Der Weg der neuzeitlichen Christologie.
Versuch einer Diagnose
von Erzbischof Christoph Schönborn[1]
Kurzinhalt - Summary:
Die drei Pfeiler der Christologie sind die Hl. Schrift,
die Tradition und die persönliche Erfahrung. Im kritischen Geist der Neuzeit
sind alle drei Pfeiler eingebrochen. Dennoch scheint die Gestalt Christi
stärker zu sein als diese Kritik, weil er selbst in Person der Grund der
Christologie ist.
There are three pillars
of christology: Scripture, tradition, and personal experience. All of them have
collapsed under the critical spirit of modern times. The figure of Christ,
however, seems to be stronger than this sort of criticism. For Christ himself
is the foundation of christology.
Lassen Sie mich mit einer ganz schlichten Frage beginnen:
Woher wissen wir eigentlich, daß wir heute noch Christus verkündigen? Kennen
wir Ihn überhaupt? Wir können Ihn ja nur verkündigen, wenn wir Ihn auch
kennen. Folgen wir Ihm nach? Oder laufen wir nur unserem Bild von Ihm nach? Ist
unser heutiges Christusbild nicht eine Projektion unserer Wünsche und Ideen?
Macht sich nicht jede Zeit ihr Christusbild, nach ihren eigenen Vorstellungen,
nach den Ideen und Ideologien, die gerade vorherrschen?
Paulus ist überzeugt: “Wir verkünden nicht uns selbst,
sondern Jesus Christus.” (2 Kor 4, 5) Paulus ist überzeugt, Jesus zu kennen,
so gut und genau, daß er sagen kann: “Euch ist Jesus Christus als der
Gekreuzigte vor Augen gemalt worden.” (Gal 3, 1) Und doch fehlt es nicht an
Stimmen, die sagen, das Jesus-Bild des Paulus sei bereits eine Verfälschung,
wie auch das des Johannes. “Hellenisierung”, “Mythologisierung”, “dogmatische
Übermalung des schlichten Galiläers”, so lauten - stichwortartig - die
Einwände.
Können wir heute überhaupt Jesus kennen? Ist seine ursprüngliche
Gestalt nicht längst hinter vielen Schichten von Deutungen, Interpretationen
unfaßbar geworden?
Anderseits gibt es auch heute so etwas wie eine - gewiß
näher zu bestimmende - Gewißheit über Jesus. Gewisse Menschen werden spontan
als besonders Jesus entsprechend empfunden, als lebendige Abbilder Christi -
so ein Franz von Assisi. Auch gibt es Menschen, die bezeugen, für sie sei Jesus
eine lebendige Wirklichkeit, zu der sie in Gebet und Liturgie, im täglichen
Leben eine Beziehung haben, die von sich sagen, sie “kennten Jesus”.
In dieser Spannung stehen unsere Ausführungen: einerseits
die heute und in allen Jahrhunderten bezeugte Gewißheit, daß Jesus “derselbe
ist, gestern, heute und in Ewigkeit” (Hebr 13, 8); anderseits die bohrenden
Fragen der Kritik, ob diese Gewißheit hält, ob sie tragfähige Fundamente hat. Mit
der Frage nach den Fundamenten der Christologie geht es um das Ganze der
Theologie: Ekklesiologie und Sakramententheologie stehen und fallen mit ihrem
christologischen Fundament. Bei näherem Zusehen zeigt sich auch, daß hinter den
ekklesiologischen Fehlentwicklungen meist ein Mangel in der Christologie
liegt.
Ich möchte diesen Vortrag in drei Schritte gliedern.
Zuerst geht es um die Fundamente der Christologie bzw. die sie tragenden
Pfeiler; dann möchte ich zeigen, wie in der Neuzeit diese Pfeiler einer nach
dem anderen eingebrochen sind; schließlich soll versucht werden zu begründen,
warum auch nach 200 Jahren intensiver historischer, ideologischer Kritik an
Gestalt und Bild Christi diese doch sich immer wieder als stärker erweist.
1. Die
drei Pfeiler der Christologie
Aus drei Quellen schöpft die Christologie, auf drei
Pfeilern baut sie auf; sie machen es möglich, zu kennen und zu sagen, wer
Jesus Christus ist: Die Hl. Schrift - die Tradition - die Erfahrung.
a) Neunundneunzig Prozent dessen, was wir von Christus
wissen, entstammt der Hl. Schrift, vor allem den Evangelien. Daher ist
die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Evangelien so fundamental wichtig.
