„Ihn kennt der Dank“[1]
Eucharistie und Danken
Alltäglicher Daseinsvollzug und Glaubensgeheimnis
Abschiedsvorlesung
am 2. Juli 1997 in Paderborn
von
Leo Langemeyer
Kurzinhalt - Summary:
Das Danken gehört zu den urtümlichen Daseinsvollzügen.
Die wichtigsten Güter, auch die eigene Existenz, kann der Mensch nicht
erzwingen, sondern sie sind verdankt. In seinen elementaren Lebensäußerungen
weiß sich der Dankende abhängig von geschenkter Nähe. Schenken und Danken
stehen in einem Bedingungsverhältnis, da erst im Danken die Seele des
Beschenkten erreicht und die Gabe zum Geschenk verwandelt wird. Danken ist
Ausdruck eines freien Lebensaustausches. Dieser vollzieht sich in besonderer
Weise zwischen Christus und den Glaubenden in der Feier der Eucharistie.
Giving thanks is one of the original manifestations of
human existence. The most important goods, one's own life included, cannot be
compelled, but everybody owes them to someone else. Whoever expresses gratitude
recognizes that he or she is elementarily dependent on nearness as a gift.
Giving and thanking are deeply related to each other, for it is thanking that
gets hold of the recipient's soul thereby changing the thing given into a gift.
Giving thanks, therefore, is the expression of free interchange of life. In a
special way such an intercourse - between Christ and the faithful - takes place
in the Holy Eucharist.
Sehr geehrter Herr Erzbischof, meine Damen und Herren.
1. Einleitung
Diese Abschiedsvorlesung fällt auf einen sehr
volkstümlichen Festtag. Wir feiern heute Mariä Heimsuchung. Das trifft sich
gut, da das Fest etwas mit unserem Thema zu tun hat. Wie kann die schöne,
menschliche Erzählung: Maria geht zu Elisabeth, die weder in der Exegese, noch
in der Theologie eine größere Bedeutung hat, Inhalt eines Festes sein, an dem z. B. die Wallfahrtszeit beginnt?
Zwei miteinander vertraute schwangere Frauen verbringen drei Monate zusammen. Schwangerschaft,
freundschaftliches Zusammensein, sehr Menschliches erzählt die Geschichte und
darin, wenn ich es einmal von der späteren Glaubensentwicklung her sehe, die
Menschwerdung Gottes. Christus ist der Bruder des Kindes im Mutterschoß.
Vitalmenschliches und ein Glaubensgeheimnis fließen in dieser Geschichte
zusammen und deuten sich gegenseitig. Im Grundkurs habe ich versucht,
Glaubensinhalte von ganz unmittelbaren mitmenschlichen Beziehungen her verständlich
zu machen und umgekehrt das sehr Menschliche von den Glaubensinhalten her neu
zu sehen. Ein so volkstümliches Fest hat sicher zu dieser Methode wesentlich
beigetragen. Intensives existentielles Leben und Verstehen des Glaubens hängen
sehr eng zusammen. Ich möchte das heute an dem Thema: menschliches Danken und
die Feier der Eucharistie aufweisen. Das kann ich im folgenden nur schlaglichtartig,
fast mehr in Stichpunkten tun. Einige wesentliche Merkmale des menschlichen
Dankens, die ich ohne strenge Systematik aufreihe, sollen Inhalte der Messe
existentiell verständlich machen.
2. Lebensaustausch, Verdanken des Lebens
Danken gehört zum Zusammenleben der Menschen. Einer lebt
vom anderen, und die angemessene Antwort darauf ist die Anerkennung in Tat und
Gesinnung. Im Unterschied zu anderen Formen des Waren- und Lebensaustausches
hat der von Geschenk und Dank ein wesentliches Merkmal: Es geht nicht um das
gerechte Gesetz: Leistung gegen Leistung, sondern um ein freiwilliges Geben
und Empfangen. Deswegen gehört notwendig die Gesinnung, das Innere oder auch
die Seele, dazu.[2] Dank gilt immer einer Person, er hat nur Sinn in einem
Ich-Du-Verhältnis.[3]
Freiwilligkeit bedeutet aber nicht, daß es bei diesem
Lebensaustausch um etwas Belangloses geht. Das Paradoxe besteht darin, daß es
Dinge gibt, wie Liebe, Nähe, geistige Prägung, die zum Leben unbedingt
notwendig sind, die man aber nicht von einem anderen einfordern, sondern nur
als Geschenk empfangen kann.[4]
Die Feier der Eucharistie ist eine Art Lebensaustausch.
Gott schenkt sich durch Christus dem Menschen, und der Mensch antwortet
dankend durch Christus und schenkt sich Gott. Gott wird Mensch, damit der
Mensch vergöttlicht werde. Brot und Wein und das Symbol des Lammes machen
offenbar, daß diese innigste Vereinigung mit Gott in den tiefsten Schichten des
Daseins wurzelt und die Wirklichkeit: Leben lebt vom Leben verwandelt und zur
höchsten Vollendung führt.
Der Dank wird grundlegend, umfassend und die ganze
Existenz bestimmend, wenn einer dem anderen das Leben verdankt, wie das Kind
der Mutter, das Geschöpf dem Schöpfer, ein Verunglückter dem, der unter
Einsatz des eigenen Lebens ihn gerettet hat[5], oder wenn einer dem anderen ganz Wesentliches des
Lebens verdankt z. B. Liebe, geistige Prägung.
