Hugo Aufderbeck (1909-81)
von Clemens Brodkorb
Hugo Aufderbeck (1909-81) wurde 1936 zum Priester geweiht
und übernahm 1948 die Leitung des neuen Seelsorgeamtes in Magdeburg. 1962 ernannte
ihn der Papst zum Weihbischof von Fulda mit Sitz in Erfurt; 1973 wurde er Apostolischer
Administrator für das Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen. Als
Konzilsteilnehmer, als Vorsitzender der Liturgischen Kommission der BOK/BBK
sowie in Auseinandersetzung mit den Diktaturen des 20. Jahrhunderts bestimmte
Aufderbeck entscheidend die pastorale Linie der Kirche in der DDR.
Hugo Aufderbeck
(1909-1981) was ordained a priest in 1936. In 1948 he was put in charge of the
Office of Pastoral Care in Magdeburg. In 1962 the Pope made him auxiliary
bishop of Fulda having his seat in Erfurt. In 1973 he became Apostolic
Administrator of the then "Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen". Being
a participant in the Second Vatican Council, and chairman of the Liturgical Commission,
but also in his confrontation with the dictatorships of the 20th century, Aufderbeck
determined the pastoral profile of the Church in the GDR in a decisive way.
Eine Rezension zu der anläßlich des 60. Geburtstages von
Hugo Aufderbeck[1] 1969
herausgegebenen Auswahl seiner Aufsätze, Predigten und sonstigen Veröffentlichungen[2]
bezeichnete den damaligen Erfurter Weihbischof "als [wohlbekannten]
Theoretiker und Praktiker der pastoralen Liturgie", dessen hier
gesammelte Texte sich durch "klare, sachbezogene Schlichtheit, pastorale
Erfahrung, spirituelle Tiefe und eine auf das Wesen der Liturgie zielende
Theologie [aus]zeichnen"[3];
andere sprachen von einer "faszinierenden Pastoral", "überzeugende[r]
Gedankenführung - fern von einem bibelkritischen Skeptizismus, aber auch von
einem kirchlichen Hinterwäldlertum", von "praxisnaher Gemeindetheologie",
die "geistlichen Hunger [stille]"[4]
oder von in eine neue Zeit weisenden Wegen[5].
Eine Besprechung des von Hugo Aufderbeck 1979 herausgegebenen Arbeitsbuches
Wortgottesdienste. Kommunionfeier am Sonntag[6]
hob das "weitblickende pastorale Engagement des Verfassers",
das "seit langem beispielgebend" sei, hervor.[7]
In der Tat verdankt die katholische Kirche in der mitteldeutschen Diaspora
diesem Mann, der ihr getreu seinem späteren bischöflichen Wahlspruch seit 1938
als Bruder und Mitgenosse[8]
"in tribulatione, et regno et patientia" (Offb 1.9) diente,
entscheidend ihre pastorale Prägung und starke Impulse für ihr geistliches
Leben.[9]
Nimmt man Leben und Werk Hugo Aufderbecks in den Blick,
lassen sich Defizite der bisherigen Forschung zur Geschichte der katholischen
Kirche in der SBZ/DDR aufzeigen bzw. Einseitigkeiten relativieren.[10]
Wurden bisher vor allem Quelleneditionen vorgelegt[11],
so blieben Einzelstudien seltenund zunächst nur von kleinerem Umfang, zumeist
in Sammelwerken[12].
Übergreifende Darstellungen behandelten fast ausschließlich das
Staat-Kirche-Verhältnis[13].
Am Beispiel Aufderbecks, der forderte, daß "Ziel unserer Seelsorge ...
nicht die Bekämpfung des Kommunismus, sondern der Aufbau des Leibes Christi
und die Aufrichtung Seines Königtums" sei und die Pastoral keineswegs
"von der Gegenseite" bestimmt werden dürfe[14],
läßt sich zeigen, daß die katholische Kirche in der DDR sich nicht aus dem
Gegenüber zum atheistischen Staat definierte, sondern wesentlich von
theologischen Grundüberzeugungen bestimmter Persönlichkeiten[15]
wie Wilhelm Weskamm[16],
Alfred Bengsch[17] oder
Aufderbeck geprägt wurde, daß sie keine von Berlin aus zentral(istisch)
strukturierte Kirche[18],
sondern vielfältig gestaltet war. Und schließlich läßt sich anhand einer
Biographie Aufderbecks, die wohl engstens mit der Geschichte der katholischen
Kirche der mitteldeutschen Diaspora verflochten ist, übergreifend das Werden
dieser Kirche für die Zeit von 1938 bis 1981 darstellen.
Hugo Aufderbeck wurde am 23. März 1909 in Hellefeld (Bez.
Arnsberg, Westf.) als drittes von neun leiblichen Kindern der Eheleute Joseph
Aufderbeck (1874-1967) und Maria Mathilde, geb. Becker (1881-1969), geboren; er
wurde am 25. 3. in der Pfarrkirche St. Martin getauft, empfing am 11. 4. 1920
ebd. die erste hl. Kommunion sowie am 1. 7. 1924 in der Arnsberger
Propsteikirche die Firmung.[19]
Die Volksschule besuchte er in Hellefeld. Ein Jahr Lateinunterricht beim
dortigen Vikar Dr. Josef Brill[20]
während des achten Schuljahres ermöglichte ihm, gemeinsam mit seinem Cousin
Alfons Becker[21] zur
Quarta auf das humanistische Gymnasium in Arnsberg zu wechseln. Zur
Untersekunda gingen beide nach Paderborn, wo sie im Erzbischöflichen
Knabenseminar lebten und das Gymnasium Theodorianum besuchten.[22]
Seine sauerländische Heimat hat Aufderbeck zeitlebens geprägt, dort lernte er die
Kirche kennen und lieben[23],
dort wurde seine Frömmigkeit geprägt; seit über 400 Jahre lebt die Familie in
Hellefeld[24].
Seine Eltern bezeichnete Aufderbeck - trotz aller guten Lehrer und ausgezeichneter
Professoren - stets als seine besten Lehrer, und seine Geschwister begleiteten
in verschiedener Weise seinen Lebensweg.[25]
Bilder der Heimat fanden sich immer wieder in Aufderbecks Predigten, Ansprachen
und Schreiben, und nicht zuletzt konnte er stets - vor allem in der fernen und
bald durch die innerdeutsche Grenze von den Mutterdiözesen getrennten Diaspora
- auf priesterliche Freunde vertrauen, die mit ihm die sauerländische Herkunft
teilten.[26]
Nach dem Abitur, das er am 8. 3. 1930 am Theodorianum
ablegte[27]
- das freie, geistig und geistlich geprägte Klima des Knabenseminars[28]
mag zur Klärung der Berufswahl beigetragen haben -, trat Aufderbeck ins
Paderborner Leokonvikt[29]
ein[30].
Seine philosophischen und theologischen Studien absolvierte er an der Erzbischöflichen
Akademie Paderborn, die beiden Freisemester des dritten Studienjahres an den
Universitäten von Wien (1932) und München (1932-33). Die Vorbereitung auf die
niederen und höheren Weihen erfolgte vom neunten bis zwölften Semester im
Erzbischöflichen Priesterseminar[31].
Der geistliche Akzent im Leoninum, vor allem aber Persönlichkeiten, denen
Aufderbeck während seiner Ausbildungs- bzw. ersten Priesterjahre begegnete,
dürften sich prägend ausgewirkt haben. Er selbst sprach einmal von vielen
hervorragenden Lehrern seiner Theologenzeit, hob jedoch besonders seinen
Paderborner Spiritual Dr. Friedrich U. Jürgensmeier[32]
hervor, "dessen aszetische Theologie ganz vom 'Corpus Christi mysticum'
ausging, schon Jahre vor der bekannten Enzyklika."[33]
Unter den Priestern, die Aufderbeck freundschaftlich verbunden waren, ragt Wilhelm
Weskamm[34]
heraus, den er als einen "pastor bonus"[35]
bezeichnete. Richtungsweisend vor allem für seine spätere liturgische Arbeit
war die Begegnung mit Johannes Pinsk[36],
bei dem er als Abiturient in Arnsberg eine Woche der Akademischen Bonifatius-Einigung
erlebte "und zum erstenmal mit Bewußtsein von den Mysterien Christi und
der sakramentalen Welt etwas in [sich] aufgenommen"[37]
hat. Später folgten dann gemeinsame Kurse und Besuche. Nicht zuletzt ist an
dieser Stelle Pfarrer Dr. Albert Fritsch[38]
zu nennen, der 1922 Pfarrer der St.-Martinus-Gemeinde zu Hellefeld wurde.
Dessen Studieneifer, vor allem aber sein energisches Auftreten gegen den
Nationalsozialismus verfehlten ihre Wirkung auf den jungen Aufderbeck nicht.
Nach einer Reihe von Predigten gegen Alfred Rosenbergs Mythus des 20.
Jahrhunderts[39] mußte
sich Fritsch ins holländische Exil nach Ijsselstein bei Utrecht begeben. Von
dort schrieb er Aufderbeck, der am 28. März 1936 im Hohen Dom zu Paderborn von
Erzbischof Dr. Kaspar Klein[40]
zum Priester geweiht wurde, zur Primiz: "... Ich sitze zwar an den Flüssen
Babylons, aber ich habe meine Harfe nicht aufgehängt."[41]
Unter dem 16. 4. 1936 wurde Aufderbeck mit Schreiben des
Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn die "provisorische Verwaltung
der Religionslehrerstelle an dem Lyzeum Aloysianum zu Gelsenkirchen"
übertragen.[42] Dort
hatte er als Neupriester 28 Stunden Religionsunterricht für 400-500 Mädchen
von der Sexta bis zur Oberprima zu halten, gewiß keine leichte Aufgabe. Jedoch
wußte Aufderbeck noch später zu schätzen, daß diese Arbeit intensives Studium
erforderte und seine Freude an der katechetischen Arbeit weckte.[43]
Zudem fand er noch Zeit, sich in Vorbereitung für das Lehramt an Höheren
Schulen als Gasthörer an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zu
immatrikulieren, wo er im Sommersemester 1937 sowie im Wintersemester
1937/38 jeweils ein historisches Seminar sowie historische Vorlesungen belegte.[44]
1938 jedoch mußten die Franziskanerinnen von Nonnenwerth als Träger des
Aloysianums unter dem Druck nationalsozialistischer Regierungsstellen die
Schule aufgeben. Aufderbeck wurde unter dem 12. April 1938[45]
mit Schreiben des Erzbischöflichen Generalvikariats die "provisorische Verwaltung
der zweiten Vikariestelle an der St. Franziskus- und Elisabeth-Kirche in
Halle/S."[46],
unter dem 20. Juni 1938 das Amt des Studentenseelsorgers[47]
ebd.[48]
sowie unter dem 6. Juni 1942[49]
zusätzlich "die provisorische Verwaltung der Pfarrvikariestellung in
Halle-Ost" übertragen.[50]
In Halle oblag Aufderbeck neben der Studentenseelsorge besonders die
Seelsorge an Kindern und Jugendlichen. Im Geist der Jugendbewegung sowie der
liturgischen Bewegung mühte er sich - angefangen bei Kindermessen bis hin zur
Gemeindemesse - lange vor der offiziellen Liturgiereform um eine Erneuerung
des Gottesdienstes. Höhepunkte im liturgischen Leben der Jugend waren die
samstägliche Komplet, die Feier der Osternacht und der Christkönigs- bzw.
Dreifaltigkeitssonntag[51].
