen die soziale Gleichstellung der Frau sprechen viele Tatsachen: das Anführen der Frau im Kontext eines allgemeinen beweglichen Besitzes in den Zehn Geboten in Ex 20,14 (anders Dt 5,12), die Leviratsehe, welche die gebärfähige Witwe in die Verfügbarkeit des Schwagers stellt, der Ausschluß der Frauen vom Priestertum und eigentlichem Tempeldienst, sind sie doch während ihrer Periode in höchstem Maße kultisch unrein (Lev 18,19-24), sowie das Zurückdrängen weiblicher Prophetie im Gefolge der Stärkung des Zentralheiligtums in Jerusalem. Hulda ist die einzige prominente Prophetin aus der Zeit der Monarchie (vgl. 2 Kön 22,14-20). Verfolgt werden zudem Frauen, die über mediale Fähigkeiten verfügen (vgl. 1 Sam 28; Jes 8,19-20).
Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß Frauen von der Unmittelbarkeit hinsichtlich des
Transfers von Gottesbotschaften ausgeschlossen werden.(11) Königtum und Prophetenamt werden
wie das Priesteramt zu ausschließlichen Domänen der Männer".(12) In nachexilischer Zeit gibt es
einen Paradigmenwechsel: Tempel und Tora, d.h. Priester und Gelehrte oderSchreiber" (siehe
bKidduschin 30b, vgl. Avot I,1) bilden die neuen Eliten.
2.2. Christentum
Im Zentrum stehen hier das Neue Testament mit der Praxis Jesu und sein größter Apostel Paulus. Dabei ist jedoch von der Tatsache auszugehen,daß beide in der jüdischen Tradition standen und lebten. Eine Frauenfrage gab es nicht! Eine historische Religionsforschung wird daher nur eine Wahrheit zutage fördern können, die situationsgebunden ist (s.o.).
Als literarisches Dokument weisen die Evangelien unverkennbar darauf hin, daß Jesus von Nazaret mit Frauen (und sozialen Randgruppen) einen freien und recht unbefangenen Umgang pflegte. Auffallend ist jedoch zunächst die Tatsache, daß der engere Jüngerkreis aus Männern besteht, vergleichbar dem Schülerkreis eines jüdischen Gelehrten seiner Zeit. Dennoch befanden sich im größeren Kreis auch einige Frauen wie Maria Magdalena, Johanna, die Frau des Chusa... Susanna und viele andere" (Lk 8,2f).
Jesus spricht nicht nur mit Frauen, was für jüdische Gelehrte nicht selbstverständlich war,(13)
er
schenkt ihnen auch seine therapeutische Kraft (vgl. Mk 1; 5; 7; Lk 13) und spricht sich wohl auch
gegen die damalige Scheidungspraxis aus, welche eindeutig die Männer favorisierte (vgl. Mt 5,32; Lk
16,18; Mk 10). Aber es gibt auch Hinweise auf ein Lehrer-Schülerin-Verhältnis in Lk 10,38-42:
Maria, Marthas Schwester, setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu". Das erinnert an
die Geschichte der unglücklichen Berurja, selbst gelehrte Tochter eines Gelehrten und Ehefrau des
berühmten Rabbi Meir (2.Jh nChr), die keinen Partner fand, der zu einem gemeinsamen Studium
mit ihr bereit war. In diesen Kontext gehört auch Jesu Lehrgespräch mit der Samaritanerin in Joh
4. Jesu Verhalten fällt aus dem patriarchalischen Rahmen! Ein Skandalon für die Zeit besteht auch
darin, daß er allein in ein Haus von ledigen Frauen, nämlich zu Martha und Maria, geht,(14) ja sich
sogar von einer Frau salben und die Füße küssen läßt (Lk 7,36-50), wie es allenfalls zwischen Mann
und Ehefrau üblich war. 0ffensichtlich stellt die weibliche Leiblichkeit für Jesu Umgang mit Frauen kein Problem dar!