Jahrhundertelang wurde sie nicht in Frage gestellt. Man war überzeugt, daß die
Evangelien zuverlässig die Erfahrungen der ersten Zeugen Jesu, seiner Jünger,
Begleiter, der Augen- und Ohrenzeugen, überliefern. Die Hl. Schrift ist also
selber Tradition, schriftlich bezeugte Tradition, die konkrete Erfahrungen
überliefert, die Menschen mit Jesus gemacht haben.
b) Doch geht diese Tradition weiter, als “traditio
apostolica”, als Weitergabe des depositum fidei. Sie findet ihren besonderen
Ausdruck in den großen Konzilien der alten Kirche, die das Christusbekenntnis
entfaltet und abgesichert haben. Die Lehrtradition ist freilich nicht von der
Lebenstradition zu trennen. Athanasius verteidigt nicht nur die Gottheit
Christi, er schreibt auch das Leben des hl. Antonius, in dem die ganze Kraft
des Mysteriums Christi aufleuchtet. Die Heiligen sind “gelebte Christologie”.
Zur Tradition gehört auch die gefeierte Christologie, nicht nur die gelehrte:
die Liturgie ist der lebendige Quell der Tradition des Christusgeheimnisses. In
ihr wird nicht nur stets neu die Geschichte Jesu gelesen, sie wird auch
gefeiert und so gegenwärtig.
c) Schließlich gehört die lebendige Erfahrung des
gegenwärtigen und wirkenden Herrn zu den Fundamenten der Christologie. Antonius
hört am Sonntag in der Kirche das Evangelium vom reichen Jüngling, und er hört
es als ein Wort, das Jesus jetzt zu ihm spricht: “Du aber folge mir nach!” Die
Erfahrung einzelner, aber auch die gemeinsamen Erfahrungen eines Volkes gehören
zur Glaubensgeschichte und damit auch zur Christologie. Die Befreiungstheologie
war ein Versuch, die eigene Erfahrung des Volkes für die Christologie
fruchtbar zu machen.
Schrift, Tradition, Erfahrung sind drei untrennbare
Dimensionen der Christologie. Durch sie wird uns gewiß, daß wir auch heute von
Christus sprechen können, daß wir wirklich Ihn verkündigen können, denselben,
den die Apostel gekannt haben, der ihr Lehrer war, dessen Worte und Taten sie
erfahren und überliefert hatten.
2. Die
Pfeiler brechen ein
Diese Gewißheit
ist in den vergangenen 200 Jahren immer radikaler in Frage gestellt worden.
Darüber gilt es nun einiges zu sagen. Ich glaube, wir können die Entwicklung
der neuzeitlichen Christologie als das sukzessive Einbrechen der drei Pfeiler
der Christologie bezeichnen. Ich möchte aber auch zeigen, daß im Ringen um
diese Fundamente der Christologie auch die lebendige Gestalt des Herrn immer
wieder neu deutlicher hervortrat.
Der erste Bruch ist die der Reformation: sie
stellt die Tradition in Frage, geht sie doch davon aus, daß die ursprüngliche
reine Lehre, das “reine Evangelium” verfälscht worden ist, daß “Rom”, das Papsttum,
die katholische Kirche es nicht mehr rein aufbewahrt hat. Es gilt also, so der
Ansatz Luthers, zum Ursprünglichen zurückzugehen unter Umgehung der Tradition,
direkt zur Bibel: die Schrift allein gilt, sie allein ist der Maßstab: sola
scriptura! Doch wie soll man Gewißheit über die Schrift erhalten, wenn die
Auslegungen sich widersprechen? Hier gilt für Luther nicht mehr die Tradition
als das hermeneutische Mittel, die Schrift zu verstehen. Er beruft sich
vielmehr auf seine Erfahrung: sola experientia facit theologum, sagt er.
Schrift und Erfahrung sichern den Zugang zu Christus, das dritte Glied, die
Tradition, ist verdächtig geworden.
Die Aufklärung bricht mit der Gewißheit über das sola scriptura: die historische
Bibelkritik stellt die Bibel unter den Verdacht, unter den Luther die Tradition
der katholischen Kirche gestellt hat. Auch die Schrift verbirgt, verfälscht,
überdeckt ein Ursprüngliches, das es nun historisch-kritisch zu erheben gilt:
die Bibel wird schonungsloser Kritik unterzogen. Es bleibt wenig von der Gewißheit,
die Luther in der Schrift zu finden glaubte. Mit Schleiermacher und Bultmann
zieht sich die Theologie auf den letzten der drei Pfeiler zurück: die
Erfahrung, die persönliche Betroffenheit. Für Bultmann ist nicht die
historische Gewißheit über Jeus wichtig, sondern die existentielle Betroffenheit.
Mit der Psychologie, besonders mit Freud (und
schon mit Feuerbach) wird auch die religiöse Erfahrung problematisch, als
Projektion menschlicher Bedürfnisse und somit als Illusion entlarvt: Hinter den
religiösen Projektionen stehen in Wirklichkeit andere Bedürfnisse, Sublimierungen und Projektionen.