Markante Jahresmottos wie "Gemeinsam durch dick und dünn!",
"Treue Mannen ..." oder "Weg in die Tiefe, Weg in die
Breite" bestimmten jeweils das Pastoraljahr. Als die Arbeit der Neudeutschlandgruppen
verboten und somit immer schwieriger wurde, setzte Aufderbeck konsequent auf
das Pfarrprinzip. Während des Krieges organisierte er für Hallenser
Jugendliche Ferienaufenthalte in seinem Heimatort Hellefeld.[52]
Von Beginn seiner Tätigkeit in Halle an bestimmte die
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus Aufderbecks Arbeit. Im
Religionsunterricht las er mit den Oberschülern u. a. Nietzsches Zarathustra,
um die Irrlehren des Nationalsozialismus von ihren Wurzeln her zu erläutern.[53]
Wenige Tage nach der Enthauptung dreier Stettiner Priester im Zuchthaus Halle
nahm Aufderbeck den späteren Pfarrer der Heilig-Kreuz-Gemeinde Claus Herold[54]
als Ministranten mit zu einem "Massengrab", in dem die Asche der
ermordeten Priester ruhte. "1944" - so Herold auf einer Gedenkfeier
für die Blutzeugen - "starben drei Priester im Hallenser Zuchthaus. 1947
gingen aus Vikar Aufderbecks Jungengruppe drei Abiturienten zum Theologiestudium
nach Paderborn. 1952 sind diese drei Hallenser als Neupriester in die DDR
zurückgekehrt ... Wer sieht da keine Zusammenhänge?"[55]
Aufderbeck, der unter dem 25. 1. 1940[56]
durch den Katholischen Wehrkreispfarrer IV, Dresden, im Auftrag des
Katholischen Feldbischofs der Wehrmacht zur seelsorglichen Betreuung des
Reservelazaretts II im Garnisionsstandort Halle bestellt wurde[57],
hatte bereits seit September 1939 einen "Soldatenkreis"[58]
aufgebaut, wie es sie im Laufe der Kriegsjahre in vielen Städten, z. B. in
Paris, Genf oder Bologna gab; hier kamen regelmäßig zwischen 30 und 80 katholische
Soldaten jeden Dienstgrades zusammen, die für einige Wochen oder Monate meist
zur Ausbildung in der Stadt waren. Insgesamt gingen während der Kriegsjahre
einige tausend Soldaten durch diesen Kreis. Die letzte Zusammenkunft fand in
der Karwoche 1945 statt. Die persönlichen Kontakte wurden durch eine
ausgedehnte Korrespondenz sowie regelmäßige Rundbriefe, u. a. mit Auszügen aus
den Predigten Bischof Clemens August Grafs von Galen[59]
per Feldpost weitergeführt und aufrechterhalten. Zwei Haussuchungen der
Gestapo verdeutlichten das Risiko, das Aufderbeck auf sich nahm und das nach
dem Krieg aufgefundene Gestapo-Akten bestätigten.[60]
Er rechnete 1944 täglich mit seiner Verhaftung: "Es kann sein, daß mir
über kurz oder lang etwas passiert." - schrieb er in einem für diesen Fall
vorbereiteten Abschiedsbrief an Eltern und Geschwister, "Ihr werdet dann
in großer Trauer sein und in großer Unruhe. Aber weshalb? Es muß das alles so
kommen. Nichts geschieht von ungefähr. Wenn Ihr Euch sehr grämt und es Euch
ärgert, so denkt an die Worte des Herrn oder an die Worte der Apostel.
..."[61] Das
Kriegsende bewahrte Aufderbeck vor Verhaftung und Bestrafung[62].
Nach 1945 war Aufderbeck vor allem auf dem Gebiet der
Jugendarbeit[63] in
die zunächst demokratisch anmutenden Aufbrüche eingebunden. Am 9. August 1945
wurde er durch den Oberbürgermeister der Stadt Halle zum Mitglied des
Erziehungsbeirats für gefährdete Jugendliche und des Beirats für die
öffentliche Jugendhilfe berufen.[64]
Am 29. Juli 1946 unterrichtete er das Erzbischöfliche Kommissariat in
Magdeburg von der geplanten Errichtung einer Verbindungsstelle zwischen FDJ und
kirchlicher Jugendarbeit. In dieser Frage arbeitete er eng mit dem auf
protestantischer Seite verantwortlichen Diakon Fritz Hoffmann[65]
zusammen. Er war jedoch von Beginn an skeptisch, was die demokratischen
Absichten der FDJ betraf.[66]
Anfang 1947 ernannte Propst Weskamm Aufderbeck zum "ständigen Vertreter
des Erzbischöflichen Kommissariates beim Jugendwerk [der Provinz Sachsen]"[67].
Vermutlich hatte Aufderbeck in dieser Zeit auch Kontakt zum Vorsitzenden des
"Zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses" (1945/46),
Jugendsekretär des ZK der KPD (1945/46) und Mitbegründer und Vorsitzenden (bis
1955) der FDJ Erich Honecker[68];
möglicherweise kam es in Erfurt zu einem Treffen zwischen dem Erfurter
Diözesanjugendseelsorger Karl Schollmeier[69],
Aufderbeck und Erich Honecker.[70]
Während Aufderbeck noch zum ersten "Parlament der FDJ"[71]
1946 in Brandenburg/Havel mit Claus Herold einen Vertreter seiner Pfarrjugend
entsandte[72],
wurden die Kontakte angesichts zunehmender Gleichschaltung der FDJ mit der
Politik der SED bald aufgegeben.
Am 12. Januar 1948[73]
übertrug der Propst und Erzbischöfliche Kommissar in Magdeburg Wilhelm Weskamm
Aufderbeck die "Leitung des neu zu errichtenden Seelsorge-Amtes für das
Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg"[74]
und ernannte ihn unter dem 2. Februar 1948 zum Assessor, am 24. Februar 1952
zum Geistlichen Rat am Erzbischöflichen Kommissariat mit dem Amtssitz in Halle[75].
Das Ernennungsschreiben beauftragte ihn zunächst mit dem Aufbau des Seelsorgeamtes[76],
in das die Standesseelsorger des Kommissariats, der Caritasdirektor, die
Diözesan-Helferin und andere geeignete Personen berufen werden sollten;
Aufgabe sei die Zusammenfassung der Seelsorgearbeiten im Kommissariat und die
Schaffung der Grundlagen für eine planvolle und einheitliche Seelsorge. Im
Protokoll der konstituierenden Sitzung des Seelsorgeamts vom 11. Mai 1948
wurden die Aufgaben des neuen Amtes im Detail beschrieben[77].
Vor dem Hintergrund der Bedeutung Aufderbecks für die Geschichte der
katholischen Kirche in der DDR war somit die wohl wichtigste Phase seines
Wirkens angebrochen. In einer grundlegenden Erarbeitung Diasporaseelsorge
heute[78]
betonte er die Wichtigkeit des gemeinsamen Zieles in der Diasporaseelsorge,
das vor allem darin bestehe, daß Gemeinde gebildet werde.[79]
Eine wichtige Vorbedingung auf dem Weg dahin sei, den gegenwärtigen Zustand
nicht weiter als vorläufig zu betrachten, nicht mehr auf eine baldige Änderung
der äußeren Verhältnisse zu warten.[80]
Es könne keine Gemeinde werden, wenn die Gläubigen immer "auf dem Sprunge"
sind, zum Osten[81] oder
zum Westen[82].
Wichtigstes Instrument für den Aufbau der Seelsorge auf
dem Gebiet der DDR war die Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgeamtsleiter bzw.
-referenten, die sich unter der Leitung Aufderbecks zu ihrer konstituierenden
Sitzung am 16. und 17. Mai 1951 im Konrad-Martin-Haus Bad Kösen[83]
zusammenfand.[84] In
dieser halbjährlich tagenden Arbeitsgemeinschaft entstanden die wichtigsten
pastoralen Konzeptionen, wurden Materialien[85]
erarbeitet, Veranstaltungen[86]
vorbereitet, Hirtenschreiben der BOK konzipiert[87]
oder Institutionen wie das Norbertuswerk Magdeburg[88],
das Katechetenseminar in Görlitz und der Sprachenkurs in Halle[89]
ins Leben gerufen[90].
Die ebenso umfangreiche wie vielschichtige Arbeit dieser Arbeitsgemeinschaft
kann hier ebenso wie die des Seelsorgeamtes Magdeburg[91]
nur angedeutet werden. Nicht zuletzt wegen der Prägung beider Organe durch die
Persönlichkeit Aufderbecks war die Pastoral der katholischen Kirche in der DDR
zwischen 1948 und 1962 entscheidend vom Erzbischöflichen Kommissariat
Magdeburg bestimmt. Wie oben angedeutet, relativiert diese Tatsache erheblich
die Berlin-Zentriertheit, wie sie von der bisherigen Forschung zur katholischen
Kirche in der DDR angenommen wurde. Aufderbeck seinerseits bewarb sich in aller
Bescheidenheit unter dem 11. Juni 1955 bei Erzbischof Lorenz Jaeger um die
Pfarrei St. Norbert in Halle/Saale. Aus sachlichen und persönlichen Gründen sei
die Leitung eines Seelsorgeamtes keine Stellung auf Lebenszeit.[92]
Weihbischof Rintelen[93]
lehnte die Bewerbung im Namen des Erzbischofs jedoch ab; Aufderbeck sei als
Seelsorgeamtsleiter z. Z. nicht ersetzbar.[94]
Aufderbeck nahm zu dieser Zeit zahlreiche weitere
Tätigkeiten wahr[95]: als
der zum Regens des am 11. Mai 1952 eröffneten Pastoralseminars auf der Huysburg
ernannte Prof. Dr. Löwenberg zunächst keine Aufenthaltsgenehmigung für die
DDR bekam, leitete Aufderbeck die ersten Wochen das Seminar[96].
Später hielt er dort Vorlesungen über Einführung in die seelsorgliche und
pfarramtliche Praxis, Grundlegung der Pastoral, Dogmatik und
Fundamental-Theologie sowie Individualseelsorge[97].
Am Seelsorgehelferinnenseminar[98]
Magdeburg hielt er Vorlesungen in Dogmatik[99].
Seit 1954 gab er gemeinsam mit Martin Fritz[100]
die Pastoral-Katechetischen Hefte[101]
heraus. In dieser Zeit entstand aus zahlreichen Erarbeitungen für Vorträge,
Werkwochen u. ä., die Aufderbeck vor allem in Bad Kösen hielt, auf Anregung,
vielleicht sogar im Auftrag[102]
des Berliner Kardinals Julius Döpfner[103]
das unter Synonym und als Manuskript gedruckte Büchlein Die Stunde der Kirche[104].
Die besondere Sorge Aufderbecks galt der Versammlung[105]
des Volkes Gottes, auch in den kleinsten Gemeinden auf den Außenstationen der
Diaspora[106].
"Früher als andere erkannte er die Bedeutung von Gottesdiensten ohne
Priester und schuf notwendige Grundlagen für solche 'Stationsgottesdienste'."[107]
Die Anfänge diesbezüglicher Arbeiten finden sich schon in der Nachkriegszeit,
intensiviert seit der Errichtung des Seelsorgeamts.[108]
Die Arbeit an den "Stationsgottesdiensten" sollte Aufderbeck für
den Rest seinesLebens begleiten.[109]
Mit dem Text für die "Kommunionfeier" fanden Aufderbecks Arbeiten
Eingang in das Gotteslob, das katholische Einheitsgesangbuch für den
deutschen Sprachraum.[110]
Aufderbeck, der 1958 zum Päpstlichen Geheimkämmerer und
1959 zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt wurde, erhielt unter dem 25. Mai
1962 die Nachricht von seiner Designation zum Weihbischof von Fulda mit Sitz
in Erfurt[111]. Die
Ernennung zum Titularbischof von Arca in Phönizien und Weihbischof von Fulda
erfolgte am 19. Juni 1962[112].