Die Dankbarkeit wurzelt auf dieser Ebene einerseits
weithin in natürlichen Lebensverhältnissen, die noch vor den bewußten,
sittlichen Entscheidungen liegen - im vorsprachlichen Verhältnis zwischen
Mutter und Kind - und rührt andererseits an den religiösen Bereich.[6]
Manchmal wird Dank zu einem Fest. Dann unterbricht er den
Alltag, schaut erinnernd auf das Leben, faßt viele Ereignisse deutend zu einer
größeren Einheit zusammen, ohne daß das einzelne seine Bedeutung verliert und
spricht sie in einem Brief, in Poesie, in einem Hymnus oder Gebet, in der Messe
im Eucharistischen Hochgebet, aus. An solchem Dank erklärt Friedrich Hölderlin
in einem Aufsatz über die Religion, was Religion ist.[7]
Vielleicht haben Dankhymnen ihren ursprünglichen Ort im
Ritus und wurzeln in einer sehr frühen vorsprachlichen Schicht. „Sie verkünden
und verherrlichen die große Gottestat, die man als die religiöse Substanz der
rituellen Erfahrung erkennt. Wahrscheinlich ist jede nicht unmittelbar rituelle
Form des Lobpreises nur eine Ausweitung dieser Urverkündigung, die den Ritus
nicht nur begleitet, sondern mit ihm die vollkommene Einheit bildet.“[8]
Versuchen wir nun einige Wesensmerkmale des Dankens, das
über die alltägliche Form des menschlichen Zusammenlebens hinausgeht, zu
beschreiben, um von da aus Inhalte des Eucharistischen Hochgebetes
verständlich zu machen.
3. Staunen
Wer dankt, sieht die schönen Dinge, die ihm begegnen und
geschenkt werden und nimmt sie nicht für selbstverständlich.[9] Insofern hat Danken sehr viel mit dem Staunen gemeinsam.[10] Wem habe ich es zu danken, daß mir das geschenkt wird?
Um zu staunen, bedarf es einer Empfindsamkeit und Wachheit. Dabei bedingen sich
das begegnende Schöne und das Staunen oder Danken gegenseitig. Fast wie in
einem Zirkel von Widerfahren und Schauen gehört das Danken zum Schönen hinzu,
da es erst hier wahrgenommen wird und
das Innere, die Seele, trifft. Ohne Danken erreichen Geschenk und Gnade nicht
ihr Ziel: Sie bleiben äußerlich und werden nicht wirklich empfangen. Wer nicht
dankt, dessen Augen werden auf Dauer blind für die guten Dinge, die ihm
begegnen.[11] Das griechische Wort Charis enthält beide Seiten dieses
wechselseitigen Bedingungsverhältnisses, nämlich Gnade einerseits und Dank
andererseits. Charis bezeichnet auch den Glanz des Lebensaustausches von
Schenken und Danken. Wenn das Wort Anmut
auch heute veraltet scheint, möchte ich doch aus Goethes Faust zitieren.
Er läßt im 1. Akt des 2. Teils die Grazien sagen: „‘Anmut bringen wir ins
Leben; leget Anmut in das Geben! Leget Anmut ins Empfangen! Lieblich ist’s,
den Wunsch erlangen. Und in stiller Tage Schranken höchst anmutig sei das Danken’.“[12]
Ist das Danken für den Menschen so grundlegend, daß er
ohne es die Augen für das Schöne der Dinge verliert, dann scheinen Sonntag,
Festtage und Dankfeiern wie Eucharistie unverzichtbar zu sein. Hier hat der
Mensch Zeit, sich über die Lasten des Alltags zu erheben, um des Schönen nachdenkend,
dankend innezuwerden. Ohne solche Zeiten droht er zu einem homo faber zu
entarten.[13] Romano Guardini spricht von der Notwendigkeit, das Danken
zu lernen.[14]
Wird Dankbarkeit zu einer Haltung dem ganzen Leben
gegenüber, dann geht sie über das Staunen hinaus, denn zu ihr gehört ein
grundsätzliches Ja zur ganzen Existenz, ein Vertrauen in die Güte und letzte
Schönheit des Daseins. Erinnern wir uns des Wortes Charis, das auch Anmut
bedeutet.[15]
Doch dem steht das Grauen in der Welt entgegen. Reinhold
Schneider zitiert in „Winter in Wien“ ein Lob- und Dankgedicht von Albrecht von
Haller:
„‘Genug, es ist ein Gott, es ruft es die Natur,
Der ganze Bau der Welt zeigt seiner Hände Spur’ [Albrecht
von Haller]“
und sagt dann dazu: „Wie schwer ist es geworden, diesen
ehrwürdigen Naivitäten beizupflichten!“[16]
Soll die Dankbarkeit als Grundhaltung all dem Grauen zum
Trotz bestehen, dann müssen die Erfahrungen der Schönheit so mächtig sein, daß
sie in aller Finsternis wenigstens als lebendige Erinnerung bleiben.[17] Das dankende Gedächtnis wäre demnach gerade in Notzeiten
besonders wichtig, wie wir es an vielen Klagepsalmen sehen. Sie enthalten sehr
oft einen Dank für die vergangene Geschichte Gottes mit den Menschen. Doch
davon später.