Vermutlich ist hierin auch der Grund zu sehen, warum Frauen in der Urgemeinde eine gleichberechtigte Rolle spielten, schließlich waren es ja sie, welche nach Ausweis aller Evangelien als erste
die frohe Botschaft von der Auferstehung bezeugten. Dieser Entwicklung entspricht es, wenn
Petrus in seiner Pfingstpredigt Joel 3,1f zitiert, wonach auch den Frauen der Zugang zu einer unmittelbaren Kommunikation mit Gott eröffnet werden soll.(15) Im paulinischen Briefkorpus finden
wir Berichte von selbständigen Frauen, welche nicht nur missionarisch tätig waren, sondern auch
leitende Gemeindefunktionen innehatten. Dennoch, selbst wenn das Schweigegebot für Frauen in
1 Kor 14,34 ein Einschub ist, so gelingt wohl doch nicht der Ausstieg aus der vorherrschenden
jüdischen Tradition der Unterordnung der Frau. Hier sei an die Reihe Gott - Christus - Mann -
Frau" in 1 Kor 11,7-9 erinnert. Vermutlich stehen wir schon hier vor den Anfängen einer Entwicklung, die dem jüdischen Paradigmenwechsel (s.o.) entspricht, wenn es in 1 Kor 11,3 heißt: das
Haupt einer Frau aber ist der Mann".
2.3. Islam
Es ist ein Faktum historischer Forschung, daß der Prophet Muhammad im besonderen Maße mit Frauenfragen konfrontiert wird - und auch Stellung zum Wohl der Frau bezieht.(16) Da ist zunächst die Praxis, neugeborene Töchter - in einer Zeit des Frauenüberschusses infolge der ewigen Stammeskriege - als Unglück anzusehen und diese lebendig zu begraben.(17) In Sure 16,58f des Korans wird diese Praxis verurteilt (vgl. 81,8f). Nach der Tradition des Hadith, welcher die zweite 0ffenbarungsquelle darstellt, insofern sich durch Rede oder Handlung des Propheten die Hikmah,die Weisheit" Gottes, manifestiert, hat Muhammad erklärt: Die Frauen sind die Schwestern der Männer",(18) (vgl. Sure 9.71: sie sind Freunde). Mann und Frau haben dieselben Rechte und Pflichten (vgl. Sure 3,195), da beide Stellvertreter Gottes auf Erden sind: Mensch bedeutet männlich und weiblich. Indem beide sich des Bösen enthalten und Allahs Geboten nachkommen, werden Männer und Frauen in den Garten Eden gelangen und daselbst ewig leben (Sure 9, 71f).
Eine weitere Errungenschaft Muhammads ist die Regelung der Ehe, welche unter den damaligen Bedingungen der Frau ein Stück Rechtssicherheit verschafft. Er gestattet die Heirat von bis zu vier Frauen, unter der Voraussetzung, der Mann kann allen gerecht werden (Sure 4,3) - eine Klausel, aus der Modernisten die Einehe ableiten! - und verbietet nach al-Buchari 64,40 die Zeitehe (mut>ah), welche heute noch im Iran erlaubt ist. Bei al-Buchari 67,42 finden wir auch den Ausspruch des Propheten, wonach sowohl eine Witwe als auch eine Jungfrau in die Ehe einwilligen müssen, indem sie keinen Protest erheben. Eine von einem Vater erzwungene Ehe hat der Prophet selbst annulliert (al-Buchari 67,43). Nach dem Musnad von Ahmad ibn Hanbal 5, p. 277 hat Muhammad den Frauen auch das Recht der Scheidung eingeräumt. Wenn diese allerdings nicht in der Person des Mannes begründet liegt, wird der Frau der süße Duft des Paradieses verboten sein". 0hnehin zählt die Scheidung - wie auch im rabbinischen Judentum(19) - zu den Dingen, welche Gott am meisten verhaßt sind (Abu Dawud 13,3).
Allerdings kommt dem Mann in der Familie ein gewisser Vorrang zu (Sure 2, 228), weil er die Brautgabe in die Ehe einbringt und für den Unterhalt der Frau sorgt, wofür die Frau ihm Gehorsam schuldet. Erhebt sich jedoch die Frau gegen ihren Mann, soll er sie züchtigen dürfen (Sure 4,34), woraus aber durchaus nicht die Prügelstrafe abzuleiten ist. Denn Muhammad selbst kann ein solches Verhalten nicht nachgesagt werden, lehnte er doch individuelle Gewalt ab! Die Bevorteilung von Männern im Erbrecht - das Doppelte gegenüber weiblichen Erben - muß gewissermaßen als eine soziale Komponente gesehen werden, da Männer zum Unterhalt der Familie verpflichtet sind.