Am 5. September 1962 empfing Aufderbeck im Erfurter Marien-Dom durch den
Berliner Erzbischof Alfred Kardinal Bengsch unter Assistenz der Weihbischöfe
Friedrich Maria Rintelen, Magdeburg, und Josef Freusbergs[113],
Erfurt, die Bischofsweihe[114];
an der Feier nahmen neben dem Meißner Bischof Otto Spülbeck[115]
und dem Schweriner Weihbischof Bernhard Schräder[116]
zahlreiche Priester und Gläubige aus den Diözesen der DDR, v. a. aber aus dem
Erzbischöflichen Kommissariat Magdeburg teil, wo man Aufderbeck nur schweren
Herzens gehen sah.[117]
Zunächst wirkte Aufderbeck als zweiter Weihbischof neben Weihbischof Freusberg
als dessen Mitarbeiter[118]
und nahm die Gelegenheit wahr, sich in die neuen Auf
gaben einführen zu lassen und sein neues Wirkungsfeld
kennenzulernen.[119]
Nach dem Tod Weihbischof Freusbergs am 10. April 1964 wurde er zum Generalvikar
für den Thüringer Anteil des Bistums Fulda mit Sitz in Erfurt, am 13. April
zum Dompropst von St. Marien in Erfurt[120]
und am 18. April zum Direktor des Geistlichen Gerichts in Erfurt[121]
ernannt.[122]
Unter dem 16. Juni 1967 ernannte Bischof Adolf Bolte Aufderbeck zum Bischöflichen
Kommissar für den Jurisdiktionsbezirk Erfurt und delegierte ihm alle
Vollmachten, die ein Bischof delegieren kann.[123]
Die in der deutschen Teilung begründete und der sich im Vergleich zur
Entwicklung im Westen zunehmend andersartig gestaltenden pastoralen Situation
einerseits, dem staatlichen Drängen nach Identität von Staats- und Kirchengrenzen
andererseits geschuldete Verselbständigung der Jurisdiktionsbezirke in der DDR
fand in Bezug auf Aufderbeck ihren Abschluß in seiner Ernennung zum
Administrator Apostolicus permanenter constitutus für die Anteile der
Bistümer Fulda und Würzburg[124]
auf dem Gebiet der DDR.[125]
Der Bischöfliche Kommissar in Meiningen, Karl Ebert[126],
wurde ihm als Weihbischof beigegeben; nach Eberts Tod wurde Joachim Meisner[127]
1975 Weihbischof und, als dieser 1980 als Nachfolger des verstorbenen
Kardinal Bengschs Bischof von Berlin wurde, Joachim Wanke[128],
der ihm 1981 als Bischof und Apostolischer Administrator in Erfurt nachfolgte.
Seit September 1971 führte Aufderbeck den Titel "Bischof".[129]
Als Mitglied der BOK (seit 1976: Berliner Bischofkonferenz [BBK]) war Aufderbeck
seit 1962 in den Entscheidungsprozeß der die Gesamtheit der Jurisdiktionsbezirke
in der DDR betreffenden Fragen einbezogen.[130]
1977 konnte Aufderbeck mit den Bischöfen und Apostolischen Administratoren von
Schwerin, Heinrich Theissing[131],
und Magdeburg, Johannes Braun[132],
zum ersten Ad-limina-Besuch nach Rom reisen.[133]
Als Aufderbeck im Herbst 1962 seine Tätigkeit in Erfurt
antrat, hatte in Rom das Zweite Vatikanische Konzil begonnen[134],
an dessen Beratungen er seit der 3. Sitzungsperiode[135]
lebhaften Anteil nahm.[136]
Als Mitglied einer vom Wiener Kardinal König geleiteten Subkommission
arbeitete er z. B. am Text zum Atheismusproblem der Pastoralkonstitution über
die Kirche in der Welt von heute Gaudium et Spes[137]
mit.[138]
Neben der Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium[139],
die sein bisheriges Bemühen um die liturgische Erneuerung bestätigte und
weitere Wegweisung war, "die Gläubigen zu einer lebendigen Mitfeier der
heiligen Geheimnisse zu führen"[140],
und der dogmatischen Konstitution über die Kirche Lumen gentium[141]
bestimmte wohl in der Folge des Konzils vor allem Gaudium et Spes die
pastorale Arbeit Aufderbecks.[142]
Wichtige Frucht der Konzilsteilnahme waren für Aufderbeck die seither
intensiv gepflegten Kontakte zur Weltkirche. Mit einigen Bischöfen aus aller
Welt hatte er sich auf dem Konzil zu einer Fraternité Episcopal im Geiste des
Charles de Foucauld[143]
zusammengefunden[144].
Die überlieferte Korrespondenz[145]
zeugt von intensiven Kontakten durch Briefe, Rundbriefe und - wenn
möglich - Besuche. Durch Einladung von internationalen Gästen zu Wallfahrten,
aber auch in Pfarreien ließ Aufderbeck die Gläubigen an seinen internationalen
Kontakten teilhaben, schenkte er ihnen die Erfahrung der Eingebundenheit in die
weltweite Gemeinschaft der Kirche.[146]
Die durch die natürliche Verbindung der mitteldeutschen Diözesen zu ihren
westdeutschen Mutterdiözesen begünstigte Unterstützung durch die Kirchen des
Westens suchte Aufderbeck seinerseits an die Kirchen der östlichen
Nachbarländer weiterzugeben.[147]
Auch Aufderbecks ökumenisches Bemühen fand durch das Konzil Bestätigung und
Ermutigung.[148] Als
Höhepunkte ökumenischer Begegnung in Erfurt können wohl ein Gottesdienst am
26. Mai 1974 im Mariendom mit dem Erzbischof von Canterbury Michael Ramsey[149],
Primas der Anglikanischen Kirche von England, sowie die Begegnung mit dem
Erfurter evangelischen Propst Falcke und dem Prior von Taizé Roger Schutz
anläßlich der Jugendwallfahrt am 11. Mai 1980 auf den Erfurter Domstufen[150]
angesehen werden. Am 19. November 1974 feierte Aufderbeck - erstmals seit der
Reformation - eine hl. Messe in der Elisabeth-Kapelle der Wartburg bei
Eisenach, nachdem der evangelische Landesbischof Braecklein[151]
seine Zustimmung erteilt hatte.[152]
Als das Bistum Meißen 1969-1972 eine Diözesansynode - es
sollte die einzige auf dem Gebiet der DDR bleiben - veranstaltete, um
"durch Verwirklichung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils [auf
Diözesanebene] der Belebung und Erneuerung des Glaubens und der Erfüllung des
Heilsauftrages der Kirche" zu dienen[153],
verfolgte Aufderbeck aufmerksam die Beratungen und die verabschiedeten
Dokumente[154] und
entsandte den damaligen Ordinariatsrat Hans-Reinhard Koch als Beobachter[155].
An der 1973 bis 1975 in Dresden tagenden gemeinsamen Pastoralsynode der Jurisdiktionsbezirke
der DDR[156] war
Aufderbeck aktiv beteiligt; auf der 1. Vollversammlung drohte der heftige
Widerstand von 47 der 151 Synodalen gegen die von der BOK vorgeschlagene
Beschränkung der Themenkreise die Atmosphäre der synodalen Arbeit erheblich zu
belasten; erst ein Kompromißvorschlag Aufderbecks löste die Spannung und trug
wesentlich zu einem motivierenden Beginn der Synode bei.[157]
Als Mitglied der Fachkommission 1 war Aufderbeck wesentlich am Beschluß Glaube
heute[158]
beteiligt und trug somit dazu bei, die Ergebnisse des Konzils für den Glauben
der Katholiken in der DDR fruchtbar zu machen.[159] In Erfurt knüpfte er nahtlos an seine Arbeit in
Magdeburg an und suchte vor allem durch die Neustrukturierung des
Seelsorgeamtes[160]
eine planvolle und effiziente Pastoral zu organisieren.[161]
Schon am 16. November 1962 wies Aufderbeck, der regelmäßig an den monatlichen
Sitzungen des Seelsorgeamtes teilnahm, diese leitete und die Richtung der
pastoralen Arbeit durch grundlegende Referate bestimmte, auf die Notwendigkeit
einer geordneten und gemeinsamen Arbeit in der Seelsorge nach einem Gesamtplan
hin; Ziel dieses Planes seien Kommunität, Finalität und Kontinuität der
Seelsorge.[162] Das
Theologische müsse die Pastoral beherrschen.[163]
"Drei Pastoralkongresse in Erfurt wurden zu Wegmarken der Seelsorge im
Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen."[164]
Priesterkonveniate, Dekanatskonvente, jährlich fünf Priesterwerkwochen
sollten die Gemeinschaft der Mitbrüder[165]
stärken, die jährlichen großen Wallfahrten der Männer zum Klüschen Hagis
(Eichsfeld)[166], der
Frauen zum Kerbschen Berg (Eichsfeld) sowie zum Erfurter Mariendom (Jugendwallfahrt,
Bistumswallfahrt) den Zusammenhalt der gesamten Diözesangemeinschaft
fördern. "Predigt[167]
und Gegenwart des Bischofs [waren] Ermutigung, Aufrichtung und Sendung für das
alltägliche Leben in der Diaspora."[168]
Seine besondere Zuwendung galt den Kindern, den Kranken, Behinderten und Alten.
So schrieb er jährlich Ferienbriefe an die Kinder[169]
und besuchte bei jeder Gelegenheit in den Gemeinden die Alten und Kranken.[170]
Ein letztes beeindruckendes Zeugnis legte Aufderbeck in
seinem Sterben ab[171].
Er sah es als Gnade an, sich so lange auf den Tod vorbereiten zu dürfen.[172]
Im Kreis einer kleinen Gebetsgemeinschaft verstarb Aufderbeck am frühen Morgen
des 17. Januars 1981 im Erfurter St.-Nepomuk-Krankenhaus. "So bete ich
das MISERERE, spreche das AMEN und hoffe auf das ALLELUJA" - so endet sein
Testament in der letzten Fassung vom 15. Dezember 1980.[173]
Während vieles hier nur angedeutet oder nicht genannt
werden konnte[174],
bleibt festzuhalten, daß Aufderbeck geistlich und theologisch in den
Erneuerungsbewegungen des kirchlichen Raumes der zwanziger Jahre verwurzelt[175]
und ein Mann lebhafter pastoraler Kommunikation[176]
war; seine Lebensquellen bildeten die Hl. Schrift und die Liturgie der Kirche.[177]
In den seiner Hirtensorge anvertrauten Gebieten trat ihm Diaspora[178]
"im strengen Sinn des Wortes" entgegen[179];
im Gegensatz zur traditionell verstandenen konfessionellen Diaspora zeigte
sich diese in der SBZ/DDR zunehmend als eine spezifische säkulare[180],
d. h. ideologische bzw. gesellschaftliche Diaspora angesichts des kommunistischen
Staates, der sich keineswegs als wertneutraler Ordnungsfaktor, sondern als
weltanschauliche Größe verstand[181].
Wenn Aufderbeck in der Einleitung zu seinem Büchlein Die Stunde der
Kirche
die "Not der Zeit" als eine "äußere Gnade" bezeichnete,
"die uns zu dem intensiver treibt, was wir auf Grund des Auftrages
Christi ohnehin tun müssen"[182],
dann kam er Theologen nahe, die die Diasporasituation als "heilsgeschichtliches
Muß" betrachten[183].