Bei einem grundsätzlichen Ja zum Dasein müßte es sogar
möglich sein, selbst für das Leid zu danken, weil dadurch Gutes geworden ist
oder weil Gott auf für uns unbegreifliche Weise fähig ist, durch das Grauen zum
Heil zu führen und die Wunden zu verklären. Gerade das tun wir im Eucharistischen
Hochgebet: Wir danken für das Kreuz Christi, obwohl wir eigentlich angesichts
der Grausamkeit dieser Hinrichtungsart vor Entsetzen erstarren müßten.[18] Sehr behutsam deutet Romano Guardini den Dank für das
Leid an.[19] Otto Friedrich Bollnow verbindet Hoffnung und Dankbarkeit,
sagt aber, Dankbarkeit enthalte schon einen Vorgeschmack der erfüllten Hoffnung.[20] Sehr radikal fordert Basilius von Caesarea in einer
Predigt über das Danken den Dank im Leid. In ganz ungewöhnlicher, ergreifender
und kaum noch nachvollziehbarer Weise lebt in äußerstem Leid und innerer
Verlassenheit die gelähmte Mystikerin Margareta von Magdeburg aus dem 13. Jh.
den Dank an Gott. Der in den Himmel aufragende Kreuzesbalken ist für sie ein
Symbol des Dankes und Lobes Gottes.[21]
Auf der anderen Seite können Reichtum, Überfluß und
Verwöhntsein das Danken verhindern, denn alles Gute und Schöne wird
selbstverständlich, und die Augen werden blind, es noch wahrzunehmen. Dank
bedingt wohl auch ein Armsein-im-Geist, ein Hungern und Dürsten. Wie sehr Armut
und Einfachheit die Augen für die Schönheit einer Landschaft öffnen, schildert
Albert Camus, der in einem Franziskanerkloster das Geheimnis der Mönche
kennenlernen will. “Ich sitze am Boden und denke an die Franziskaner, deren
Zellen ich eben besucht habe und deren Inspirationsquelle ich jetzt betrachte,
und wenn sie recht haben, das fühle ich deutlich, haben sie auf die gleiche
Weise recht wie ich. Ich weiß, daß hinter der Mauer, an die ich mich lehne, der
Hügel liegt, der sich zur Stadt hinunterschwingt, und hingebreitet ganz Florenz
mit seinen Zypressen. Aber diese Pracht der Welt ist gleichsam die
Rechtfertigung jener Männer. Ich setze meinen ganzen Stolz darein, zu glauben,
daß auch ich und alle Menschen meines Schlages dadurch gerechtfertigt werden -
alle, die wissen, daß eine äußerste Grenze der Armut sich stets mit dem Luxus
und dem Reichtum der Welt trifft. Sie entäußern sich um eines erhabeneren
Lebens willen (nicht um eines anderen Lebens willen). Das ist der einzige Sinn,
den ich dem Wort ‘Entblößung’ zu geben bereit bin. ‘Bloß sein’ bewahrt stets
einen Anhauch von körperlicher Freiheit, und diese Übereinstimmung zwischen
der Hand und den Blumen, dieses liebende Einverständnis zwischen Erde und allen
vom Menschlichen befreiten Menschen - dazu würde ich mich wahrhaftig gern
bekehren, wenn es nicht schon meine Religion wäre.“[22] Von dieser Einsicht her lassen sich vielleicht Gebote
der Nüchternheit oder kultischen Reinheit (geschlechtliche Enthaltsamkeit) im
Zusammenhang mit der Feier der Eucharistie verstehen.
4. Sich verdanken
Der Dankende weiß sich in seinem ganzen Leben abhängig.
Seine eigenen Taten, sein eigenes Wollen, seine Freiheit sind ihm nur als
Beschenktem möglich. Man möchte meinen, das Bitten gehe dem Danken voraus.[23] Auf einer vordergründigen Ebene dürfte das auch
selbstverständlich sein.
Doch in vielen Psalmen und Klagegebeten des AT wie auch
im Hochgebet der Messe geht das Danken dem Bitten und Klagen voraus, als wenn
dieses ohne den Dank, ohne beschenkt worden zu sein, nicht möglich wäre. Wie
hätte sich Ijob sonst in seinem Hadern mit Gott ohne ein Erinnern an
vergangenes Gutes gerade an ihn wenden können?
Theologisch ist das eindeutig: Kein Mensch kann ohne
Gnade vor Gott etwas tun, auch nicht bitten. Joseph Ratzinger spricht vom
Primat des Empfangens vor allem Tun.[24] Das gilt aber nicht nur theologisch. In seinen
elementarsten Lebensäußerungen hängt der Mensch von geschenkter Nähe ab. Ich
war einmal bei Ordensschwestern, die ausgesetzte Kinder, die irgendwo gefunden
werden, aufnehmen. Manchmal sitzen diese ganz apathisch da, und die Schwestern
sind froh, wenn ein Kind nach vieler geduldiger Annäherung plötzlich zu
schreien beginnt. Allein, sprechen zu können und nicht zu verstummen, ist schon
Gnade. Wenn wir uns das bewußt machen, dann wissen wir: Wir können nur dankend
bitten. Wir wissen dann auch: Glauben und Vertrauen werden in uns geweckt, vom
Schönen, Guten und vor allem von der Liebe, die uns widerfährt. Innerlich
betroffen zu werden und auf den Schenkenden zurückzuschauen, ist der Kern des
Dankens. Deswegen muß, so möchte ich fast sagen, Gottesdienst im Kern
Eucharistie sein. Vielleicht muß jemand die Finsternis des Lebens so erfahren
haben wie Reinhold Schneider, um zu erkennen, daß jeder Lebensregung, vor allem
jeder religiösen Sehnsucht, das Widerfahrnis von Schönheit vorhergeht. [25]
Gleichsam als Nachtrag möchte ich hier anfügen: Für den
späten Martin Heidegger ist auch das Denken nicht in erster Linie ein Akt, der
vom Subjekt ausgeht, nicht das Subjekt „erzeugt das Sein“, sondern es selbst
empfängt das Denken im Danken.