Von dem Prophetengenossen Abu Huraira überliefert al-Buchari, daß derjenige, der Gott und den
Tag des Gerichts fürchtet, weder seinem Nächsten noch den Frauen einen Schaden zufügt. Letztere
sind aus dem gebogenen Teil einer Rippe geschaffen: Wenn du versuchst, sie gerade zu biegen,
wirst du sie zerbrechen. Überläßt du sie aber sich selbst, dann bleibt sie gekrümmt. Behandelt die
Frauen also fürsorglich und liebevoll!"(20) Es kann jedoch kein Zweifel darüber bestehen, daß es
noch zu Lebzeiten in Medina eine einflußreiche Gruppe - zu ihnen zählte auch der spätere zweite
Khalif Umar (634-644) - von Befürwortern der Gewalt gegenüber Frauen gab,(21) deren Einfluß sich
später durchsetzen sollte.
2.4. Hinduismus
Angesichts des riesigen Umfanges der Hl. Schriften können hier nur auswahlweise Analysen vorgenommen werden. In vedischer Zeit (von 1600 - 600 vChr) entspricht der Status der Frau in etwa dem des Mannes, auch wenn wir bereits religiöse Aussagen finden, wonach die Geburt eines Sohnes dem einer Tochter vorgezogen wird. Denn nur der Sohn kann den Ahnenkult fortsetzen, welcher die gute Existenz im postmortalen Leben sichert. Nach der Aitereya-Brahmana ist der Sohn die Hoffnung der Familie, die Tochter dagegen eine Quelle von Sorgen und Kummer (7,18 und 8,31.1).
Die vorgeschriebenen Rituale eines Hausvaters sind aber nur in Gemeinschaft mit seiner Frau möglich. Auch das Mahavrata-Fest (der große Schwur") ist nicht ohne die Mitwirkung von Frauen möglich.(22) Frauen waren notwendiger Bestandteil von Mithuna- (Paar"-) Gruppen für Riten, bei denen die Vereinigung von Himmel und Erde nachzuahmen waren. Im Königsritual des Roßopfers (Ashvamedha) übernahm die Hauptfrau des Herrschers den entscheidenden Part.(23)
Die vedische Tradition weiß von unverheirateten weiblichen Rishis (gemeint sind die von Göttern inspirierten Seher der Vorzeit) wie Apala oder Aitreya.(24) Wie die Jungen konnten auch Mädchen den Lebensabschnitt des Brahmacharya durchlaufen, d.h. das in Keuschheit zu verbringende Studium der Veden. Auch eine Weiterbildung zu einer Gelehrten (Brahmavadini) war möglich.(25) Wir wissen, daß eine der beiden Ehefrauen des berühmten Rishi Yajñavalkya, mit Namen Maitreyi, eine Brahmavadini war und daß eine andere Gelehrte mit Namen Gargi ihn im Verlaufe einer theologischen Diskussion in Bedrängnis brachte.(26)
Yajñavalkya ist die überragende Gestalt der Upanishadentradition, in dem sich auch die für die indische religiöse Tradition so typische Verknüpfung von Erotik und Askese wiederfinden. In seinem Streben nach der Unsterblichkeit durch Eingehen in den Atman - in diesem werden alle zu einem (ekam) - verläßt er beim Übergang vom zweiten zum dritten Ashrama (Lebensabschnitt) seine beiden Frauen.(27) Dennoch kann der Weg zur Erlösung mit erotischen Bildern beschrieben werden wie in Brihadaranyaka-Upanishad 4, 3, 21: Denn so wie einer, vom geliebten Weibe umschlungen, kein Bewußtsein hat von dem, was außen oder innen ist, so hat auch der Geist, vom erkenntnisartigen Selbst umschlungen, kein Bewußtsein von dem, was außen oder innen ist" (Übersetzung Deussen).