Während die Herausforderungen einer solchen Diaspora zunächst eine entsprechende
Pastoral und Praxis erforderten, setzte bald auch eine diesbezügliche
Reflexion ein, wurde "die konkrete Diasporahilfe ... der Ort für eine
Theologie der Diaspora."[184]
Und so fand sich bei Aufderbeck, der zwar zuerst und besonders Diaspora-Seelsorger[185]
war, immer auch eine begleitende, "nach-denkende", zunehmend aber
auch vorausdenkende, analytische und schlußfolgernde Reflexion der
gegebenen und aufgegebenen pastoralen Situation. Er ging von der Analyse
aus, daß die katholische Kirche in der DDR eine Diasporakirche ist und in
einer Gesellschaftsordnung lebt, die auf dem Boden des Marxismus-Leninismus[186]
aufbaut. Das bedeutete, daß das öffentliche Leben von materialistischer
Ideologie, sozialistischer Ethik und kommunistischer Futurologie geprägt
war.[187]
Vor diesem Hintergrund strebte Aufderbeck "eine systematische planvolle
Seelsorgearbeit"[188]
an: im Umfeld eines Systems, das auf Klassenkampf und Klassenhaß auf allen
Ebenen angelegt ist, sei es z. B. für alle, die im pastoralen Dienst stehen,
eine der wichtigsten Aufgaben, die Einheit des Geistes zu wahren, d. h. die
Einheit unter den Gläubigen, zwischen Priester und Gemeinde, die Einheit der
Priester, der Priester mit dem Bischof und nicht zuletzt der Ortskirche mit
der Weltkirche.[189]
Die Gläubigen müßten Hilfe und Mut erfahren, zur Unterscheidung der Geister,
zum Mut der Entscheidung, zur Kraft der Entschiedenheit. In einer Umwelt, in
der Mensch und Kollektiv fast ausschließlich vom Funktionellen, Rationellen,
Produktiven, vom Planbaren, Machbaren und Verwertbaren verstanden und
bewertet würden, habe die Kirche gerade da eine große Chance, wo sie "die
natürlichen und geistlichen Werte sichtbar und erfahrbar macht, die erst ein
volles und frohes Menschsein ermöglich[en]".[190]
Wichtigste Aufgabe der Pastoral sei mithin die Auferbauung einer lebendigen
Gemeinde aus drei Elementen: "Mit dem Worte Gottes [μαρτυρία],
mit dem Brote Gottes [λειτoυργία],
mit der Liebe [διακovία] Gottes." Erst dann
werde die Gemeinde "im wahren Sinn 'katholisch': ... Glaubensgemeinschaft,
eucharistische Tischgemeinschaft, Liebesgemeinschaft."[191]
"Sammeln", "Sich versammeln", "Ausstreuen",
"Verwurzeln" sah Aufderbeck besonders in der Diaspora als Wirkkräfte
der Kirche.[192] Die
Titel der von Aufderbeck 1964-79 im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der
Seelsorgeämter im Bereich der Berliner Ordinarienkonferenz (BOK) herausgegebenen
Pastoralen Aufsätze[193]
verdeutlichen Schwerpunkte, die er in der Pastoral setzte: Aedificare[194],
Congregare, Plantare - der Seelsorger sei berufen zu bauen, zu
sammeln, zu pflanzen (Jer 1.10)[195],
das Volk Gottes aus allen Völkern, Sprachen und Nationen zusammenzuführen (Adunare),
das Licht "auf den Scheffel zu stellen" (Illuminare) und das
Bauwerk zu errichten, "das uns in den Stürmen der Zeit Halt und Sicherheit
gibt" (Confirmare). Und schließlich sei die Kirche pilgerndes
Gottesvolk auf dem Weg durch die Zeit, das in Hoffnung und Zuversicht Sein
Kommen erwarte (Sperare).[196]
Der Berliner Pfarrer Dr. Johannes Pinsk[197]
war bereits Ende der 40er Jahre beeindruckt vom theologischen Elan, "von
der ungemein anregenden Arbeit, die ... in der Person des Herrn Studentenpfarrers
Aufderbeck einen ebenso klugen wie bescheidenen Helfer gefunden hat ..."
Wenn man die Gesamtheit des Lebens und Wirkens Aufderbecks in den Blick nimmt,
kann man mit Pinsk resümieren: "In Zeiten, in denen auf seelsorglichem
Gebiet oft so instinkt- und hilflos am Wesentlichen vorbeigearbeitet wird, war
das, was ich in den Tagen erlebte, schon ein großer Trost und eine rechte
Freude über die Gestaltung des Reiches Gottes in diesem z. Zt. so verlassenen
und gefährdeten Bezirk unseres Vaterlandes".[198]
[1]
Eine detaillierte Untersuchung zu Leben und Werk Hugo Aufderbecks liegt bisher
nicht vor. Eine populäre Darstellung lieferte kürzlich: Helga Mondschein: Bischof Hugo
Aufderbeck. Lebenszeugnis / Bistum
Erfurt (Hrsg.). Heiligenstadt,
1996.
[2]
Hugo Aufderbeck: Das
gemeinsame Werk. Gedanken über Bischof, Priesterschaft und Gemeinde.
Regensburg, 1972. Dieses Buch bringt eine Auswahl aus: Walter Hentrich (Hrsg.): Das gemeinsame Werk. Ein Werkbuch zur Seelsorge
anläßlich des 60. Geburtstages von Hugo Aufderbeck. Aus seinen
Aufsätzen, Predigten und sonstigen Veröffenlichungen. Im Auftrag des
Bischöflichen Seelsorgeamtes Erfurt. Leipzig-Heiligenstadt, 1969.
[3]
Bistumsarchiv Erfurt (BAEF) - Handakten Aufderbeck (Konzil): vom Pustet-Verlag
zusammengestellte Rezensionen, hier: Archiv für Liturgiewissenschaft XIX,
353.
[4]
Ebd., hier: Deutsche Tagespost, 12. 9. 72.
[5]
Ebd., hier: Anzeiger für die kath. Geistlichkeit, Okt. 72.
[6]
Hugo Aufderbeck: Wortgottesdienste.
Kommunionfeiern am Sonntag. Graz-Wien-Köln, 1979. Dieses Buch erschien als
Lizenzausgabe des St. Benno-Verlages: Hugo Aufderbeck:
Stationsgottesdienst. Kommunionfeier. Texte für den sonntäglichen
Gottesdienst ohne Priester in den Außenstationen der Diaspora.
Leipzig-Heiligenstadt, 1979.
[7]
BAEF - A IV d 1: Laiengottesdienst 1969-84 - vom Styria-Verlag zusammengestellte
Rezensionen, hier: Zeit im Buch, Wien, 2/80.
[8]
So Martin Luther treffend für das griechische o" συγκoιvωv_ς.
[9]
Vgl. Franz Schneider: In
memoriam Hugo Aufderbeck. In: Gottesdienst 15 (1981) 25 f.
[10]
Während sich die Forschung seit 1989 zunächst fast ausschließlich dem Protestantismus
zuwandte, beginnt sich das Bild nunmehr allmählich zu wandeln und die Forschung
sich auch der Geschichte der katholischen Kirche zuzuwenden. - Vgl. Ewald Frie: Erste Schneisen. Ein
Literaturbericht zur katholischen Kirche in der DDR. In: HK 51/2 (Februar
1997) 85-89, hier: 85.
[11]
Josef Pilvousek (Hrsg.):
Kirchliches Leben im totalitären Staat. Seelsorge in der SBZ/DDR 1945-1976.
Quellentexte aus den Ordinariaten. Leipzig, 1994. - Martin Höllen: Loyale Distanz? Katholizismus
und Kirchenpolitik in SBZ und DDR - Ein historischer Überblick in Dokumenten.
Bd. 1: 1945 bis 1955. Berlin, 1994. - Gerhard Lange; Ursula Pruß;
Franz Schrader; Siegfried Seifert (Hrsg.): Katholische Kirche -
Sozialistischer Staat. Dokumente und öffentliche Äußerungen 1945-1990.
Leipzig, 1992. - Gerhard Lange;
Ursula Pruß (Hrsg.): An der
Nahtstelle der Systeme. Dokumente und Texte aus dem Bistum Berlin 1945-1990.
1. Halbbd.: 1945-1961. Leipzig, 1996.
[12]
Z. B.: Gerhard Lange: Alfred
Kardinal Bengsch (1921-1979). In: Jürgen
Aretz; Rudolf Morsey;
Anton Rauscher (Hrsg.): Zeitgeschichte
in Lebensbildern. Bd. 7: Aus dem deutschen Katholizismus des 19. und
20. Jahrhunderts. Mainz, 1994, 161-174. - Renate Krüger: Bischof Heinrich Theissing. Ein Lebensbild.
Leipzig, 1993. - Vgl. Mondschein (s. Anm. 1).
[13]
Z. B.: Rolle und Selbstverständnis der Kirchen in den verschiedenen Phasen
der SED-Diktatur. Materialien der Enquete-Kommission "Aufarbeitung
von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland" (12.
Wahlperiode des Deutschen Bundestages). Hrsg. v. Deutschen Bundestag VI/1-2.
Baden-Baden, 1995. - Thomas Raabe:
SED-Staat und Katholische Kirche. Politische Beziehungen 1949-1961. Paderborn
u. a., 1995 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte; Reihe B,
70). - Clemens Vollnhals (Hrsg.):
Die Kirchenpolitik von SED und Staatssicherheit. Eine Zwischenbilanz.
Berlin, 1996.
[14]
Rektor Christian Hammerschmidt
(Pseud. f. Hugo Aufderbeck): Die Stunde der Kirche oder Alle Zeiten sind
Zeiten des Herrn. Eine Handreichung zur Seelsorge. O. O., o. J. (1961), 11.
Für die Konzeption seiner Pastoral spielte das Gegenüber zum sozialistischen
Staat keine entscheidende Rolle. Aufderbecks Grundansatz war grundsätzlich ein
theologischer. Lediglich, wenn Sachfragen zu behandeln waren oder aber
Grundrechte der Kirche oder einzelner Gläubiger durch staatliche Behörden in
Frage gestellt wurden, sah sich Aufderbeck zu entsprechenden Verhandlungen
genötigt. Da das Gebiet des späteren Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen (seit
1973) auf dem Territorium der DDR-Bezirke Gera, Suhl und Erfurt lag, fand sich
das staatliche Gegenüber in den Behörden dieser drei Bezirke. Während die
Verhandlungen beim Rat des Bezirkes Gera jedoch in der Regel durch das Ordinariat
des Bistums (Dresden-)Meißen wahrgenommen wurden, zu dessen Territorium der
größte Teil des Bezirkes Gera gehörte, und die regelmäßigen Verhandlungen mit
dem Rat des Bezirkes Suhl meist durch den Bischöflichen Kommissar (bis 1973)
bzw. Bischofsvikar in Meiningen geführt wurden, verhandelte Aufderbeck in gelegentlichen
Grundsatzgesprächen mit dem Rat des Bezirkes Suhl, ansonsten aber vor allem
(mündlich oder schriftlich) mit dem Rat des Bezirkes Erfurt. - Zu den
Verhandlungen vgl. BAEF - Handakten Aufderbeck: Kirche/Staat I-V. Während
seiner gesamten Amtszeit dabei wohl am heftigsten umstritten war das Thema
Jugendweihe; vgl. BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt
Erfurt-Meiningen: A XVI d.
[15]
Vgl. Josef Pilvousek: "Innenansichten"
- Von der "Flüchtlingskirche" zur "katholischen Kirche in der
DDR". In: Materialien der Enquete-Kommission (s. Anm. 13), 1134-63,
hier: 1155-62.
[16]
1891-1956; Aufderbeck begegnete Weskamm als Domvikar in Paderborn, als Pfarrer
und Dechant in Merseburg (1943), als Propst (1943), Kommissar (1944) und
Weihbischof (1949) in Magdeburg sowie als Bischof von Berlin (1951) und war mit
ihm u. a. auf dem Ersten Internationalen Liturgischen Kongreß in Lugano. Vgl.
auch Anm. 194.
[17]
1921-1979; 1959 Weihbischof in Berlin; 1961 Bischof von Berlin; 1967 Kardinal.
- Vgl. zuletzt: Lange (s. Anm. 12).
[18]
Stark Berlin-zentriert z. B.: Ulrich von Hehl;
Wolfgang Tischner: Die
katholische Kirche in der SBZ/DDR 1945-1989. In: Materialien der Enquete-Kommission
(s. Anm. 13), 875-949. - "Die Konzentration auf Berlin und Politik ist
allerdings für die DDR-Forschung insgesamt nicht untypisch.", vgl. Frie
(s. Anm. 10), 86.
[19]
Familienchronik im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[20]
Vikar in Hellefeld 1919-27; † 30. 10. 1974. Aufderbeck widmete ihm den siebten
Band seiner pastoralen Aufsätze Sperare. - Vgl. Hugo Aufderbeck (Hrsg.): Pastorale Aufsätze I-VII (Aedificare,
1964; Congregare, 1965; Plantare, 1966; Adunare, 1968; Illuminare,
1972; Confirmare, 1974; Sperare, 1979). Leipzig, 1964-79.
[21]
* 10. 10. 1910 Altenhellefeld; Studienassessor; † 5. 3. 1942 (gefallen in
Rußland). - Vgl. Familienchronik (s. Anm. 19).