Seyn - ein Erzeugnis des Denkens?
Denken ist stets Ereignung des Seyns
Lernt erst danken -
Und ihr könnt denken
Nichts ist umsonst
Alles ist einzig[26]
Das Wort Denken ist wortgeschichtlich ursprünglich das
Faktitiv zu dünken und bedeutet „machen, daß etwas einleuchtet“[27]. Das Wort Dank ist Verbalnomen zu Denken.
Die völlige Abhängigkeit von einem Mächtigeren reizt
nahezu, sich dagegen zu empören. Selbständigwerden zwingt den Abhängigen fast
dazu, sich vom Schenkenden abzusetzen. Das Verhältnis: Schenken und Danken
wird oft mißbraucht, um abhängig zu machen. Das gilt auch für das Verhältnis zu
Gott. So scheinen, damit der Mensch selbständig und frei wird, von Zeit zu Zeit
Empörung und Auflehnung notzutun, um auf einer höheren Ebene zum freien Dank
zurückzufinden.[28] Das ist einer unter vielen Gründen, weswegen ältere Menschen
besonders zum Dank neigen. „Je älter man wird, um so mehr wächst in einem die
Neigung, zu danken. Vor allem nach oben. Das Leben wird ja nun, so stark wie es
nie zuvor möglich gewesen wäre, als eine unentgeltliche Gabe empfunden, und gar
jede restlos gute Stunde nimmt man, wie ein überraschendes Geschenk, mit
ausgestreckten dankbaren Händen entgegen.“[29]
Im Eucharistischen Hochgebet finden wir bei aller
Betonung des Dankes und der Gnade ein wechselseitiges Verhältnis des Menschen
zu Gott. In ihm gibt es nicht nur Dank und Bitte, sondern auch die freie
Antwort des Menschen, die Teilnahme an der Hingabe Christi. Das größte Geschenk
ist vielleicht gar nicht, nur geliebt zu werden, sondern auch antwortend lieben
und sich im Opfer hingeben zu dürfen.
5. Bekenntnis zum Du
Das Danken unterscheidet sich nach Eugen Biser vom
Staunen und setzt auch tiefer an als dieses, weil es sich an ein Du richtet.
„Denn Danken ist früher und tiefer als Staunen. Staunend
gewahren wir, betroffen und verwundert, daß Seiendes ist und nicht nichts. Dem
Dankenden aber wird klar, daß seine Wesenssehnsucht nicht leer ausgeht, daß
ihr vielmehr in allem, was ihm begegnet, etwas entgegenkommt und ent-spricht.
Er fühlt sich von der Wirklichkeit nicht nur - wie der Staunende - betroffen,
sondern ‘angesprochen’ und gemeint. So ist er darauf gefaßt, vom anderen das
Ursignal liebender Zuwendung, das Wort, zu empfangen und angesprochen zu
werden.“[30]
Im Hebräischen bedeutet nach Martin Buber danken, sich zu
jemand bekennen. „Wer dankt, bekennt sich zum Bedankten, der will sich jetzt
und fortan zu ihm bekennen. Das schließt natürlich das Gedenken ein, aber es
ist mehr als das.“[31]
Unmittelbar verdanken wir das Leben einer Person, der
Mutter. Deswegen scheint das Danken, das Bekenntnis zum Du, solange es ein Ja
zu diesem Leben gibt, einer der ursprünglichsten Lebensvollzüge zu sein. Der
umfassende Dank für die Welt, für den geliebten Menschen, der uns begegnet,
kann sich nicht mehr an einen Menschen richten. Otto Friedrich Bollnow spricht
von der gegenstandslosen Dankbarkeit, die das ganze Dasein durchstimmt.
Bezögen wir den Dank auf Gott, dann würden wir ihn dem der Menschen anpassen
und dadurch verfälschen.[32] Otto Friedrich Bollnow scheint sich hier Marin Heidegger
anzuschließen, der in einem schönen Gedicht an seinen sterbenden Freund Erhart
Kästner diesen Gedanken aussagt.
Stiftender ...
Stiftender als Dichten
gründender auch
als Denken
bleibet der
Dank.