In postvedischer Zeit (letzte Hälfte des 1.Jahrtausends vChr) ist ein Paradigmenwechsel zu beobachten, bedingt durch das Eindringen lokaler Bräuche und Sitten, auch solcher aus der dravidischen Kultur und Religion, in die Smr|ti-Literatur.(28) Die Abwertung der Frau zeigt sich in ihrem Ausschluß vom Studium der Veden und damit auch der Rezitation von vedischen Mantras. Mit der daraus folgenden rituellen Inferiorität ist die Unterordnung unter den Mann verbunden. Lediglich die biologische Funktion des Lebenspendens wird positiv gewertet.
Aus brahmanischer Sicht wird die Frau zu einem Hindernis auf dem Weg zur Moksha (Erlösung). Dieser Ansicht waren auch die asketischen Bettelmönch-Bewegungen zur Zeit der Herausbildung von Jainismus und Buddhismus. Das alles schlägt sich nieder in Manus Gesetzbuch, dem Manusmr\iti (ca. 200 vChr bis 200 nChr): Die Frau gilt als die Hälfte ihres Mannes, weshalb der Mann ohne eine solche nicht vollkommen ist. Sie ist jedoch in totaler Abhängigkeit zu halten, niemals frei, obgleich mit Blick auf die Nachkommenschaft als Verkörperung der kosmischen Schöpfungsenergie zu ehren. Der Ehemann muß von ihr immer wie ein Gott" verehrt werden; eine neue Heirat bleibt der Witwe daher versagt. Ein besonders schwerwiegendes Urteil für alle späteren Zeiten war seine Ansicht, daß die Tötung einer Frau eine läßliche Sünde" sei.(29)
Das Mahabharata, das Große Epos der Nachkommen des Bharata" (zwischen 5.Jh vChr und 2.Jh
nChr), lehrt zwar auch, daß der Hausvater auf dem Wege zum Atman Frau, Söhne und Enkel verlassen
muß (XII, 328, 12278f), spricht dennoch den tugendhaften Frauen das Atman als Heilsziel zu (ebd., 240,
8801f), welche dann ebenfalls nicht wiedergeboren werden (ebd. 250, 9060). Hier treffen wir auf den
Einfluß der Bhakti-Bewegung, für die Kaste und Geschlecht nicht mehr unüberwindliche Hindernisse
zum Heil darstellen.
2.5. Buddhismus
Der Buddhismus übernahm aus dem indischen Kontext die ambivalente Wertung der Frau, welche in der Shramana-Bewegung (Bettelmönche) negativ ausgedeutet worden war. Bodhi, das Erwachen" als Ausgangspunkt für den Weg der Erlösung zum Nirvana, war Siddhattha Gotama nur möglich geworden durch den Auszug in die Heimatlosigkeit - unter Aufgabe von Frau und Sohn. Bodhi war auch nur möglich geworden, nachdem Buddha der verführerischen Weiblichkeit der drei Töchter Maras widerstanden hatte. Für den Theravada-Buddhismus galt daher auch die Frau als ein gefährliches Hindernis auf dem Heilsweg und als eine ständige Bedrohung des Zölibats.(30)
Auch wenn wir nicht genau wissen, ob der Pali-Kanon immer die Ansichten Buddhas widerspiegelt, so gibt es doch reichlich Aussagen über die negative Wertung der Frau als Lustobjekt: In zwei Dingen unersättlich, ihr Mönche, ohne Widerwillen davor zu haben, stirbt das Weib. Welches sind diese beiden Dinge? Der Geschlechtsakt und das Gebären" (Anguttara-Nikaya Bd. 1, S. 82). Daher ist es besser, wenn die Mönche, wie Buddha gegenüber seinem Lieblingsjünger Ananda im Dhammapada 16, 5, 9 anführt, keine Frau anzusehen oder mit ihr zu sprechen: Wachsam sein, Ananda!"