[22]
Zu Kindheit und Jugend vgl.: Hugo Aufderbeck:
Deo gratias. Ansprache bei der Feierstunde zu seinem 70. Geburtstag im
Coelicum des Erfurter Mariendomes. In: Elfriede Kiel (Bearb.): Volk Gottes auf dem Weg. Briefe,
Meditationen, Ansprachen und Predigten von Bischof Hugo Aufderbeck und Von
seinem Leben und Sterben. Leipzig, 21981, 239-241; P. A. (Paul Aufderbeck): Von Hellefeld - von Kindheit und Jugend des
Bischofs. In: ebd., 242 f. Darüber hinaus vgl: Gespräche mit Prälat Paul
Aufderbeck (Bruder Hugo Aufderbecks, * 1914, Domkapitular Esssen) am 17. August
1994, 1. Mai 1995, 3. Juni 1996.
[23]
Aufderbeck: Deo gratias (s. Anm. 22). Von seinen Hellefelder liturgischen
Erfahrungen nennt Aufderbeck hier ausdrücklich die intensive Feier der Kar-
und Osterwoche. Später sollte er mit seinen Arbeiten zur Kar- und Osterliturgie
die Liturgie und Pastoral der katholischen Kirche in der DDR entscheidend
prägen. Vgl.
Hugo Aufderbeck u. a.: Pascha
Domini. Die
Feier der Ostergeheimnisse /Seelsorgeamt für das
Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg (Hrsg.). Halle, 1948; Hugo Aufderbeck (Hrsg.): Die Feier der
vierzig und fünfzig Tage. Ein Werkbuch. Leipzig, 1958, 21960.
[24]
Zur Geschichte des mehr als 1100jährigen Kirchspiels Hellefeld vgl.: 1100
Jahre Kirchspiel Hellefeld "Altes Testament". Hrsg. v.
Arbeitskreis 1100 Jahre Kirchspiel Hellefeld "Altes Testament".
Sundern, 1985. Ein biographischer Überblick: Paul Aufderbeck: Bischof Hugo Aufderbeck. Ebd., 122-128.
[25]
Seine Schwester Maria Harder (1912-96) führte ihm in Halle zwölf Jahre den
Haushalt. Seine jüngste Schwester Adelhaid (* 1926) war seine Primizbraut, und
Aufderbeck nannte sie - obwohl durch Krankheit seit dem 14. Lebensjahr ans Bett
gefesselt - seine treueste Reisebegleiterin, die sein Leben und Werk im Gebet
begleitete.
[26]
Vgl. z. B. Zentralarchiv des Bischöflichen Ordinariates Magdeburg (ZBOM) -
Seelsorgeamt-Paderborn 1948-1956/1957-1969: Hugo Aufderbeck, 4. 6. 1962: Sr.
Gnaden dem Hochwürdigsten Herrn Prälaten Domkapitular Alois Nüschen,
Paderborn. Aufderbeck hob in diesem Zusammenhang einmal Ludwig Wulf hervor, der
sich - auch Sauerländer - seiner in Gelsenkirchen als Neupriester annahm, den
er im Dekanat Halle und später in Magdeburg wieder traf, der ihm die Exerzitien
zur Bischofsweihe auf der Huysburg und zum zehnten Jahrestag im Klüschen Hagis
(Eichsfeld) hielt - "wahrhaft: ein pater spiritualis"; vgl.
Aufderbeck: Deo gratias (s. Anm. 22), 240.
[27]
ZBOM - Kartei verstorbener Priester des Kommissariats: Personalbogen Hugo
Aufderbeck.
[28]
Vgl. P. A.: Kindheit und Jugend (s. Anm. 22), 243.
[29] Seit 1945: "Collegium Leoninum".
[30]
Zum Leokonvikt vgl. Heinz Lehrmann
(Hrsg.): Auf dem Weg zum priesterlichen Dienst. Collegium Leoninum
Paderborn 1895-1995. Paderborn, 1994. - Heinz Schürmann:
Konviktsleben in bewegter Zeit 1932-1936. In: ebd., 202-210, hier: 202
f. Schürmann vermutet, daß die Lebensordnung im Paderborner Theologenkonvikt
"vergleichsmäßig eine der freiesten und erträglichsten im damaligen
deutschen Sprachraum" gewesen sei, begründet wohl in der Tatsache, daß der
Großteil der Neupriester des Erzbistums für drei und oft auch mehr Jahre in der
nord- oder mitteldeutschen Diaspora Dienst tun mußte, was eine Erziehung zu
verantwortlicher Selbständigkeit erforderte.
[31]
Dieses charakterisiert Schürmann (s. Anm. 30), 202 f. "in
schmerzlich-krassem Unterschied" zur relativen Freiheit des
Theologenkonvikts. - Aufd. legte 1932 das Philosophicum, 1934 das I.
Theologicum, 1935 das II. Theologicum und 1936 das Presbyteratsexamen ab. Das
Pfarrexamen (mit "gut") folgte am 13. 11. 1942. - ZBOM - Kartei
verstorbener Priester des Kommissariats: Personalbogen Hugo Aufderbeck.
[32]
† 1946 als Regens des Paderborner Priesterseminars.
[33]
Aufderbeck: Deo gratias (s. Anm. 22), 240.
[34]
Vgl. Anm. 16. Aufderbeck: Deo gratias (s. Anm. 22), hier: 241.
[35]
Aufderbeck: Deo gratias (s. Anm. 22), hier: 241. - Für Aufderbecks Magdeburger
Zeit ist unter den ihm freundschaftlich verbundenen Priestern auch Prälat
Martin Fritz, 1948-76 Leiter des Seelsorgehelferinnenseminars Magdeburg sowie
langjähriger Leiter des Katechetischen Amtes im Seelsorgeamt des
Erzbischöflichen Kommissariates, zu nennen; Aufderbeck hat dort wohl kaum eine
Entscheidung gefällt, ohne sie eingehend mit diesem zu besprechen. - Vgl.
Prof. Dr. Heinz Schürmann: Schreiben an den Autor, Erfurt, 7. 7. 1997.
[36]
1891-1957; seit 1928 Hrsg. der Liturgischen Zeitschrift; 1929-39
Studentenseelsorger in Berlin; 1939-54 Pfarrer von Mater Dolorosa in
Berlin-Lankwitz; 1954 Honorarprofessor an der Freien Universität Berlin; vgl.
z. B. Johannes Günther: Johannes
Pinsk (1891-1957). In: Wolfgang Knauft
(Hrsg.): Miterbauer des Bistums Berlin. 50 Jahre Geschichte in Charakterbildern.
Berlin, 1979, 209-222.
[37]
Aufderbeck: Deo gratias (s. Anm. 22), 241.
[38]
1863-1942, vgl. Paul Aufderbeck: Pfarrer
Dr. Albert Fritsch. In: 1100 Jahre Kirchspiel Hellefeld (s. Anm. 24),
118-122.
[39]
Alfred Rosenberg: Der Mythus
des 20. Jahrhunderts. München, 1930, 23, 241934.
[40]
1865-1941; (Erz-)Bischof von Paderborn 1920-41; vgl. Erwin Gatz. In: Ders. (Hrsg.): Die Bischöfe der deutschsprachigen Länder
1785/1803 bis 1945. Ein biographisches Lexikon. Berlin, 1983, 386 f.
[41]
Gespräche mit Aufderbeck (s. Anm. 22); BOEF - V/352: Hugo Aufderbeck:
Ernstfall. Predigtskizze für die Jugend in Heiligenstadt am 30. März 1974.
[42]
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld; Antritt der
Stelle unter dem 23. 4. 1936 - vgl. ZBOM - Kartei verstorbener Priester des
Kommissariats: Personalbogen Aufderbeck.
[43]
Gespräche mit Aufderbeck (s. Anm. 22); vgl. auch: Aufderbeck: Bischof Hugo
Aufderbeck (s. Anm. 24), 122 f.
[44]
Gasthörerscheine der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster im Besitz der
Familie Aufderbeck, Hellefeld. Auch in Halle immatrikulierte sich Aufderbeck
noch einmal an der Universität; vgl. Gasthörerscheine für das Sommerhalbjahr
1943, das Winterhalbjahr 1943/44 und das Winterhalbjahr 1944/45 im Besitz der
Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[45]
Antritt der Stelle am 29. April 1938.
[46]
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld. - Vgl. ZBOM -
Kartei verstorbener Priester des Kommissariats: Personalbogen
Aufderbeck/Personalangaben für Personalschematismus.
[47]
Mit Schreiben des erzbischöflichen Generalvikariats vom 10. Januar 1947 wurde
ihm der Titel "Studentenpfarrer" verliehen. - Schreiben im Besitz der
Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[48]
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld. - Vgl. ZBOM -
Kartei verstorbener Priester des Kommissariats: Personalbogen
Aufderbeck/Personalangaben für Personalschematismus.
[49]
Antritt der Stelle am 20. Juli 1942.
[50]
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld. - Vgl. ZBOM -
Kartei verstorbener Priester des Kommissariats: Personalbogen
Aufderbeck/Personalangaben für Personalschematismus.
[51]
Intensive Kontakte zum Leipziger Oratorium förderten die liturgische
Erneuerung.
[52]
Gespräch mit Pfr. Michael Ullrich, Dresden, 2. Oktober 1995, sowie Mitteilung
Pfr. Michael Ullrich, 6. Oktober 1995.
[53]
Gespräch mit Pfr. Claus Herold, Halle, 13. September 1995.
[54]
* 1929 Halle; 1954 Priesterweihe und Vikar in Magdeburg; 1961
Diözesanjugendseelsorger; 1968 Pfarrer von Hl.-Kreuz, Halle; 1995 emeritiert.
[55]
Der "Fall Stettin". In: Hedwigsblatt. Katholisches
Kirchenblatt im Bistum Berlin 31/50 (9. Dezember 1984). Die zum Tode
verurteilten und in Halle hingerichteten Priester waren Prälat Dr. Carl
Lampert, P. Friedrich Lorenz OMI und Kaplan Herbert Simoleit, hingerichtet am
13. November 1944; Beisetzung der Urnen auf dem St. Gertrauden-Friedhof in
Halle am 17. November; vgl. Wolfgang Knauft:
"Fall Stettin" ferngesteuert. Berlin, 1994, hier: 55 f.
[56]
Erneut unter: Dresden, 13. 5. 1943.
[57]
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[58]
Franz Schrader: Der Hallenser
Vikar Hugo Aufderbeck und sein Soldatenkreis in der Zeit des Zweiten
Weltkrieges. In: Ders.: Stadt,
Kloster und Seelsorge. Beiträge zur Stadt-, Kloster- und Seelsorgegeschichte im
Raum der mittelalterlichen Bistümer Magdeburg und Halberstadt. Gesammelte
Aufsätze. Leipzig, 1988 (SKBK; 29), 335-339.
[59]
1878-1946; 1933-46 Bischof von Münster; 1946 Kardinal; vgl. z. B. Eduard Hegel. In: Gatz: Bischöfe (s. Anm. 40),
225-227.
[60]
Gespräche mit Frau Maria Harder, Arnsberg, 18. August 1994, 1. Mai 1995.
[61]
Hugo Aufderbeck: An seine Eltern und Geschwister, Halle/Saale, den 14. Oktober
44. Im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[62]
Vgl. Bernhard Opfermann: Das
Bistum Fulda im Dritten Reich (Ostteil und Westteil). Priester, Ordensleute und
Laien, die für Christus Zeugnis ablegten. Fulda, 1987, 140.
[63]
Erzbischof Lorenz Jaeger ernannte Aufderbeck am 1. April 1946 zum
Dekanatsjugendseelsorger der Mannesjugend im Dekanat Halle. -
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[64]
Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[65]
† 1996 Berlin.
[66]
Vgl. ZBOM - Freie Deutsche Jugend (FDJ)-Werk der Jugend-Junge
Pioniere-Jugendausschüsse 1945-1953, hier: Vikar Aufderbeck: An das
Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Betr. Jugendarbeit. Halle/Saale, 29.
Juli 46.