Worauf soll also die Christologie aufbauen? Wenn der
Tradition nicht mehr vertraut werden kann, weil man in ihr nur das Übermalen
mit dogmatischen Farben sieht, das die ursprüngliche, einfache Gestalt Jesu
verdeckt; wenn die Schrift selber in den Verdacht gerät, daß schon sie selber
Tradition ist, die den ursprünglichen Jesu verfälscht; wenn schließlich die
persönliche Erfahrung dem Verdacht ausgesetzt ist, daß sie aus Projektionen
eigener Sehnsüchte sich eine Erlöser- und Heilsgestalt entwirft - welches
Fundament trägt dann? Worauf kann die Christologie dann bauen?
Ehe wir darauf eine Antwort versuchen, müssen wir
nochmals tiefer in die neuzeitliche Krise hineinblicken. Ich glaube, es können
drei Krisen im neuzeitlichen Denken unterschieden werden: die
naturwissenschaftliche, die historische und die existentielle Krise.
3. Die
drei Krisen der Neuzeit
a) Die naturwissenschaftliche Krise
“Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt
mich”, sagt Blaise Pascal.[2]
Der Beginn der Neuzeit ist gekennzeichnet von der Entdeckung der “unendlichen
Räume”: die Entdecker verlassen Europa und finden “die neue Welt” Amerikas, die
Weiten Afrikas und Asiens. Die Vielfalt der Religionen, die Unterschiede der
Kulturen, die Frage nach Einheit und Vielfalt des Menschengeschlechts stellt
sich auf neue, dramatische Weise. Es folgt die Entdeckung der Heliozentrik des
Alls, der Weiten des Weltalls; die Erde wird zu einem unter vielen Planeten,
sie verliert ihre zentrale Stellung. Ist es fortan noch möglich, von dieser
Welt als dem Zentrum zu sprechen, vom Menschen als der Krone der Schöpfung?
Ist es dann noch sinnvoll, zu glauben, daß Gott “propter nos homines” Mensch
geworden ist? Ist im Licht der naturwissenschaftlichen Weltbetrachtung die
“Anthropozentik”, wie sie noch das 2. Vaticanum vertritt, verantwortbar: “Es
ist fast einmütige Auffassung der Gläubigen und der Nichtgläubigen, daß alles
auf Erden auf den Menschen als seinen Mittel- und Höhepunkt hinzuordnen ist”?[3]
“Hundert Milliarden Galaxien von der Größe unserer Milchstraße
- und gleichwohl die Überzeugung, daß das Schicksal des Kosmos abhängt vom
Lauf der Dinge auf diesem einen Planeten, unserer Erde”, so sagt empört ein
zeitgenössischer Wissenschaftsjournalist (Hoimar von Ditfurth).[4]
Es fehlen heute nicht die Stimmen, die der Kirche dieses “anthropozentrische
Mißverständnis” vorwerfen. Manche möchten den Menschen “zurückholen” in die
Natur, ihn als einen kleinen, eher störenden Teil der Allnatur sehen, dem keine
Sonderstellung zukommt. Besonders im Umfeld einer neuen “Schöpfungsspiritualität”
sind solche Akzente zu hören. Ist im riesigen Strom der Evolution der Mensch
nur eine kurze “Momentaufnahme”, ein Durchgangsstadium, das bald vorbei sein
wird? Verliert in dieser Sicht nicht die Christologie ihr Fundament? Gott soll
auf dieser Erde Mensch geworden sein? Wird dadurch diese Erde
- als Ort der Inkarnation, des Heilsgeschehens - nicht ungebührlich
privilegiert? Die Frage ist aufs erste gesehen sehr bedrängend. Wie klein ist
der Mensch, wie winzig unsere Erde im Vergleich zu den unendlichen Räumen des
Alls. Doch hat bereits Blaise Pascal die Antwort auf sein eigenes Erschrecken
vor diesen Weiten gefunden: in seiner Lehre von den drei Ordnungen. In
Pensées 829 (793) heißt es von den “drei Ordnungen, die sich ihrem Wesen nach
unterscheiden”:
“Alle Körper, das Firmament, die Sterne, die Erde und
ihre Königreiche wiegen nicht den Geringsten der Geister auf; denn dieser
erkennt das alles und sich selber, die Körper aber nichts.
Alle Körper zusammen und alle Geister zusammen und all
ihre Erzeugnisse wägen nicht die geringste Bewegung der Liebe auf; diese gehört
einer unendlich höheren Ordnung an.