Eine Korrektur erfährt diese negative Haltung jedoch durch Buddhas Wissen auch um die sexuelle Anziehungskraft des Mannes auf die Frau (Anguttara- Nikaya Bd. 1, 17f). Dennoch verpflichtet er die Mönche zum täglichen Bettelgang, bei dem es die Frauen sind, welche die Almosenschale füllen. Daß diese Tatsache die Bhikkhus in ihrem Selbstwertgefühl verletzt und zum Frauenhaß verleitet haben soll,(31) dürfte auf einem Mißverständnis beruhen. Bekanntlich hat Buddha im Sigalovada Sutta von den reichen Hausvätern niemals die Aufgabe von Reichtum und Ehefrauen gefordert.(32) Vielmehr ist der Sangha oder Orden mit seinen Bettelmönchen als eine utopische Liebesgemeinschaft und Parallelgesellschaft der realen politischen und ökonomischen Gesellschaft dialektisch zugeordnet. Aus diesem Grunde war es nur folgerichtig, wenn Buddha auf Betreiben seiner Pflegemutter Mahapajapati und seines Jüngers Ananda, der gerne die Frauen den Dharma lehrte, auch einen Nonnenorden begründete. Entsprechend der Unterordnung der Frau in einer von patrilinearen Interessen bestimmten Welt wurden die Nonnen jedoch den Mönchen untergeordnet.(33)
Zwar ist der frühe Buddhismus frauenfeindlich eingestellt, was aber nicht automatisch bedeutet,
daß Buddha selbst diese Einstellung teilte. Eher geht es ihm wohl um die Körperlichkeit und die
damit verbundene sexuelle Anziehungskraft, welche auf dem Weg spiritueller Entwicklung ein
Hindernis darstellt. Ideal des Umgangs zwischen Männern und Frauen ist in diesem Kontext die
absolute Gelassenheit: Ihr [sc. der Frau] Kommen weckt ihm nicht Freude, ihr Fortgehen bringt
ihm keinen Schmerz" (Udana I, 8). Buddha besitzt folglich die Freiheit, in Vaishali für sich und seine
Jünger die Einladung in das Haus der Prostituierten Amrapali anzunehmen. Er läßt sich von ihr eigenhändig bewirten und akzeptiert den ihm angetragenen Garten als Geschenk für den Sangha. In einem anschließenden Gespräch - schon vor der Einladung hatte Buddha ein Lehrgespräch mit ihr geführt - unterrichtet Buddha Amrapali über den Dharma. Angeregt, bestärkt, erheitert" setzt Buddha seine Wanderung fort. Ergänzend sei noch erwähnt, daß Buddha die Gesellschaft mit der Prostituierten der der
Licchavi, der Herrscher Vaishalis, vorzieht.(34)
Gegen den elitären monastischen Heilsweg, wonach nur Männer den Weg ins Nirvana gehen
könnten, revoltierten die Laien der neuen Bewegung des Mahayana. Eines der wichtigsten und
ältesten Dokumente ist das Lotus-Sutra, nach der Tradition von Buddha auf dem Geierspitzberg bei
Rajagriha als vollständige Lehrdarlegung verkündet.(35)
Dort ist in Kap. XII die Rede davon, daß der
Körper einer Frau schmutzig und ungeeignet für den Dharma ist. Die Tochter des Drachenkönigs
Sagara verwandelt sich vor der Versammlung in einen Mann, um sofort zu einem Buddha zu werden, der zugleich Menschen und Göttern das Gesetz lehrt. Dieses Kapitel soll nachträglich eingefügt worden sein, um zu zeigen, daß auch die Bösen und die Frauen die Buddhaschaft erlangen
können".(36)
Der Mahayana-Buddhismus ist diesen Weg nach Ausweis der Texte und ikonographischen Darstellungen konsequent weitergegangen: den großen Buddhas wird die Prajña, die Weisheit", als weibliche Gestalt zugeordnet. Sie ist Inbegriff der erlösenden, unmittelbar erfahrenen, intuitiven Einsicht
in die Shunyata (Leere). Und es nimmt dann auch nicht Wunder, daß der berühmte Bodhisattva
Avalokiteshvara, der die Schreie der Welt erhört", unter tantrischem Einfluß in China als Kuan-yin und
in Japan als Kwannon/Kannon in weiblicher Gestalt verehrt wird. Im stark psychologisierenden tibetischen Buddhismus kehrt die sexuelle Symbolik des Tantra zurück: Nach dem Vorbild der sexuellen
Vereinigung von Mann und Frau müssen männliches Prinzip, d.h. die Methode des Erlangens der Befreiung, mit dem weiblichen Prinzip, der Prajña, welche das Universale repräsentiert, eins werden - um zum
Dharmakaya vorzudringen, der Matrix alles Seienden: die Leere.