Die zu danken vermögen,
bringt er
zurück vor
die Gegenwart des Unzugangbaren,
der wir Sterbliche
anfänglich ge-eignet sind
Erhart Kästner grüßend Martin Heidegger.[33]
Nach Martin Heidegger gründet, wie wir gehört haben, das
Denken im Danken. Wohl von ihm angeregt deutet Heinrich Schlier die Stelle des
Römerbriefes 1,21: „Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt
und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit“. Es ist
nicht so, schreibt er, daß zuerst eine gedankliche Gotteserkenntnis bestünde
und dann der Dank folgen müßte, sondern so, „ ... daß sich die Erkenntnis
Gottes in der Erkenntlichkeit des Geschöpfes vollzieht.“[34] Im Danken erkennt der Mensch Gott, daraus entwickelt
sich dann die mehr gedankliche Erkenntnis. Das Wort Gott bedeutet ursprünglich:
der Angerufene, und in unserem unwillkürlichen Ausruf, ob in Freud oder Leid,
„o Gott“, bestätigen wir das. Ist das so, dann kommt dem Danken und mit ihm dem
Eucharistischen Hochgebet für das Verhältnis zu Gott und die Gotteserkenntnis
eine herausragende Bedeutung zu. Vielleicht werden manche Menschen weniger
fähig sein, für die Natur, die ihnen zu selbstverständlich und naturgesetzlich
vorkommt[35], zu danken. Anders wird es sein, wenn wir auf große
Menschen, z. B. Märtyrer schauen, die ihr Leben für wichtige Dinge preisgegeben
haben. Im Johannesevangelium ist Jesu Hingabe am Kreuz vielleicht das
Zeugnis für Gott und die Gottessohnschaft Jesu. In der alten Kirche sind die
Märtyrer die Zeugen schlechthin. In der Mitte des Hochgebetes steht der Dank
für Christus, der sich hingegeben hat. Hans Urs v. Balthasar schreibt das
Buch: Glaubhaft ist nur Liebe.[36] Balduin Schwarz fragt in seinem Aufsatz über die
Dankbarkeit, ob der Dank an Gott nur eine Übertragung des frühkindlichen
Verhältnisses zur Mutter auf die Welt sei[37], meint aber, eine solche Sicht werde der für das
menschliche Reifen so wichtigen Grundhaltung der Dankbarkeit nicht gerecht und
kommt zu dem Ergebnis: „Für den dankbaren Menschen ist im Erlebnis des Dankens
ein Zugang zur absoluten Person gegeben. Es handelt sich hier nicht um einen
formalen ‘Beweis’ der Existenz Gottes, sondern um einen Akt des lebendigen
Vollziehens der Beziehung zu Gott. Wie wir im Danken den anderen Menschen
berühren, so gilt für die Berührung Gottes im Dankgebet das herrliche Wort
Hölderlins ‘Ihn kennt der Dank’.“[38]
Wenn Gott fern scheint, rührt der Dank an dieses Nichts.
Ist es wirklich ein Nichts oder ist es ein Schleier, der das unendliche Licht verbirgt?[39] Es gibt ein Beten im Zweifel oder ein Beten ohne
ausdrücklichen Glauben.
Der Dank an Gott steht vielleicht auf seinem höchsten
Gipfel, wenn wir ihm nicht mehr für dieses oder jenes danken, sondern mit dem
Gloria der Messe für sein Dasein selbst: Wir rühmen dich und danken dir, denn
groß ist deine Herrlichkeit.[40]
Auf wunderbare Weise beschreibt Martin Buber einen
solchen Dank einem Menschen gegenüber: „Sodann verlangt es einen Mal um Mal,
seinem Mitmenschen zu danken, selbst wenn er nichts Besonderes für einen getan
hat. Wofür denn? Dafür, daß er mir, wenn er mir begegnete, wirklich begegnete,
wirklich begegnet ist; daß er die Augen auftat und mich mit keinem anderen
verwechselte; daß er die Ohren auftat und zuverlässig vernahm, was ich ihm zu
sagen hatte; ja, daß er das auftat, was ich recht eigentlich anredete, das
wohlverschlossene Herz.“[41]
Gelegentlich schenken sich Menschen, die sich nahestehen,
etwas sehr Kostbares, „Überflüssiges“. Das erinnert an die völlig
ungeschuldete Gnade der Vereinigung mit Christus in der Eucharistie, die wir
in kostbaren Kultgeräten und Kirchen versinnbilden. Joseph Ratzinger weist auf
den Überfluß bei der Hochzeit zu Kana und bei der wunderbaren Brotvermehrung
hin und sagt: Christus ist die unendliche Selbstverschwendung Gottes.[42] Das Reich Gottes ist mit einer Perle oder dem Schatz im
Acker zu vergleichen.
6. Erinnern - Vergegenwärtigen
Danken ist Gedächtnis. Dankhymnen und -reden erzählen
Geschichte. Dieses dankende Erinnern birgt eine große vergegenwärtigende Kraft
in sich. Es macht die in der Vergangenheit erhaltenen Güter fruchtbar für das
jetzige Leben.
Anthony de Mello schlägt in seinem Buch: „Meditieren mit
Leib und Seele“ folgende Gebetsübung vor. Er empfiehlt, ein Ereignis, bei dem
mir große Freude, Liebe widerfahren ist, ins Gedächtnis zu rufen, bis in die
Einzelheiten hinein. Es geht darum, sich in der Phantasie das Geschehnis
plastisch auszumalen. Denn die Phantasie hat die Fähigkeit, mit dem
Erinnerungsbild auch die Gefühle und Kräfte, die beim Ereignis mir geschenkt
wurden, wieder zu vergegenwärtigen und für das Leben fruchtbar zu machen.