Aus allen Körpern zusammen ließe sich auch nicht der
kleinste Gedanke erzeugen; das ist unmöglich und gehört einer anderen Ordnung
an. Aus allen Körpern und Geistern ließe sich keine Regung wahrer Liebe ziehen;
das ist unmöglich und gehört einer anderen Ordnung an, einer übernatürlichen.”[5]
Wer nur die materielle Größe des Kosmos sieht und nicht
die Ordnungen des Geistes und der Liebe, der wird auch schwerlich Verständnis
für das Geheimnis der Inkarnation aufbringen. Ohne die Ordnung der Liebe ist
nicht begreifbar, daß Gott das kleine, unscheinbare Menschsein, Kindsein
gewählt hat, um uns zu erlösen.
b) Die historische Krise
Gotthold Ephraim Lessing, der Meister der Aufklärung, hat
diese Krise auf den Punkt gebracht: “Zufällige Geschichtswahrheiten können der
Beweis von notwendigen Vernunftwahrheiten nie werden.”[6]
Historische Ereignisse sind “zufällige Geschichtswahrheiten”,
sie ereigneten sich eben so, wie sie kamen; sie hätten auch anders ausfallen
können. Wie sollen solche zufällige Geschichtsereignisse notwendige
Vernunftwahrheiten darstellen? Wie sollen einzelne Punkte im Fluß der
Geschichte absolute, unbedingte Bedeutung haben? Kann die Geschichte eines Volkes,
noch dazu eines kleinen, unbedeutenden, die verbindliche Geschichte Gottes mit
den Menschen sein?
So lautet die Forderung der Aufklärung: geschichtliche
Ereignisse sind immer relativ, sie haben begrenzte, nie absolute Bedeutung.
Diese Forderung macht auch vor der Gestalt Jesu nicht Halt: Auch er muß sich
die grundsätzliche Relativierbarkeit aller Geschichtsereignisse gefallen
lassen. So beginnt ganz ausdrücklich im Umfeld Lessings (bei Reimarus) die
dramatische Geschichte der historischen Relativierung Jesu. Die
protestantische Bibelkritik beginnt, Jesus der “Prunkgewänder” des Dogmas zu
entkleiden, ihn von der Höhe des Dogmas der Kirchenlehre herunter zu holen, um
ihn wieder zum einfachen Galiläer werden zu lassen, der er eigentlich gewesen
war, so behauptet man. Der “ursprüngliche” Jesus soll aus den Leichenbinden
des kirchlichen Dogmas befreit werden und wieder als einfacher Mensch unter
Menschen in seine Zeit zurückkehren. Bultmanns Programm der
Entmythologisierung war eine Spätfolge dieses aufklärerischen Programms.
Das Resultat dieses Weges ist ernüchternd: man wollte
Jesus seiner “dogmatischen” Gewänder entkleiden, ihm die “kirchliche
Übermalung” abnehmen, ihn aus den “Fesseln” des Dogmas befreien. Heraus kam
aber nicht der “ursprüngliche” Jesus von Nazareth, sondern Jesus-Bilder, die
den jeweiligen Zeitgeschmack oder Zeitgeist widerspiegelten. Alles konnte man
in der “Leben-Jesu”-Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts finden: einen Jesus,
der eine Art freimaurerischer Geheimbündler war, ein Tugendvorbild, den
einfachen, edlen Menschen, den apokalyptischen Drohpropheten, den Revolutionär
etc.
Doch ging es der “Leben-Jesu-Forschung” eigenartig: die
vielen “Jesus-Bilder” folgten einander, aber sie konnten Ihn nicht festhalten.
Jesus erwies sich als “stärker”. Sein eigenes Bild, sein eigenes Wort, seine
eigene Gestalt ließen sich nicht auf vorgefaßte Ideen und Vorstellungen reduzieren.
Die intensive geschichtliche Erforschung der Gestalt, der Taten und Worte Jesu
hatte eine überraschende Wirkung: je ehrlicher, genauer auch historischer auf
die Gestalt Jesu geschaut wurde, desto deutlicher trat seine
Unverwechselbarkeit, seine Einzigkeit hervor, desto deutlicher wurde, daß der
“historische Jesus” nicht “undogmatisch”, nicht “vordogmatisch” war, sondern
daß alle späteren christologischen Dogmen nur der Versuch sind in Wort und
Formel zu fassen, was sich in Jesu Gestalt selber zeigt.
So steht die historische Jesusforschung immer deutlicher
vor der Frage, was der eigenste Anspruch Jesu bedeutet, wie es möglich ist,
daß ein Mensch einer bestimmten historischen Epoche von sich direkt und
indirekt so sprechen und so handeln kann, daß Gott selber in diesem Menschen
voll und ganz im Spiel ist.
Freilich stellt das ein Grundprinzip der Aufklärung in
Frage, das bis heute oft unbemerkt in die “historisch-kritische” Exegese
hineinwirkt, das Prinzip der völligen “Immanenz” aller geschichtlichen
Ereignisse.[7] Wenn
es in Natur und Geschichte nur strikt immanente Vorgänge gibt, ist von
vornherein der Glaube an die Gottmenschlichkeit Jesu Christi unhaltbar. Dann
muß aber auch Jesu Anspruch, mit dem Vater eins zu sein und in seiner
Vollmacht zu handeln, als unannehmbar gelten.