[67]
Wilhelm Weskamm: Propst und Erzbischöflicher Kommissar an den Minister für
Volksbildung Abteilung Jungendwerk. Halle/S. den 4. Februar 1947. -
ZBOM - Freie Deutsche Jugend (FDJ)-Werk der Jugend-Junge Pioniere-Jugendausschüsse
1945-1953. - Das "Werk der Jugend" wurde am 15. April 1948
wiederaufgelöst; vgl. Hugo Aufderbeck,
Seelsorgeamt für das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg, Halle/S., 16.
April 1948, an das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. - ZBOM - ebd.
[68]
1912-94; vgl. z. B.: Bernd-Rainer Barth;
Christoph Links; Helmut Müller-Enbergs; Jan Wilgohs (Hrsg.): Wer war Wer in der
DDR. Ein biographisches Handbuch. Frankfurt/M., 1995 (Originalausgabe als
elektronisches Lexikon im Ch. Links-Verlag, Berlin, 1994), 321 f. Vgl. auch
Clemens Brodkorb: Hugo
Aufderbeck. Ebd., 29.
[69]
1914-92; 1943 Domvikar in Erfurt; 1946 Diözesanjugendseelsorger; 1958-1978
Seelsorgeamtsleiter; 1962 Ordinariatsrat; Prälat; 1987 emeritiert.
[70]
Gespräche mit Msgr. Walter Hentrich, Weimar, 6. September 1994, sowie mit
Herold (s. Anm. 53).
[71]
Zentrale Delegiertenkonferenz.
[72]
Gespräch mit Herold (s. Anm. 53).
[73]
Amtsantritt: 1. Februar 1948.
[74]
Ernennungsschreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld. - Vgl. ZBOM -
Kartei verstorbener Priester des Kommissariats: Personalbogen
Aufderbeck/Personalangaben für Personalschematismus.
[75] Ebd.
Aufderbeck wurde 1948 zugleich von der Verwaltung der 2. Vikarstelle an der
Propsteikirche St. Franziskus und Elisabeth in Halle entbunden, behielt jedoch
die Studentenseelsorge bis 1950 bei; erst unter dem 1. 10. 1950 wurde er von
dieser entpflichtet und verlegte seinen Amtssitz nach Magdeburg.
[76]
Vgl. zum Seelsorgeamt auch: Rudolf Joppen:
Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg 11: Geschichte und Rechtsstellung
von der Potsdamer Konferenz bis zur Gründung der Deutschen Demokratischen
Republik 1945-1949. Leipzig, 1989 (SKBK; 31), 50-56.
[77]
ZBOM - Akte Seelsorgeamt - Sitzungen des Seelsorgeamtes - Protokolle: 1948-1952;
1962-1977: Erste Sitzung des Seelsorgeamtes 11. Mai 1948: "... 3. Aufgaben
des Seelsorgeamtes: a) Das Durchdenken der Seelsorgeprobleme; b) Das Zusammenfassen
aller Arbeiten und Arbeitskräfte; c) Besprechungen für Seelsorger,
Pfarrhelferinnen, Katecheten, Laienkräften usw.; d) Bereitstellen von
Material.”
[78]
Vgl. ZBOM - Akte Seelsorgeamt - Sitzungen des Seelsorgeamtes - Protokolle:
1948-1952; 1962-1977: Diasporaseelsorge heute.
[79]
Es komme in der Diasporaseelsorge darauf an, daß alle ein gemeinsames großes
Ziel hätten, einen Bauplan, und daß ein jeder an seiner Stelle am heiligen Dom
baue. Es dürfe nicht so sein, daß jeder gleichsam eine Baracke baue, sondern
daß alle zusammen e i n e n großen Dom bauten. Deshalb das Suchen nach
dem gemeinsamen Ziel. Und dieses Ziel bestehe darin, daß G e m e i n d e gebildet werde: Gemeinde Jesu Christi inmitten einer glaubenslosen
Umgebung. Eine zufällig zusammengewürfelte Schar von Christen, aber auch eine
Kirche voller Menschen sei noch keine Gemeinde. Gemeinde sei Gemeinschaft im
Herrn: Gemeinsamkeit in der Lehre, im Brot-Brechen, im Gebet, in der
helfenden Liebe, wo einer des anderen Last trage und alle ein Herz und eine
Seele seien. - Vgl. ebd.
[80]
Die Gläubigen müßten ein inneres Ja zu der bestehenden Situation sagen, zum
Heute, und darin den Ruf Gottes sehen für ein großes neues Werk in dieser
Stunde und in diesem Raum. - Vgl. ebd.
[81]
Eine der wichtigsten Aufgaben des neu errichteten Seelsorgeamtes war die
Integration der Heimatvertriebenen; schon 1954 waren diesbezüglich erhebliche
Erfolge vorzuweisen: vgl. ZBOM - Seelsorge - Dorfapostel 1956-1962;
Männerseelsorge 1949-1961; Konferenzen Diözesanmännerseelsorge 1959-1966; Kolpingsarbeit
1955-1966; Ernennungen Dekanats-Männerseelsorger 1951-1965: Prälat Dr.
Kaspar Schulte, Paderborn, 28. 5. 1954, an Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger, Paderborn:
"... Folgende Feststellungen konnte ich im Vergleich zu den ersten Jahren
nach dem Krieg treffen: 1. Es scheint im großen Maße gelungen zu sein, die
Ostvertriebenen religiös und menschlich in unserem Erzbistum zu beheimaten. Mit
großem Beifall wurde zum Beispiel in Magdeburg es aufgenommen, als ein Ostvertriebener
aus Oberschlesien betonte: Bei aller Liebe zu unserer Heimat müssen wir doch
ganz klar sehen, daß wir jetzt eine neue Heimat haben und dort verwurzeln
müssen."
[82]
Vgl. ZBOM - Seelsorgeamt-Generalia 1948-1978; Andere Seelsorgeämter 1948-1956;
Stationsgottesdienst, Laiengottesdienste 1958-1963: Zur Frage des Bleibens
(grundlegendes Gutachten, das jedoch nicht datiert oder gezeichnet ist; Aufderbeck
notierte darauf lediglich handschriftlich "Seelsorgeamt Magdeburg";
das Schriftstück ist aus dem Umfeld der Akte auf den Winter 1960/61 zu
datieren): "Die Frage danach, ob die Kirche, wenn auch mit der gebotenen
Vorsicht, etwas zum Bleiben sagen muß, wird immer dringlicher. Sie entsteht
nicht nur durch den tatsächlichen Wegzug vieler Gemeindeglieder, sondern auch
durch die bei vielen gegebene Bereitschaft, bei nächster Gelegenheit zu gehen,
und durch die bei noch mehr Leuten gegebene Bundesbürgerschaft in voto.
..." - Das Gutachten stellt Für und Wider gegenüber, erwägt die sittliche
Verantwortbarkeit des Bleibens, entsprechende moraltheologische Grundsätze
sowie die biblische Motivierung und stellt Grundsätze für die pastorale
Behandlung auf.
[83]
Aufderbeck hatte dieses Haus 1947 "entdeckt" und auf Vermittlung des
Pfarrvikars Karl Fromme und unter Mitwirkung des Caritasdirektors Franz
Wüstefeld als "Erholungsheim für Geistliche und Kirchenangestellte"
angemietet; vgl. ZBOM - Erholungsheim Bad Kösen-Konrad-Martin-Haus 1947-1977:
Wüstefeld - Aufderbeck - Fromme, Halle, 26. Februar 1947, an das
Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg. Zur Geschichte des Hauses vgl. auch:
Joppen (s. Anm. 76), 52 f., Anm. 142; Franz Schrader:
Überblick über die Geschichte des Bischöflichen Amtes Magdeburg von der
Reformation bis heute. In: Ders.:
Auf dem Weg durch die Zeit. Beiträge zur Geschichte der Kirche in
Sachsen-Anhalt, Paderborn, 1994, 55-96, hier: 78 f. Im Konrad-Martin-Haus
fanden bis 1962 u. a. zahlreiche Kurse für Priester, Studenten,
Pfarrhelferinnen und Jugendliche, Priesterwerkwochen, Arbeitswochen für
Lehrer, Techniker, Naturwissenschaftler, Ärzte, Seelsorgehelferinnen etc.
statt; vgl. u. a. ZBOM - Seelsorgeamt. Chronik 1948-1951; Seelsorgeamt.
Chronik 1955-1962.
[84]
BAEF - Handakten Aufderbeck (Konzil): Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgeämter.
Berichte 1951-1964; ZBOM - Seelsorgeamt. Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgeämter
und Seelsorgereferate 1951-1979.
[85]
Herausragendes Beispiel sind sicher die von Aufderbeck im Auftrag der
Arbeitsgemeinschaft herausgegebenen "Pastoralen Aufsätze" (s. Anm.
20).
[86]
Z. B. der Eucharistische Kongreß 1960 in München, vgl. BAEF -
Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgeämter. Berichte 1951-1964: Bericht über die
Konferenz der AGS der Bistümer und Jurisdiktionsbezirke der DDR am 9./10. Dez.
1959 in Berlin: "... II. Eucharistischer Kongreß 1960 in München.
..."
[87]
Vgl. ebd.: "... I. Entwurf einer Pastoralanweisung für das seelsorgliche
Wirken in der Gegenwart. Die AG war seitens der Ord. Konf. beauftragt worden,
einen Entwurf für ein Pastorale an den Klerus zu erarbeiten, das Richtlinien
für ein zeitgemäßes seelsorgliches Wirken zum Inhalt haben soll. ..."
[88]
ZBOM - Priesterausbildung-Norbertuswerk 1952-1970, 1973; vgl. auch: Hugo Aufderbeck: Vom Autoschlosser zum
Diasporapriester. In: Tag des Herrn. Katholisches Kirchenblatt
2/3-4 (19. Januar 1952) 14. - Zur Geschichte vgl.: Joppen (s. Anm. 76), 20-24.
[89]
ZBOM - Priesterausbildung-Sprachenkurs Halle 1952-1957, 1962-63, 1966-1972.
[90]
BOEF - Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgeämter. Berichte 1951-1964:
Arbeitsgemeinschaft der Seelsorgeämter, 2./3. 11. 59, Bad Kösen. Sondersitzung:
"... Es ist wohl 10 oder 11 Jahre her, daß unsere AG sich hier zum 1. Mal
traf. ... Bei der 1. Sitzung wurde das Norbertuswerk, das Katechetenseminar und
der Sprachenkurs geboren. Wir dürfen gerade auf diese drei Institutionen mit
Dankbarkeit gegen Gott zurückschauen. ..." (Die erste Sitzung der
Arbeitsgemeinschaft fand allerdings am 16. und 17. Mai 1951 in Bad Kösen
statt).
[91]
Weit über den Bereich des Erzbischöflichen Kommissariates Magdeburg hinaus
gewannen z. B. die vom Seelsorgeamt herausgegebenen Handreichungen zur
Seelsorge Bedeutung; vgl. ZBOM - Seelsorgeamt. Handreichungen zur Seelsorge,
hrsg. v. Seelsorgeamt Magdeburg; BAEF - Handakten Aufderbeck Konzil:
Handreichungen zur Seelsorge, hrsg. v. Seelsorgeamt Magdeburg.
[92]
Hugo Aufderbeck, Geistlicher Rat, Magdeburg, 11. Juni 1955, an Erzbischof
Lorenz Jaeger - Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
Aufderbeck argumentierte, daß ein Wechsel in der Leitung des Seelsorgeamtes hin
und wieder neue Gedanken und Impulse in die pastorale Arbeit brächten. Die
Arbeit könne zudem nicht von einem Büro aus erfolgen, sondern nur in lebendigem
Kontakt mit den verschiedensten Gruppen der Gläubigen; wenn er das damit
verbundene unruhige Leben einmal nicht mehr übernehmen könne, dann könne er es
den Gläubigen nicht mehr zumuten, eine Gemeinde zu übernehmen. Er stehe im 20.
Priesterjahr und betrachte diesen Zeitpunkt für die Übernahme einer Pfarrei als
geeignet.