Anthony de Mello schreibt: „Welche spirituelle Bedeutung
hat eine solche Übung? Zunächst einmal bricht sie den Widerstand, den die
meisten Menschen gegenüber Liebe und Freude empfinden. Sie erhöht die
Fähigkeit, Liebe und Freude zu empfangen, folglich auch ihre Fähigkeit, Gott zu
erfahren und ihre Herzen für seine Liebe und für die Glückseligkeit zu öffnen,
welche die Erfahrung Gottes mit sich bringt.“[43]
Wir Menschen feiern den Beginn entscheidender Wege, so
die Eheschließung oder die Priesterweihe. Die Erinnerung an die erste
Begeisterung gibt, wie alle Sternstunden des Lebens, Mut, in schwierigen
Situationen durchzustehen. Ist aber alles gescheitert, dann hilft das
Gedächtnis des schönen Beginns, neu anzufangen und umzukehren. So erinnert Gott,
da er Israel seine Schuld vergeben will, durch den Propheten Ezechiel an diese
erste Liebe (Ez 16; Hos 2,16-25).
Das dankende Totengedächtnis vergegenwärtigt die Kraft
dessen, was der Verstorbene vollbracht hat. Martin Heidegger schreibt in einer
Dankrede auf Fridolin Wiplinger:
„Für seine Nächsten und die Freunde brachte der jähe
Abschied einen kaum verwindbaren Schmerz.
Indes-langsam wandelt und mildert der Schmerz sich zum
Dank an den Abgeschiedenen.
Die ins Danken gelangen, erfahren die geheimnisvolle
Kraft der Vergegenwärtigung, die der Dank in sich birgt.“[44]
Wie wir oben schon einmal gesagt haben, beginnen viele
Klage- und Bittpsalmen mit einem Dank oder erinnern bei der verzweifelten Klage
an Wohltaten Gottes in der Vergangenheit. Sehr deutlich wird das, um nur ein
Beispiel herauszugreifen, im Psalm 22 „Gott, mein Gott, warum hast du mich
verlassen...?“. Im äußersten Ruf der Verzweiflung erinnert sich der Beter an die
Mutter, bevor er in der Klage vertrauensvoll bittet:
„Du bist es, der mich aus dem Schoß meiner Mutter zog,
mich barg an der Brust meiner Mutter.
Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib
an bist du mein Gott.
Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe, und niemand
ist da, der mir hilft“ (Ps 22,10-12).
Es ist, als wollte der Beter in äußerster Not die
Geborgenheit bei der Mutter als Gottesgeschenk erinnernd vergegenwärtigen, um
aus dieser Kraft neu zu hoffen. Ein lautes Rufen nach der Mutter wird von
vielen Soldaten im Krieg berichtet. Das berühmte Bild der Stalingradmadonna
verbindet diese bergende Erinnerung mit dem Glaubensgeheimnis der Menschwerdung
Gottes. Ein Gedicht von Paul Celan drückt diese Kraft aus:
DER REISEKAMERAD
Deiner Mutter Seele schwebt voraus.
Deiner Mutter Seele hilft die Nacht umschiffen, Riff um
Riff.
Deiner Mutter Seele peitscht die Haie vor dir her.
Dieses Wort ist deiner Mutter Mündel.
Deiner Mutter Mündel teilt dein Lager, Stein um Stein.
Deiner Mutter Mündel bückt sich nach der Krume Lichts.[45]
Es soll hier nicht erörtert werden, welches Sein das
Erinnerte hat. Sicher hat aber das vergegenwärtigende Erinnern im Menschen
gewirkt, zu ahnen, zu glauben und hoffen, daß Verstorbene vielleicht ewig
leben und daß Vergangenes Ewiges an sich hat und deswegen gegenwärtig sein
oder vergegenwärtigt werden kann. Wenn Menschen aber im Gebet, im Lesen der
Schrift und vor allem im Kult nicht nur sich erinnern, sondern Gott erinnern
und Gott sich selber erinnert, dann ist das Vergangene nicht einfach vorbei,
sondern wirkmächtig gegenwärtig. Heinz-Josef Fabry schreibt in seinem Aufsatz:
„‘Gedenken’ im Alten Testament“:
„Die Einholung der geschichtlichen Vergangenheit wie auch
der eschatologischen Zukunft in die heilsgeschichtliche Gegenwart geschieht
wesentlich durch das ‘gedenken’.“[46] Dieses Gedenken geschieht nicht ausschließlich, aber
besonders im Kult.[47]
Nur ein eindrucksvoller Beleg für den jüdischen
Gottesdienst soll hier noch folgen: „‘Gedenken’ bedeutet für Israel aber nicht
nur Erinnerung an ein längst vergangenes Ereignis, sondern auch ‘herbeirufen’,
Vergegenwärtigung jenes Heilsgeschehens, wie das der Mischna-Traktat Pesachim X
5bc unnachahmlich ausgedrückt hat: ‘In jedem Zeitalter ist ein jeder
verpflichtet, sich so zu betrachten, als wäre er selber aus Ägypten gezogen.
... Darum obliegt uns die Pflicht zu danken, zu preisen, zu loben ... den, der
an uns und unseren Vätern all diese Wunder gewirkt hat. Er hat uns aus der
Knechtschaft in die Freiheit geführt, aus der Trübsal in die Freude, aus der
Trauer in die Feststimmung, aus der Finsternis in das große Licht und aus der
Sklaverei in die Erlösung. So wollen wir vor ihm sprechen: Halleluja’.“[48]
Die Feier der Eucharistie als heilwirkende Vergegenwärtigung
des Kreuzesopfers steht in dieser Tradition.[49]
7. Verwandeln
Josef Pascher zitiert in seinem Buch „Eucharistia.