Ich glaube, daß heute auch in der katholischen Theologie
ein diffuser “Neoarianismus” verbreitet ist, der Jesus wohl als einen von Gott
beglaubigten Mann sieht, aber nicht als den wahren Sohn Gottes. Nur selten wird
so ausdrücklich die Inkarnation geleugnet, wie dies bei den anglikanischen
Autoren des Buches “The myth of God incarnate”[8]
geschah, doch scheint mir eine implizite Negierung der Göttlichkeit Jesu,
seiner Präexistenz und damit der wahren Inkarnation des Sohnes Gottes weit
verbreitet zu sein. Unter dieser Voraussetzung der radikalen Immanenz wird die
Gestalt Jesu auf ein historisches Phänomen unter anderen reduziert.
Doch vorerst gilt es, einen Blick auf die dritte, die
radikalste Krise zu werfen, die “existentielle”.
Wenn es gelingt, die Gestalt Jesu unverstellt und in
ihrem eigenen Anspruch zu Gesicht zu bekommen, taucht die viel ernstere Frage
auf, radikaler als die Einwände des naturwissenschaftlichen und des
historischen Relativismus: die Frage, ob die Gestalt Jesu selbst “stimmt”, ob
sie nicht vom Drama des Lebens widerlegt wird.
c) Die existentielle Krise
Diese Infragestellung führt am weitesten in die Frage der
Christologie hinein, berührt deren Kern. Das Problem soll zunächst an einem
historischen Ort festgemacht und von ihm her dargestellt werden.
Im Jahr 1263 findet in Barcelona eine öffentliche
Disputation zwischen einem zum Christentum bekehrten Juden, Pablo Christiano,
und einem großen jüdischen Gelehrten, Nachmanides statt. Es geht um die Frage,
ob Jesus der Messias sei. Nachmanides bringt gegen Pablo Christiano und gegen
die Christen ein erschütterndes Argument: Jesus könne nicht der Messias gewesen
sein, weil seine Ankunft keinen universalen Frieden eingeleitet habe.[9]
Das Argument ist tatsächlich stark, denn die Propheten Israels haben ein Reich
des Friedens verheißen, wenn der Messias kommt. André Schwarz-Bart hat in
seinem Roman “Der letzte der Gerechten”[10]
eine ähnliche Szene berichtet. Nach jüdischer Legende habe im Jahre 1240 in
Paris vor König Ludwig dem Heiligen
eine Disputation zwischen den großen Theologen der Sorbonne und den
bedeutendsten Talmudisten des Königreiches stattgefunden. Wieder einmal geht
es um die Frage, ob Jesus von Nazareth der Messias sei und der Sohn Gottes.
Auf die Frage nach der Göttlichkeit Jesu meldet sich nach langem Schweigen der
jüdische Gelehrten - von einem falschen Wort kann Leben oder Tod abhängen -
ein schüchterner Rabbi Salomon Levy; “hüstelnd vor Angst und mit einer Stimme,
die nur noch ein dünner Faden ist”, bringt er folgendes vor: “Wenn es stimmt,
daß der Messias, von dem unsere alten Propheten reden, schon gekommen ist, wie
erklärt ihr dann den gegenwärtigen Zustand der Welt ...? Edle Herren, die
Propheten haben doch gesagt, daß bei der Ankunft des Messias Weinen und Stöhnen
aus der Welt verschwinden würde - nicht wahr ...? und auch daß alle Völker ihre
Schwerter zerbrechen würden, o ja, um aus ihnen Pflugscharen zu gießen ...
nicht wahr?” Als er schließlich den König fragt: “Ach, was würde man sagen,
Sire, wenn Ihr vergäßet, wie man Krieg führt?” wird er um dieser Antwort willen
im Namen Jesu Christi verbrannt. Die Christen halten, scheinbar unangefochten
vom gegenwärtigen Zustand der Welt, daran fest, daß in Christus das Reich
Gottes erschienen sei. Das ist der Angriffspunkt. Ist in Christus das Reich
Gottes endgültig gekommen, dann droht “dieser Christus ... totalitär zu
werden”. Die Folge ist eine mehr als überhebliche Haltung des neuen Volkes
Gottes dem alten gegenüber. Die lange Geschichte des kirchlichen und
christlichen Antijudaismus spricht eine deutliche Sprache.
Das Argument ist umwerfend, radikal, und wer als Christ
nicht von dieser Frage erschüttert, betroffen ist, der macht sich die Sache
wohl zu leicht. In dieser Frage klafft die Diskrepanz: Wieso können Christen
behaupten, dieser Jesus von Nazareth sei es, auf den es ankommt, wenn offensichtlich,
auf den ersten Blick mit ihm kein Friede, keine Wende der Welt zum Guten
angekommen ist, auch die Tränen nicht abgewischt sind? Spricht also nicht
alles dagegen, daß er der Messias sei, jener Wendepunkt, an dem alles neu wird?