[93]
1899-1988; 1941 Generalvikar des Erzbischofs von Paderborn; 1952 Weihbischof
von Paderborn mit Sitz in Magdeburg und Erzbischöflicher Kommissar; 1970
emeritiert.
[94]
Handschriftliches Schreiben Friedrich Maria Rintelen, 5. Juli 1955 - im Besitz
der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[95]
So wurde er am 1. 9. 1955 zum Erzbischöflichen Klosterkommissar für die
Genossenschaft der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau
(Provinzialmutterhaus Berlin-Marienfelde) soweit sie im Ostteil des Erzbistums
Niederlassungen hatte, am 14. November 1956 zum Examinator betr. Examen nach Can. 130
CIC, am 1. Januar
1958 zum Mitglied des Coetus deputatorum pro disciplina (Sorge um den Geist und
die Erziehung in den Erzbischöflichen Priesterausbildungsanstalten und
Knabenkonvikten des Erzbischöflichen Kommissariates Magdeburg) sowie am 14.
Februar 1962 zum Erzbischöflichen Klosterkommissar für die Schwestern von der
Göttlichen Vorsehung in Sandau berufen. - Entsprechende Ernennungsschreiben im
Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[96]
Vgl. ZBOM - Priesterausbildung-Jubiläen 25 Jahre Norbertuswerk und
Huysburg-Einladungen 1977: Hugo Aufderbeck, Bischof, Erfurt, 15. Februar 1977,
an Bischof Johannes Braun, Magdeburg. Zur Geschichte vgl. auch: Joppen (s.
Anm. 76), 24-28.
[97]
ZBOM - Archiv des Pastoralseminars Huysburg.
[98]
Zur Geschichte vgl.: Joppen (s. Anm. 76), 57-59.
[99]
BAEF - Handakten Aufderbeck (Konzil): Hugo Aufderbeck: Dogmatik im
Seelsorgehelferinnen-Seminar Magdeburg O-Kurs 1950-1963.
[100] 1948-76
Leiter des Seelsorgehelferinnenseminars Magdeburg sowie langjähriger Leiter des
Katechetischen Amtes im Seelsorgeamt des Erzbischöflichen Kommissariates.
[101]
Hugo Aufderbeck; Martin Fritz (Hrsg.): Pastoralkatechetische
Hefte 1-62. Leipzig, 1954-79.
[102]
Gespräche mit Aufderbeck (s. Anm. 22); danach organisierte Döpfner auch den
Druck im Westen sowie die (illegale) Einfuhr und Verteilung.
[103]
1913-76; 1948 Bischof von Würzburg, 1957 Bischof von Berlin, 1958 Kardinal,
1961 Erzbischof von München und Freising.
[104]
Vgl. Anm. 14, 182, 186.
[105]
Die "Versammlung" als Grundkategorie gemeindlichen und
gottesdienstlichen Lebens wurde hier neu entdeckt. - Vgl. Franz Schneider: Sonntagsgottesdienste
ohne Priester. Erfahrungen in einer Diasporakirche. Gastvorlesung an der
Theologischen Fakultät der Universität Bamberg im Wintersemester 1991. Vgl.
auch: Aufderbeck, Stationsgottesdienst (s. Anm. 6), 3: "Den Gläubigen in
der Zerstreuung geht es wie Steinen, die bei Wind und Wetter draußen liegen;
sie verwittern. Die Erfahrung zeigt, daß der einzelne Christ und die
vereinzelte christliche Familie oft in der Diaspora nicht durchhalten, wenn sie
nicht gesammelt und versammelt werden. - Hugo Aufderbeck:
Sonntagsgottesdienst ohne Priester. In: Theodor Maas-Ewerd ; Klemens Richter
(Hrsg.): Gemeinde im Herrenmahl. Zur Praxis der Meßfeier.
Einsiedeln-Zürich; Freiburg-Wien, 1976, 91: "... Ohne regelmäßige
Zusammenkunft gibt es keinen Zusammenhalt. Zum Christsein gehört von den
Ursprüngen des Christentums an das Sich-Versammeln (vgl. Apg 4.31; 12.12;
14.27; 15.30). Gott hört nicht auf, sein Volk zu versammeln. Die Gemeinde lebt
von der sonntäglichen Versammlung. Diese ist und bleibt einer der tragenden
Stützpunkte christlichen und kirchlichen Lebens. ..." - auch: Hugo Aufderbeck: Gemeinde als Versammlung.
Zehn pastorale Thesen. In: LJ 19 (1969) 65-78.
[106] Vgl.
Anm. 190.
[107] Vgl.
Schneider (s. Anm. 9), hier: 26.
[108] Vorformen
der späteren "Stationsgottesdienste" kann man schon in Hugo Aufderbeck; Heinrich Theissing; Josef Gülden: Ich bin bei Euch. Laien- und
Hausandachten für die Diaspora. Halle, 1949 oder Hugo Aufderbeck; Heinrich Theissing: Ich bin bei Euch. Katholisches
Hausbüchlein für die Diaspora. Leipzig, 1953 finden, vgl. z. B. BAEF - A IV
d 1: Laiengottesdienst 1969-84: Hugo Aufderbeck, Erfurt, 6. 1. 1977, an Herrn
Elmar Jakubowitz, Würzburg.
[109]
Aufderbeck hielt beispielsweise auf dem Liturgischen Kongreß in Berlin 1965
einen Arbeitskreis: "Sonntäglicher Stationsgottesdienst" - Gebets-
und Wortgottesdienst auf Außenstationen; vgl. in: Walter Krawinkel (Hrsg.): Pastorale
Liturgie. Vorlesungen, Predigten und Berichte vom Liturgischen Kongreß Berlin
1965. Leipzig, 1965, 148-151. - Dazu auch: BAEF - Bischöfliches
Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen: A IV b 1:
Liturg. Kongreß Berlin 1965. - Noch 1979 erschienen zwei Auflagen von
Aufderbecks Buch "Stationsgottesdienst" (s. Anm. 6); vgl. dazu: BAEF
- Handakten Aufderbeck: IAG 1978-1979: Hugo Aufderbeck, Erfurt, 2. Oktober
1979, an Prälat Heinrich Haug, Trier: "Lieber Herr Prälat! In der Beilage
sende ich Ihnen ein Exemplar der soeben erschienen ‘Stationsgottesdienste’.
Das Buch ist das Ergebnis von mehr als 30jähriger Sorge um die Außengemeinden
und ständiger Überlegung und Erfahrung. ..." Vgl. dazu die einschlägigen
Aktenbestände ZBOM - Seelsorgeamt-Generalia 1948-1978, Andere Seelsorgeämter
1948-1956, Stationsgottesdienst, Laiengottesdienste 1958-1963; BAEF -
Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen: A IV
d 1: Stationsgottesdienst (alt) 1961-67; A IV d 1: Laiengottesdienst 1969-84.
- Sicher ist dem Verdienst Aufderbecks auch zuzurechnen, daß das Hl. Offizium
1965 den Bischöfen in der DDR die Erlaubnis erteilte, für die Außenstationen
der Diasporagemeinden Laien zu beauftragen, in Verbindung mit einem
sonntäglichen Stationsgottesdienst die heilige Kommunion auszuteilen; vgl.
BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen:
A IV b 1: Liturgie und Liturgiereform 1964-67: Hugo Aufderbeck, Bischöfl.
Generalvikariat für den thür. Teil der Diözese Fulda, Erfurt, 9. Januar 1967.
1967 waren im Generalvikariat Erfurt bereits 29 Männer in diesem Sinne
beauftragt; vgl. BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt
Erfurt-Meiningen: A IV d 1: Stationsgottesdienst (alt) 1961-67: Hugo
Aufderbeck, 17. 10. 67, an Pfr. Franz Bentler: "Herzlich danke ich für
Deinen Brief und den Bericht ... Wir haben im Generalvikariat inzwischen 29
Laiendiakone, die die hl. Kommunion austeilen. Die meisten sind in der Diaspora
eingesetzt, einige auch in katholischen Eichsfeldgemeinden. Abgesehen von zwei
Fällen, wo die Gemeinde nicht ganz einverstanden gewesen ist, hat sich das
Experiment sehr bewährt. ..."
[110] Kommunionfeier.
In: Berliner Bischofskonferenz
(Hrsg.): Gotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch. Leipzig,
31978, 81990, 403-406; Gespräch mit Dozent Franz
Schneider (seit 1971 Mitglied, seit 1977 Sekretär der von Aufderbeck
geleiteten Liturgischen Kommission der BOK/BBK), Erfurt, 4. Oktober 1994.
[111]
Konrad Bafile, Apostolischer Nuntius, Bad Godesberg, 25. Mai 1962, an H.
Aufderbeck. - Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[112]
Ernennungsschreiben, gegeben zu Rom am Grabe des hl. Petrus am 19. Juni 1962 im
4. Jahre Unseres Pontifikates, gez. Jacobus Cardinal Copello, Kanzler der hl.
röm. Kirche, gez. Franciscus Tinello, Regens; gez. Franciscus Hannival Ferretti,
Prot. Apost.;
gez. Albertus Serafini, Protonot. Apticus. Vgl. auch: Konrad Bafile, Apostolischer Nuntius, Bad
Godesberg, 26. Juni 1962, an H. Aufderbeck. Die Umkardination erfolgte durch
Schreiben: Lorenz Jaeger, Erzbischof, Paderborn 20. August 1962, an H.
Aufderbeck. - Alle Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[113]
1881-1964; 1923 Dompropst und Direktor des Geistlichen Gerichts in Erfurt; 1946
Generalvikar für den in der SBZ liegenden Teil des Bistums Fulda; 1953
Weihbischof von Fulda mit Sitz in Erfurt; Titularbischof von Hadrianopolis in
Epirus.
[114]
Vgl. z. B. Josef Gülden: "Euer
Bruder und Gefährte ...". Zur Weihe des neuen Weihbischofs Hugo Aufderbeck.
In: Tag des Herrn (s. Anm. 88), 12/39-40 (29. September 1962) 155, oder: ZBOM -
Paderborn-Erzbischof, Korrespondenz 1956-1971: Friedrich Maria Rintelen,
Magdeburg, 18. 9. 1962, an Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger, Paderborn.
[115]
1904-1970; 1955 Koadjutor des Bischofs von Meißen und Apostolischer
Administrator; 1958 Bischof von Meißen.
[116]
1900-1971; 1946 Bischöflicher Kommissar für Mecklenburg, den in der SBZ
liegenden Teil der Diözese Osnabrück; 1958 Generalvikar für Mecklenburg; 1959
Weihbischof von Osnabrück mit Sitz in Schwerin; 1970 emeritiert.
[117]
Die guten Kontakte, die Aufderbeck weiterhin zu Mitbrüdern und Gläubigen seines
alten Wirkungsbereiches unterhielt, brachten ihm - vor allem im Zusammenhang mit
den Unruhen im Bistum Magdeburg um die Emeritierung Weihbischof Rintelens und
die Ernennung Weihbischof Johannes Brauns 1969/70 - gelegentlich den Vorwurf
ein, im Erzbischöflichen Kommissariat Magdeburg eine "5. Kolonne" zu
unterhalten; vgl. ZBOM - Magdeburger Vorgänge 1969-1970: Heinrich Jäger,
Prälat, Magdeburg, 18. 12. 1969, an Kardinal Lorenz Jaeger, Paderborn.
Aufderbeck war jedoch stets peinlichst darum bemüht, einen solchen Verdacht
nicht aufkommen zu lassen; vgl. Gespräche mit Aufderbeck (s. Anm. 22), Herold
(s. Anm. 53), Schneider (s. Anm. 110) und Schürmann, Erfurt, 5. Oktober 1994.
Vgl. auch: ZBOM - Magdeburger Vorgänge 1969-1970: Die Mitglieder des
Priesterrates im Kommissariat Magdeburg, Magdeburg, 1. 4. 1970 an Weihbischof
Hugo Aufderbeck, Erfurt: "... Hochwürdigster Herr Weihbischof! Die
Mitglieder des Priesterrates bedauern, daß Herr Prälat Jäger in seinem Brief
... versucht hat, Sie für die Unruhen in unserem Kommissariat verantwortlich
zu machen. Wir sprechen Ihnen hiermit unseren Dank aus für Ihre vielen
seelsorglichen Initiativen sowie für Ihr immerwährendes Bemühen um das
brüderliche Miteinander aller. ...".