3. Ergebnis Die Bilanz insgesamt ist durchaus nicht negativ: Jesus, Muhammad und Buddha finden in einer nicht
gerade frauenfreundlichen Gesellschaft einen Zugang zu den Frauen ihrer Zeit, welcher ihnen das gleiche
Menschsein zuspricht. Dennoch erfolgt bereits zu ihren Lebzeiten oder kurz darauf der Rückfall in die
patriarchalischen Herrschaftsstruktren. Es macht sicherlich die Größe der Religionsstifter aus, daß sie in
ihrer eigenen Lebensführung und Lehre die Androzentrik in einem beachtlichen Maß überwinden!
Die älteren Religionen von Judentum und Hinduismus, welche einen weitaus längeren Zeitraum gesellschaftlicher Veränderungen widerspiegeln, sind dagegen von einer ambivalenten Wertung der Frau geprägt. Im Judentum drängen die Eliten von Priestern und Gelehrten die Frauen in nachexilischer Zeit in
den Hintergrund; die öffentliche Religion wird zu einer reinen Männerangelegenheit. Im Hinduismus
beobachten wir eine Entwicklung von der Gleichberechtigung der Frau in Gesellschaft und Ritus in vedischer Zeit bis hin zur Frauenfeindlichkeit von Manus Gesetzbuch.
Es läßt sich ferner feststellen, daß es Probleme mit der Gleichberechtigung der Frau in allen hier genannten Religionen gibt. Des weiteren können wir sagen, daß es die Androzentrik des Denkens und die patriarchalischen Strukturen innerhalb der jeweiligen Gesellschaften sind, welche zur Benachteiligung der Frau
führen. Das gilt auch noch dann, wenn einzelne religiöse Traditionen ihnen institutionell die Amtsfähigkeit zusprechen.
Dagegen finden wir in den Hl. Schriften durchaus Traditionen, welche uns einen Hinweis geben, wie das
Verhältnis zwischen Frau und Mann sein könnte. Wenn sich das aber in der jeweiligen Gesellschaft so
nicht entwickelt hat, führt das zu einer Anfrage an die Religion. Andererseits zeigt es uns, daß zwischen
Religion und sozio-kulturellem Kontext Interdependenzen bestehen. Es muß also auch eine Anfrage an
die Gesellschaft erfolgen, in welcher Macht, Einfluß und Werte als Interaktionsmedien(37) den Wandel
bewirken und damit auch einen solchen in den Religionsgemeinschaften. Androzentrik und Patriarchalismus sind folglich nicht nur Strukturen in der Kirche oder der Religion, sondern verweisen
stets auf die Gesamtgesellschaft, von der die Frauen gut die Hälfte ausmachen.
Selbst wenn Religion aus soziologischer Sicht nur ein Verweis auf eine letzte Wirklichkeit", auf
ein telisches System" ist, so steht sie dennoch nach Überzeugung des amerikanischen Soziologen
Talcott Parsons an der Spitze der Wertehierachie. Und darauf gründen auch die Möglichkeiten der
Religionen, mit ihren Entwürfen von Anthropologie der Instrumentalisierung des Menschen
entgegenzuwirken. Wenn wir dann mit Aloysius Pieris das Menschliche als ein Kontinuum ansehen,
auf dem die männlich-weibliche Dialektik angesiedelt ist,(38) wird es uns hoffentlich gelingen, die
Männer aus dem Kerker zu befreien, den sie sich selbst in Jahrtausenden erbaut haben.