Die Frage bedrängt schon die Christen der zweiten und
dritten Generation. Alles scheint dafür zu sprechen, daß alles so bleibt, “wie
es seit Anfang der Schöpfung war.” (2 Petr 3,4). Wo ist das Neue, die Welt
Verändernde? Woran kann erkannt werden, daß Jesus der Christus und Kyrios ist?
Auf die Frage des Rabbi gibt es keine “glatte” Antwort, sondern nur betroffenes
Schweigen. Diese dritte Krise ist wohl die tiefste, weil sie direkt zur Frage
führt: Wer ist er eigentlich selber? Es geht nicht mehr darum: Verstellt das
Dogma die Schrift? oder: Verstellt schon die Schrift (als Dogmatisierung) die
historische Person Jesu? viel radikaler: Stimmt die Gestalt Jesu selbst? Er
selbst wird hier zur großen Frage. Jesus selbst stellt die Frage seinen
Jüngern: “Ihr aber, für wen haltet ihr mich?” (Mk 8,29)
Auf diese Frage antworten auch heute noch Menschen mit
dem Bekenntnis des Petrus: “Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen
Gottes.” (ibid.) Trotz aller Anfechtungen und Krisen bekennen Menschen auch
heute Jesus als den Messias und glauben, daß er der menschgewordene Sohn
Gottes ist. Nirgendwo wird dieser Kontrast zwischen dem existentiellen Nein und
dem gläubigen Ja zu Jesus deutlicher als in der Gestalt des Saulus von Tarsus.
Wie kam dieser leidenschaftliche Gegner Jesu und seiner Anhänger dazu, plötzlich
in Jesus den Messias zu erkennen? Wie kam es zur “Blickwende” bei Paulus, die
zur Folge hatte, daß er in Jesus von Nazareth nicht mehr den gotteslästerlichen
Blasphemiker, sondern den Sohn Gottes sah? Wie kam es, das all das, was Saulus
als Widersprüchlichkeit erschienen war, dem Paulus nun plötzlich als die
Offenbarung des seit Urbeginn verborgenen Geheimnisses Gottes erschien? (vgl.
Röm 16, 25 f.) Was damals bei Pauli Bekehrung geschah, geschieht bis heute
in immer neuer Weise: daß Jesus Christus Menschen “umkehrt”, indem er ihnen
begegnet und ihnen “aufleuchtet”, “aufgeht”, einsichtig wird.
Bis heute sagen immer wieder Menschen, wie Petrus damals
zu Jesus: “Herr zu wem sollen wir gehen, du hast Worte ewigen Lebens.” (Joh 6,
68) Wie also kommt es zu dieser Sicht Jesu? Sie ist ja der Boden jeder
Christologie, deren Voraussetzung.
Paulus zitiert in seinem Philipperbrief einen Hymnus, der
kaum 10 Jahre nach Jesu Tod entstanden sein dürfte. Dort heißt es:
Er war wie Gott, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich
zu sein, sondern entäußerte sich, wurde wie ein Sklave und den
Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der jeden
Namen übertrifft. (Phil 2, 6 - 9)
Man stelle sich vor: der Pharisäer Saulus spricht von dem
Galiläer Jesus von Nazareth, der den schmachvollsten Tod der Antike, den
Kreuzestod, gestorben ist, als einem gottgleichen, der Sklavengestalt
angenommen hat, gekreuzigt worden ist und dem Gott wegen seines Gehorsams den
“Namen über allen Namen” gegeben hat, d. h. den unaussprechlichen, heiligen
Gottesnamen, vor dem sich alle Knie beugen müssen, “im Himmel, auf Erden und
unter der Erde.” Die Tragweite dieses Textes wird erst so richtig deutlich, wenn
wir sehen, daß hier Jesaia 45, 23 f. zitiert wird: “Vor mir wird sich
jedes Knie beugen und jede Zunge wird bei mir schwören und sagen: Nur im Herrn ist Heil und Kraft.” Mit einer
höchst verwunderlichen Selbstverständlichkeit haben “die ersten Christen nach
Jesu Tod ohne weiteres auf Jesus übertragen, was das AT von Gott
sagt.”[11]
Was ging da in den Herzen gläubiger Juden wie Paulus vor, daß sie einem
gekreuzigten galiläischen Zimmermann den unaussprechlichen, heiligsten
Gottesnamen verliehen? Hier ist in nuce bereits die ganze große
christologische Entwicklung enthalten. Martin Hengel sagt deshalb zu Recht,
“daß sich in jenem Zeitraum von nicht einmal zwei Jahrzehnten christologisch
mehr ereignet hat als in den ganzen folgenden sieben Jahrhunderten bis zur
Vollendung des altkirchlichen Dogmas”[12].