Gestalt und Vollzug“ einen viel erörterten Text aus der Apologie des Justin:
„‘Wir sind belehrt worden, daß die durch das Gebet um den Logos, der von ihm
ausgeht, eucharistierte Speise ... jenes fleischgewordenen Jesus Fleisch und Blut
sei’ [ I. Apologie 66].“[50] Es geht hier nicht darum, den Text genau zu erklären,
wie Josef Pascher es in seinem Buch versucht. Für uns ist der Gedanke wichtig,
daß Danken verwandelt, indem es das Brot „eucharistiert“, gleichsam
„bedanksagt“. Dem Verständnis können wir uns wiederum von ganz einfachen
menschlichen Vollzügen her annähern.
Wir haben im Vorhergehenden schon gehört, daß erst im
Danken die Gabe zum Geschenk wird, da in ihm das Geschenk in die Seele dringt
und eine Bindung zwischen dem Geber und dem Empfänger entsteht. So steckt in
der einfachsten Form des Dankens immer auch ein Verwandeln. Die Dankrede, der
Hymnus, das Dankgebet, schaut zurück auf viele Ereignisse und verbindet sie zu
einem größeren Zusammenhang. Verschiedenste Dimensionen des Menschlichen
erhalten im Dank eine neue Einheit. Vielleicht wächst Denken aus einem solchen
Danken. Das Wort Theorie meint zunächst das mitvollziehende Schauen im Kult. So
ist auch Brot, über das die Dankrede gesprochen wurde, nicht mehr nur Brot,
sondern es ist hineingenommen in eine personale Beziehung, gleichsam
verwandelt in einen personalen Bezug, ohne aufzuhören, Brot zu sein. Wie wenig
wir das Brot aus dem Gemeinschaftsbezug herausnehmen können, läßt sich am
leichtesten am Verhältnis von Mutter und Kind verdeutlichen. Das Kind saugt
vorsprachlich mit der Muttermilch die Liebe und Geborgenheit ein. Zu trennen
dürfte hier wohl sehr schwer fallen.
Bei diesem Gedanken mögen bei einem Dogmatiker
Störungsgefühle aufkommen, die in der Messe gemeinte Verwandlung sei doch etwas
ganz anderes. Das soll hier nicht bestritten werden. Dieses Ganz-Andere in der
Messe wird nicht selten als unerfüllbare Sehnsucht beim Verwandeln des Dinges
durch Schenken und Danken schmerzlich bewußt. Oft steckt im Schenken und auch
im tiefen Danken die Sehnsucht, mit dem geliebten Menschen wirklich eins zu
werden, sich mit dem Geschenk ihm ganz zu geben. Christus verwandelt Brot und
Wein so, daß er sich ganz schenkt und mit dem Menschen wirklich eins wird.
8. Opfer
Zum Schluß möchte ich eine notwendige Fortsetzung des
Themas Danken nur andeuten. Am Beginn unseres Nachsinnens über den Dank haben
wir überlegt: Danken ist Ausdruck eines freien Lebensaustausches. Schenken und
Danken stehen in einem inneren Bedingungsverhältnis, denn ohne Anerkenntnis und
ohne das Bekennen zum Schenkenden erreicht das Geschenk nicht sein Ziel, die
Seele des Beschenkten. Obwohl dieser Lebensstrom frei ist und nicht erzwungen
werden kann, geht es bei ihm nicht um Belangloses. Denn die wichtigsten Güter
unseres Daseins, ja die Existenz selbst, können wir nicht erzwingen, wir
verdanken sie jemand. Leben lebt vom Leben. Danken ist nur die andere Seite des
Opfers. In einer bis ins Vorgeschichtliche reichenden oft grausamen Geschichte
ist der Sinn des Opfers, besonders durch das Sterben Christi, verwandelt worden.
Ich möchte nur einen bleibenden Sinn des Opfers, ohne den Leben nicht möglich
ist, so wiedergeben: „Du darfst von meinem Leben leben.“ In der Messe feiern
wir, daß wir von Gottes menschgewordenem Leben leben. - Auf allen Ebenen des
Daseins gibt es kein Mahl ohne Opfer. - In der Mitfeier der Messe bekennen sich
die Glaubenden zu Christus und versuchen dankend, das Empfangene, wenn auch
sehr bruchstückhaft, überfließen zu lassen und weiterzuschenken.[51]
Mir bleibt am Ende, für die 20 Jahre an der Theol.
Fakultät in Paderborn zu danken: den Studierenden, denn was wäre ein Professor
ohne sie, welche Gedanken kämen ihm ohne ihr aufmerksames Hören und Fragen;
den Kollegen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Fakultät und
Ihnen, Herr Erzbischof, und Ihren Mitarbeitern in der Erzdiözese, die eine
solche Arbeit hier ermöglichen.
[1] Friedrich
Hölderlin: Dichterberuf.
In: Ders.: Sämtliche Werke und
Briefe. Bd. 1. Hrsg. v. Jochen Schmidt.
Frankfurt a. M., 1992 (Bibliothek Deutscher Klassiker 80), 305-307, hier: 307.
Vgl. auch in: Friedrich Hölderlin:
Sämtliche Werke. Bd. 2. Stuttgart, 1951, 48.
[2] Vgl.
Otto Friedrich Bollnow: Neue
Geborgenheit. Das Problem einer Überwindung des Existentialismus. Stuttgart, 41979,
129-131. Vgl. Romano Guardini: Tugenden.
Meditationen
über Gestalten sittlichen Lebens. Würzburg, 1963, 156 f. Vgl. Ders.: Vorschule des Betens. Mainz, 1948, 106. Vgl.