Zum Abschluß sei auf den afro-brasilianischen Candomblé (etwa zu übersetzen mit Haus des
schwarzen Brauchtums") verwiesen, dem Millionen Katholiken in Brasilien angehören. Hier ist es
ganz selbstverständlich, wenn den vielen zigtausenden Terreiros oder Kultplätzen mehrheitlich
eine Priesterin, Ialorixá, oder Mutter des Heiligen", Mãe-de-santo, vorsteht. Denn Axé, die göttliche kosmische Kraft, ist weiblich, weshalb Frauen im besonderen Maße die Fähigkeit besitzen,
über Trance die Kommunikation mit den 0rixás - das sind die Personifikationen oder Emanationen
des höchsten Gottes 0lórun -, den verstorbenen Pretos velhos (Ahnen afrikanischer Herkunft) oder
Caboclos (Ahnen indianischer Herkunft) herzustellen. Mit der Inkorporation eines 0rixá in der
Trance hat die Filha-de-santo bzw. der Filho-de-santo (Tochter" bzw. Sohn des Heiligen") Teil am
Sein Gottes, empfängt einen Teil der uranfänglichen Substanz, durch die er mit allen Menschen der
Vergangenheit, seiner Nation" und seiner Familie verbunden wird.(39) Candomblé wie auch andere
afro-brasilianischen Religionen stellen einen Gegenentwurf zu der zutiefst vom Patriarchalismus
geprägten brasilianischen Gesellschaft dar - eine Art afrikanischer Absage an die Androzentrik des
Westens!
1. 1 Der Artikel ist die überarbeitete Fassung eines gleichnamigen Vortrages, der im Rahmen der Vortragsreihe Neue Rolle -
alter Glaube. Die Stellung der Frau in Gesellschaft und Religionen" im November 1995 an der Theologischen Fakultät
Paderborn gehalten wurde.
2. Siehe Claude Lévi-Strauss: Das wilde Denken, Frankfurt/Main: Suhrkamp, 91994 (Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 14); die französische 0riginalausgabe La pensée sauvage erschien 1962 in Paris.
3. Vgl. ebd., 293.
4. 4 Ebd., 297.
5. 5 Vgl. Carmen Bernabé Ubieta: Biblia y Feminismo. In: Estudios Bíblicos 46 (1988) 97.
6. 6 In diesem Zusammenhang ist insbesondere Elizabeth Schüssler Fiorenza anzuführen: In Memory of Her. A Feminist
Reconstruction of Christian 0rigins. New York, 1983.
7. 7 Wie wohl kein anderer hat der amerikanische Soziologe Talcott Parsons die hier anzutreffende Vielfalt von Interdependenzen analysiert (vgl. z.B. Action Theory and the Human Condition. New York; London,1978).
8. 8 Siehe zuletzt Tilde BINGER: Ashera in Israel. In: Scandinavian Journal of the 0ld Testament 9 (1995) 3-18.
9. 9 Vgl. Heinz-Jürgen Loth: Frau im Judentum. In: Michael Klöcker; Monika Tworuschka (Hrsg.): Frau in den Religionen. Weimar; Jena, 13.
10. 10 Siehe Heinz-Jürgen Loth: Judentum. In: Udo Tworuschka (Hrsg.): Heilige Stätten. Darmstadt, 1994, 60-62.
11. 11 Dagegen hat jüngst Lieve Teugels darauf hingewiesen, daß in einigen rabbinischen Quellen Rebekka die einzige Frau
ist, mit der Gott direkt sprach (A Matriarchal Cycle? The Portrayal of Isaac in Genesis in the Light of the Presentation of
Rebekah. In: Bijdragen 56 [1995] 66).
12. 12 Loth (s. Anm. 9), 18f.
13. 13 Als der zum Gelehrten avanzierte Rabbi Akiba nach 12jähriger Abwesenheit nach Hause zurückkehrt, wollen seine
Schüler seine Ehefrau Rachel bat Kalba Sabua, die große Entbehrungen während seiner Ausbildung auf sich genommen
hatte, daran hindern, ihn zu begrüßen. Zu seiner Ehre sei gesagt, daß er sich darüber hinwegsetzt:Laßt sie! Was ich bin
und ihr geworden seid, wir verdanken es ihr!" (bKetubbot 62b-63; bNedarim 50a).
14. 14 Nach Mischna Kidduschin IV, 12 durfte ein Mann nicht zusammen mit zwei Frauen unter einem Dach weilen - es sei
denn, eine von ihnen ist seine Ehefrau.
15. 15 Vgl. Annegret Freund: Frau im Protestantismus. In: Klöcker; Tworuschka (s. Anm. 9), 101.
16. 16 Ein umfassender Überblick findet sich bei Monika Tworuschka: Frau im Islam. In: Klöcker; Dies. (s. Anm. 9), 121-147.
17. 17 Im Alten 0rient wurden bereits unerwünschte Kinder ausgesetzt und Hunden zum Fraß überlassen, vgl. Heinz-Jürgen
Loth: Hund. In: Reallexikon für Antike und Christentum. Stuttgart, 1994, Bd. 16, 775.