Ich sehe nur zwei Möglichkeiten, diese Entwicklung zu
erklären:
1. Die erste Generation der Christen hat in unglaublich
kurzer Zeit - in wenigen Jahren nach Jesu Tod - den Mann aus Galiläa
“vergöttlicht”, zu einem göttlichen Wesen gemacht. Dann stellt sich aber die
Frage, woher sie diese Ideen hatte. Immer wieder war und ist die Rede von einer
“Hellenisierung” des Christentums, von paganen Einflüssen, die das Bild Jesu
bald in das eines “jei5o_ a2nh1r”, eines “Göttlichen Mannes" nach
heidnischem Vorbild verwandelt haben, von gnostischen Einflüssen, die Jesus
zum himmlischen Erlöser gewandelt haben.
Alle diese Thesen scheitern nicht nur an inhaltlichen
Widersprüchen (das neutestamentliche Christusbild ist zutiefst verschieden von
den herangezogenen hellenistischen, heidnischen, gnostischen, göttlichen
Gestalten), sondern bereits an schlichten chronologischen Überlegungen: Für
derlei Einflüsse ist die Zeit einfach zu kurz. Die höchsten christologischen
Aussagen über die Präexistenz, die Göttlichkeit und die Gottgleichheit Jesu
finden wir nicht erst am Ende einer längeren neutestamentlichen Entwicklung -
etwa im späten Johannesprolog -, sondern bereits in der gleichen Klarheit und
Entschiedenheit wenige Jahre nach Ostern im Philipperbrief-Hymnus.
2. So bleibt nur eine zweite Möglichkeit, die historisch
wie sachlich die einleuchtendere Lösung ist: Die Wirkung Jesu selbst auf seine
Jünger, auf weite Kreise von Galiläa und Judäa ist der Grund, warum er schon so
bald mit diesen großen Titeln bedacht wurde. Ein Text wie der Philipper-Hymnus
ist nur denkbar, wenn Jesus selber, in seinem Wirken und Wort, dafür den Grund
geboten hat. Die Urkirche hat nicht den “historischen Jesus” verwandelt in den
“Christus des Glaubens”, sondern nur zum Ausdruck gebracht, wer Jesus von
Nazareth wirklich war. Genau diese “alles überragende Kenntnis” Jesu Christi
wurde Saulus von Tarsus zuteil, sie hat seinen Blick auf Jesus völlig
gewandelt. Was Saulus auf dem Weg nach Damaskus widerfahren ist, hat er später
als ein Ereignis verstanden, das der Größe des ersten Schöpfungstages
vergleichbar ist: durch die Begegnung mit Jesus (“Ich habe Jesus, unseren Herrn
gesehen” 1 Kor 9, 1) ist er selber zu einem neuen Menschen geworden, hat sich
sein Blick auf Jesus von Nazareth grundlegend gewandelt. “Denn Gott, der
sprach: ‘Aus Finsternis soll Licht aufleuchten’ (Gen 1, 3), er ist in unseren
Herzen aufgeleuchtet, damit erstrahle die Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes,
die auf dem Antlitz Christi ist.” (2 Kor 4, 6)
Dieses “Aufleuchten” hat für Paulus nicht den Blick auf
den “echten historischen Jesus” verstellt; es hat zwar seine irdischen Augen
geblendet, es hat ihm aber Jesu wahre Identität einleuchten lassen. Es wurde
ihm mit einem Mal die Epignosis, die tiefe, wahre Erkenntnis Jesu
geschenkt.
Es lassen sich zahlreiche Beispiele nennen, in denen
Paulus den Gottesnamen direkt auf Christus überträgt. Für alle stehe hier
eines: In 2 Kor 12,9 sagt Paulus, dreimal habe er den Herrn gebeten,
angefleht (paraka1lesa), er möge ihn von seinem Leiden befreien, vom “Stachel
im Fleisch”. Die Antwort des Herrn (der hier nur Christus sein kann): “Meine
Gnade genügt dir.” Vergleicht man diese Stelle mit Dtn 3, 26 (LXX), so sieht
man, daß Paulus hier Christus mit Gott eins setzt.