Balduin Schwarz: Über die Dankbarkeit.
In: Johannes Tenzler (Hrsg.): Wirklichkeit der Mitte. Beiträge zur
Strukturanthropologie. Festschrift für August Vetter. Freiburg; München,
1968, 677-706, hier: 681. Vgl. Dietrich von
Hildebrand: Moralia. In: Ders.:
Ges. Werke IX. Stuttgart, 1980, 105 f.
[4] Vgl.
Joseph Ratzinger: Einführung
in das Christentum. Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis.
München, 1968, 214, 218 f.
[7] Vgl.
Friedrich Hölderlin: Über
Religion. In: Ders.: Sämtl.
Werke und Briefe. Bd. 2. Frankfurt a. M., 1994 (Bibliothek deutscher
Klassiker 108), 562-569, hier: 562.
[12] Bollnow (s. Anm. 2), 135. Vgl. Johann Wolfgang v. Goethe: Faust II. 1. Akt, Vers
5992 ff. In: Ders.: Werke,
Kommentare und Register. Hamburger Ausgabe in 14 Bd. Hrsg. v. Erich Trunz, Bd. 3. Hamburg, 1972, 165.
[15] Vgl.
Hans Urs von Balthasar: Theodramatik.
Bd. II: Die Personen des Spiels. Teil I: Der Mensch in Gott. Einsiedeln, 1976,
260. Vgl. Aurelius Augustinus: Bekenntnisse
13, 32-33. Hrsg. v. Joseph Bernhart.
München, 21960, 833-835. Auch in: Texte der Kirchenväter. Eine
Auswahl nach Themen geordnet. Bd. I. Hrsg. v. Alfons Heilmann u. Heinrich Kraft. München, 1963, 141 f. Vgl.
Romano Guardini: Besinnung vor
der Feier der heiligen Messe. Mainz, 61939, 125. Vgl. Ders.: Tugenden (s. Anm. 2), 161. Vgl.
Ders.: Vorschule (s. Anm. 2), 108. Vgl. Bollnow (s. Anm. 2), 131, 142 ff.
[18] Vgl. Martin Hengel:
Mors turpissima crucis. Die Kreuzigung in der antiken Welt und die „Torheit“ des „Wortes
vom Kreuz“. In: Johannes Friedrich;
Wolfgang Pöhlmann; Peter Stuhlmacher (Hrsg.): Rechtfertigung. Festschrift für Ernst
Käsemann. Tübingen, 1976, 125-184.
[21] Vgl.
Basilius von Caesarea: Predigt über das Danken. In: Wilhelm Geerlings; Gisbert Greshake (Hrsg.): Quellen
geistlichen Lebens. Die Zeit der Väter. Mainz, 1980, 80-88. Vgl. Bardo Weiß: Margareta von Magdeburg. Eine
gelähmte Mystikerin des 13. Jahrhunderts. Paderborn u. a., 1995, 143-145,
hier bes. 144.
[22] Albert
Camus: Literarische Essays.
Hamburg, 1973, 59 f. Vgl. ebd. 114. Vgl. Ders.:
Tagebuch Mai 1935-Februar 1942. Reinbek b. Hamburg, 1963, 17.
[24] Vgl.
Ratzinger (s. Anm. 4), 217-220. Vgl. Hans Schaller:
Das Bittgebet - Ein Testfall des Glaubens. In: Gisbert Greshake; Gerhard Lohfink (Hrsg.): Bittgebet -
Testfall des Glaubens. Mainz, 1978 (Grünewald-Reihe), 92-102, hier:
95.
[28] Vgl.
Schwarz (s. Anm. 2), 694-696. Vgl. Guardini: Tugenden (s. Anm. 2), 158. Vgl. Bollnow (s. Anm.
2), 135 ff. Vgl. Balthasar (s. Anm. 15), 262.
[30] Biser
(s. Anm. 10), 110 f. Vgl. Guardini: Tugenden (s. Anm. 2), 154 f., 157, 160. Vgl. Bollnow (s.
Anm. 2), 132.
[33] Heidegger
(s. Anm. 26), 186. Siehe auch: Martin Heidegger;
Erhart Kästner: Briefwechsel.
Frankfurt a. M., 1986, 126.
[34] Heinrich
Schlier: Die Erkenntnis Gottes
nach den Briefen des Apostels Paulus. In: Ders.:
Besinnung auf das Neue Testament. Exegetische Aufsätze und
Vorträge. Freiburg, 1984, 319-339, hier: 323, bes. Anm. 13. Vgl. Ders.: Der Römerbrief.
Freiburg, 1977 (Herders Theol. Handkommentar zum NT VI), 56-59.
[39] Vgl.
Bernhard Welte: Das Licht des
Nichts. Von der Möglichkeit religiöser Erfahrung. Düsseldorf, 1980, 52-56.
[43] Anthony
de Mello: Meditieren mit Leib
und Seele. Neue Wege der Gotteserfahrung. Kevelaer, 51991, 93 f.
Vgl. Schwarz (s. Anm. 2), 699 ff.
[46] Heinz-Josef
Fabry: „Gedenken“ im Alten
Testament. In: Josef Schreiner
(Hrsg.): Freude am Gottesdienst.
Aspekte ursprünglicher Liturgie. Festschrift für Josef Plöger.
Stuttgart, 1983, 177-187, hier: 179.