18. 18 Zit. bei Muhammad Marf al-Dawlb: Une mission toujours prioritaire: émanciper la femme. In: A. Bouhdiba;
Ders. (Hrsg.):Les différents Aspects de la Culture islamique. L'Individu et la Société enIslam. Paris, 1994, 192.
19. 19 Vgl. bGittin 90b, wonach derjenige, der die Frau seiner Jugend verstößt, von Gott gehaßt wird.
20. 20 Übersetzung nach Dieter Ferchl (Hrsg.): Sahh al-Buhr: Nachrichten von Taten und Aussprüchen des Propheten Muhammad. (Reclam Universal Bibliothek 4208). Stuttgart, 1991, 349.
21. 21 Zu diesem Fragenkreis siehe Fatema Mernissi: Der politische Harem: Mohammed und die Frauen. Frankfurt/Main, 1989,
205-214.
22. 22 Zur Beschreibung siehe Jan Gonda: Die Religionen Indiens I. Veda und älterer Hinduismus, 2., überarb. u. erg. Aufl. (Die
Religionen der Menschheit 11). Stuttgart u.a. 1978, 161f.
23. 23 Siehe ebd., 168-172.
24. 24 Vgl. Madhu Shastri: Status of Hindu Women. A Study of Legislative Trends and Judicial Behaviour. Jaipur,1990, 353.
25. 25 Vgl. ebd., 22.
26. 26 Vgl. ebd., 24f.
27. 27 Vgl. Klaus Fischer: Erotik und Askese in Kult und Kunst der Inder (DuMont-Taschenbücher 81). Köln,1979, 35.
28. 28 Smriti (Erinnerung") steht für die orthodoxe Tradition, während die Veden als Shruti (Hören") die uranfängliche 0ffenbarung
verkörpern.
29. 29 Textbeläge bei Carl-A. Keller: Die Frau im Hinduismus. In: Klöcker; Tworuschka (s. Anm. 9), 184-187; Mariasusai
Dhavamony: The Position of Women in Hindu Society. In: Missionalia 40 (1991) 210f.
30. 30 Vgl. Diana Y. Paul: Die Frau im Buddhismus. Das Bild des Weiblichen in Geschichten und Legenden. Hamburg, 1981, 25.
31. 31 So Paul, ebd., 27.
32. 32 Siehe Heinz-Jürgen Loth: Christentum und Buddhismus. In: Der Evangelische Erzieher 38 (1986) 480f.
33. 33 Zu den Erschwernissen für die Nonnen siehe Peter Gerlitz: Frau im Buddhismus. In: Klöcker; Tworuschka (s.
Anm. 9), 158f.
34. 34 Mahparinibbna-sutta (= Digha-Nikya 16), leicht zugänglich bei Paul Dahlke (Hrsg.): Buddha: die Lehre des Erhabenen.
Aus dem Palikanon ausgewählt und übertragen (Goldmann TB 622/623). München, 1960, 103-105. Diesen Hinweis verdanke
ich Frau Rotraut Wurst, der deutschen Repräsentantin von Sakyadhita International.
35. 35 Zur Entstehung siehe Margareta von Borsig (Hrsg.): Sra von der Lotosblume des wunderbaren Gesetzes. Nach dem
chinesischen Text von Kumrajva ins Deutsche übersetzt und eingeleitet. Darmstadt, 1993, 17f.
36. 36 von Borsig, ebd., 412.
37. Siehe Talcott Parsons: Zur Theorie der sozialen Interaktionsmedien. Hrsg. u. eingeleitet von Stefan Jensen (Studienbücher zur Sozialwissenschaft 39). 0pladen,1980.
38. 38 Feuer und Wasser. Frau, Gesellschaft, Spiritualität in Buddhismus und Christentum (Theologie der Dritten Welt 19). Freiburg
u.a. 1994, 186-188.
39. 39 Siehe Heinz-Jürgen Loth: Umbanda und Candomblé. In: Monika u. Udo Tworuschka (Hrsg.): Bertelsmann Handbuch
Religionen der Welt. Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart. Gütersloh; München, 1992, 398f.