Nun muß man freilich gleich etwas hinzufügen, um
Mißverständnisse zu vermeiden: Diese göttlichen Züge trägt Jesus als der
Gekreuzigte: gerade das ist ja das Ärgernis, an dem sich Heiden wie Juden, aber
auch die Christen selber stoßen. Was wir unter dem Stichwort “existentielle
Krise” angesprochen haben, ist bereits klar bei dem heidnischen Philosophen
Kelsos formuliert: “Wie sollen wir den für einen Gott halten, der ... nichts
von dem, was er versprach, ausführte und der, da wir ihn entlarvten,
überführten und beschlossen, ihn hinzurichten, sich verbarg und entfloh, jedoch
auf schändlichste Weise gefangen wurde ... ? Obgleich er doch ein Gott war,
konnte er weder entweichen noch in Fesseln entrückt werden, noch viel weniger durfte
er, der als Erlöser, als Sohn und Gesandter des höchsten Gottes betrachtet
wurde, von seinen Genossen ... im Stich gelassen und verraten werden!” Kelsos
legt mit Bedacht diese Anklage einem Juden in den Mund (Origenes, Contra Celsum
2, 9). Darin waren sich Juden und Heiden einig, und deshalb betont Paulus so
entschieden: “Wir aber verkündigen Christus als den Gekreuzigten.” (1 Kor 1,
23) Ein gekreuzigter Gottessohn, Kyrios, Messias, Soter (Erlöser) - das
ist ein Ärgernis ohne gleichen. Es gibt daher auch keine glaubwürdige
“Erklärung” für die Entstehung dieser ärgerniserregenden Lehre, es sei denn die
Annahme, daß Jesus selber der Grund dieser Lehre ist. “Erfinden” konnten weder
Juden noch Heiden die Gestalt eines gekreuzigten Messias, des am Kreuz gestorbenen
Sohnes Gottes. Es gibt nur eine sinnvolle “Erklärung” dafür: daß Jesus
selber, durch sein Wirken und sein Wort, durch sein Leben und Leiden, durch
seinen Tod uns seine Auferstehung “stimmig” ist. Er selber ist der Grund
der Christologie, Er ist das Licht, das seine Gestalt “einleuchtend” macht. Es
ist nicht so, daß das christologische Dogma ihn “übermalt”, “verdeckt” hätte.
Vielmehr geht das Licht von Ihm selber aus: “In deinem Licht schauen wir das
Licht.” (Ps 36, 10) Dieses Licht hat Paulus geblendet und zu Boden geworfen,
ihn blind gemacht und so “die Augen seines Herzens erleuchtet” (vgl. Eph 1,
18), so daß er Christus erkennen konnte.
Die Christologie wird daher immer neu der Versuch sein,
die Gestalt Christi in ihrem eigenen Licht zu sehen, ihre “Kohärenz” zu
ergründen und darzustellen, und somit zu verstehen versuchen, warum es
notwendig war, daß “der Messias dies leiden mußte, um so in seine Herrlichkeit
einzugehen” (Lk 24, 26). Um diese aus keiner menschlichen Logik und Vernunft
ableitbare “Notwendigkeit”, die doch zugleich die tiefste Antwort auf alles
menschliche Fragen, Versagen und Sehen ist, geht es in der Christologie: Jesus
ist die überraschende, unerwartete, ärgerniserregende und doch über alles
Erhoffte hinaus beglückende Antwort Gottes auf die Unruhe des Menschenherzen.
[1] Festvortrag
bei der Akademischen Feier der Theologischen Fakultät Paderborn am 16. Oktober
1997 zur Eröffnung des Studienjahres 1997/98.
[2] Pensées
91 (206), zitiert nach Blaise Pascal:
Schriften zur Religion. Einsiedeln, 1982 (Christliche Meister; 17), 109.
[3] GS
12.
[4] Hoimar
von Ditfurth: Wir sind nicht
nur von dieser Welt. Naturwissenschaft, Religion und die Zukunft des Menschen.
Hamburg,
1981, 140.
[5] Vgl. Pascal (s. Anm. 2), 360.
[6] Gotthold
Ephraim Lessing: Über den
Beweis des Geistes und der Kraft. 1777 (GW 8,12).
[7] Zum
Immanenzprinzip vgl. Richard Kocher:
Herausgeforderter Vorsehungsglaube. Die Lehre von der Vorsehung im Horizont
der gegenwärtigen Theologie. St. Ottilien, 1993.
[8] John Hick
e. a. (Hrsg.): The myth of God incarnate. London, 1977.
[9] Vgl.
Hans Georg Mutius: Die
christlich-jüdische Zwangsdisputation zu Barcelona. Nach dem hebräischen
Protokoll des Moses Nachmanides. Frankfurt/M., 1982, bes. 160; Kurt Schubert: Das christlich-jüdische
Religionsgespräch im 12. und 13. Jahrhundert. In: Kairos 19 (1977) 161-186.
[10] André
Schwarz-Bart: Der letzte der
Gerechten / Mirjam Josephsohn
(Übers.). Berlin: Fischer, 1962, 12-13.
[11] Oscar
Cullmann: Die Christologie des
Neuen Testaments. Tübingen, 1957, 242.
[12] Martin
Hengel: Der Sohn Gottes. Die
Entstehung der Christologie und die jüdisch-hellenistische Religionsgeschichte.
Tübingen, 1975, 11.