[118]
Der Fuldaer Bischof Adolf Bolte ernannte Aufderbeck unter dem 24. Dezember 1962
(mit Wirkung vom 1. Januar 1963) zum Generalvikariatsrat in Erfurt und zum
Referenten für die Caritasarbeit. - Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck,
Hellefeld.
[119]
Vgl. z. B. Mondschein (s. Anm. 1), 30: "Der neue Weihbischof machte sich
als Mitarbeiter und Helfer des amtierenden Weihbischofs Dr. Joseph Freusberg
allmählich mit den Orten, den Kirchen, den Häusern, den Menschen seines
Aufgabenbereiches vertraut. Er besuchte die Mitarbeiter, er kam zu Konferenzen,
stellte sich in den katholischen Krankenhäusern, Waisenhäusern, Altersheimen
vor, interessierte sich für Dombauamt und Domarchiv, er suchte Kontakt zu
Priesterseminar und Philosophisch-Theologischem Studium. Wo immer es möglich
war, besuchte er die Gemeinden. ..."
[120]
Mit Wirkung vom 1. Mai 1964.
[121]
Verbunden mit der Übertragung aller mit dieser Stelle verbundenen Rechte und
Befugnisse.
[122]
Adolf Bolte, Bischof von Fulda, 10. April 1964, an H. Aufderbeck; Adolf Bolte,
Bischof von Fulda, 13. 4. 1964, an H. Aufderbeck; Adolf Bolte, Bischof von
Fulda, 18. 4. 1964, an H. Aufderbeck - Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck,
Hellefeld. Aufderbeck erhielt sowohl die Vollmachten nach dem allgemeinen Recht
sowie alle Vollmachten übertragen, die der Generalvikar nur kraft eines
Spezialmandates des Bischofs ausüben kann. - Zu den Jurisdiktionsverhältnissen
auf dem Gebiet der DDR im einzelnen vgl. Konrad Hartelt: Die Entwicklung der Jurisdiktionsverhältnisse der
Katholischen Kirche in der DDR von 1945 bis zur Gegenwart. In: Wilhelm Ernst; Konrad Feiereis (Hrsg.): Denkender Glaube in Geschichte und Gegenwart. Leipzig, 1992
(EThSt; 63), 415-440. Der Hildesheimer Bischof Heinrich Maria Janssen
delegierte Aufderbeck unter dem 5. Oktober 1965 seine Jurisdiktion für die
jenseits der Zonengrenze gelegenen thüringischen Gebietsanteile der Diözese
Hildesheim; Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[123]
Vgl. Adolf Bolte, Bischof von Fulda, 16. Juni 1967, an H. Aufderbeck; Adolf
Bolte, Bischof von Fulda, 10. Oktober 1967, an H. Aufderbeck - Schreiben im
Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[124]
Für das nunmehrige Bischöfliche Amt Erfurt-Meiningen.
[125] Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopi, 20. Juli 1973, an H. Aufderbeck. -
Schreiben im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld. Das enge Verhältnis
Aufderbecks zum Bischof von Fulda beseitigten diese Veränderungen jedoch nicht.
Regelmäßig verfaßte Aufderbeck z. B. für diesen detaillierte schriftliche
Berichte. Vgl. BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt
Erfurt-Meiningen: Jahresberichte 1964-1989 an GV Fulda.
[126] 1916-1974;
1971 Bischöflicher Kommissar in Meiningen; 1973 Weihbischof des Apostolischen
Administrators in Erfurt.
[127]
* 1933; 1975 Weihbischof in Erfurt; 1980 Bischof von Berlin; 1989 Erzbischof
von Köln.
[128]
* 1941; 1980 Weihbischof in Erfurt; 1981 Apostolischer Administrator in Erfurt.
[129]
Vgl. BAEF - Handakten Aufderbeck-Sitzungen des Seelsorgeamtes: Klausurtagung des
Seelsorgeamtes 28.-30. 9. 1971 in Heiligenstadt (Seelsorgeamtsleitungssitzung
9/71). Der Priesterrat hatte beim Fuldaer Bischof Adolf Bolte den Antrag
gestellt, Aufderbeck -de jure Titularbischof und Weihbischof des Bischofs von
Fulda - den Titel "Bischof" zu verleihen. Bischof Bolte gab diesem Antrag
statt. Seit 1973 zeichnete Aufderbeck entsprechend "Bischof und
Apostolischer Administrator".
[130]
Vgl. BOEF - Protokolle BOK/BBK.
[131]
1917-1988; 1963 Weihbischof in Berlin; 1970 Koadjutor des Weihbischofs in
Schwerin und Kommissar für Mecklenburg; 1973 Apostolischer Administrator; 1987
emeritiert.
[132]
* 1919; 1970 Titularbischof und Kommissar in Magdeburg; 1973 Apostolischer
Administrator in Magdeburg; 1990 emeritiert.
[133]
In der Ansprache, die Aufderbeck als dienstältestem der drei Bischöfe während
der Papstaudienz zufiel, wies er zwar auf die schwierige Situation der Kirche
in der DDR hin, jedoch hob er als eine der großen Gnaden der Diasporakirche in
der DDR die Gabe der Einheit im Hl. Geist hervor. Bischof, Priester und Laien
ständen in der Einheit des Gottesvolkes; es sei eine nicht zu überschätzende
Kraft, die Ortskirche als Glied der großen Weltkirche zu wissen, in Einheit mit
dem Papst und allen Bischöfen der Welt. - Vgl. BAEF - Bischöfliches
Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen: Jahresberichte
1964-1989 an GV Fulda: Anlage C nach Nr. 430. - Vgl. hierzu auch Anm. 189, zum
Quinquennalbericht Anm. 187 f.
[134]
Eröffnung am 11. Oktober 1962.
[135]
14.-21. September 1964.
[136]
BAEF - Handakten Aufderbeck (Konzil): Konzil (1964); Konzil (1963-64); Konzil
(1971); II. Vatikan. Konzil 3. Sitzungsperiode 1964; Vaticanum II. 4.
Sitzungsperiode.
[137]
Verabschiedet in der 168. und zugleich letzten Generalkongregation am 6.
Dezember 1965. Text: AAS 58 (1966) 1025-1115.
[138]
Vgl. Lexikon für Theologie und Kirche / Josef Höfer; Karl Rahner
(Hrsg.). 2., völlig neu bearb. Aufl. Freiburg u. a., 1968. Ergänzungsbände: Das
Zweite Vatikanische Konzil. Konstitutionen, Dekrete und Erklärungen. Lateinisch
und Deutsch. Kommentare. Tl. III, 338.
[139]
Verabschiedet am 4. Dezember 1963. Text: AAS 56 (1964) 97-138.
[140]
Vgl. Aufderbeck: Bischof Hugo Aufderbeck (s. Anm. 24), 124. Vgl. hierzu auch
Anm. 23. Aufderbeck war seit 1971 Vorsitzender der Liturgischen Kommission der
BOK/BBK, deren wichtigste Aufgaben die Förderung der liturgischen Bildung und
der pastoral-liturgischen Arbeit, die Beratung der BOK/BBK in allen
liturgischen Fragen, die Vorlage und Bearbeitung offizieller liturgischer Texte
und Dokumente, soweit sie in die Zuständigkeit der BOK/BBK fallen, sowie die
Verbindung zu den Dozenten für Liturgik an den kirchlichen Ausbildungsanstalten
bildeten. Vgl. dazu vor allem: BAEF - Handakten Aufderbeck: LK (DDR) 1965-70;
LK (DDR) 1971-74; LK (DDR) 1975-77; LK (DDR) 1978-80. Aufderbeck war
desweiteren Mitglied der "Internationalen Arbeitsgemeinschaft der
Liturgischen Kommissionen im deutschen Sprachgebiet", die sich regelmäßig
zu Kontaktsitzungen traf, um durch gegenseitige Information und gemeinsame
Meinungsbildung für die notwendige Zusammenarbeit in allen liturgischen Fragen
zu sorgen und auf diese Weise aufeinander abgestimmte Beschlüsse der
Bischofskonferenzen bzw. der zuständigen territorialen Autoritäten
vorzubereiten. Diesen Kontaktsitzungen oblag insbesondere die Vorbereitung der
liturgischen Bücher für das Sprachgebiet. - Vgl. vor allem: BAEF - Handakten
Aufderbeck: IAG; IAG 1971; IAG 1972; IAG 1973/1; IAG 1973/2; IAG 1974; IAG
1975-1977; IAG 1978-1979; IAG 1980.
[141]
Verabschiedet am 21. November 1964. Text: AAS 57 (1965) 5-75.
[142]
Vgl. Aufderbeck: Bischof Hugo Aufderbeck (s. Anm. 24), 124. Anders als
Aufderbeck hatte z. B. Erzbischof Bengsch der Pastoralkonstitution nicht
zugestimmt, vgl. Lange (s. Anm. 12), 169.
[143]
1858-1916.
[144]
Die Gründungsmitglieder stammten aus: Brasilien, Peru, Ruanda, Spanien,
Italien, Deutschland, Korea, Argentinien, Burundi, Panama, Uruguay, Algerien,
Japan, Vietnam, Kamerun, Kambodscha und Frankreich. Vgl. BAEF - Handakten
Aufderbeck (Konzil): Episkopi in Fraternitate Uniti.
[145]
Im Besitz der Familie Aufderbeck, Hellefeld.
[146]
Vgl. Anm. 133 u. 189. Am 21. April 1974 besuchte auf Einladung Aufderbecks z.
B. der algerische Kardinal Duval von Algier Erfurt, vgl. BAEF - Bischöfliches
Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen: Jahresberichte
1964-1989 an GV Fulda, Nr. 351.
[147]
Selbstverständlich und regelmäßig waren die Kontakte in die _SSR und nach
Polen; vgl. z. B. Bericht über die Reise in die _SSR vom 26. bis 30. Juni 1972.
In: BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt
Erfurt-Meiningen: Jahresberichte 1964-1989 an GV Fulda, nach Nr. 321. Vom 18.
bis 23. August 1977 reiste Aufderbeck mit einer kleinen Gruppe - darunter der
Meißner Bischof Gerhard Schaffran (1937-1996) und der Berliner Weihbischof
Johannes Kleineidam (1935-1981) - nach Litauten, wo er u. a. Bischof Labukas
von Kaunas traf. Vgl. BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches
Amt Erfurt-Meiningen: Jahresberichte 1964-1989 an GV Fulda: Anlage B nach Nr.
430.
[148]
Im Sommer 1965 z. B. besuchte Aufderbeck den Landesbischof der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen Moritz Mitzenheim (1891-1977;
Landesbischof 1947-1970). Aufderbeck bedankte sich vor allem dafür, daß die
Thüringische Landeskirche der Katholischen Kirche an vielen Orten Kirchen zur
Verfügung stellte. Im Hinblick auf das Verhältnis der Konfessionen sagte
Aufderbeck, es möge "in veritate et in caritate" gestaltet,
Lehrunterschiede sollten jedoch nicht vermischt werden. - Vgl. BAEF - Bischöfliches
Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen: Jahresberichte
1964-1989 an GV Fulda, Nr. 114.
[149]
BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt Erfurt-Meiningen:
Jahresberichte 1964-1989 an GV Fulda, Nr. 354.
[150] Ebd.,
Nr. 468.
[151]
* 1906; 1970 Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen;
1978 emeritiert. Bischof Mitzenheim (vgl. Anm. 148) hatte dies bisher
verweigert.
[152]
Vgl. BAEF - Bischöfliches Generalvikariat Erfurt/Bischöfliches Amt
Erfurt-Meiningen: Jahresberichte 1964-1989 an GV Fulda, Nr. 363.
[153]
Synodal-Dekret I. In: Synode des Bistums Meißen. Dokumente / Hans
Eberhard Elsner; Dieter Grande (Hrsg.). Im Auftrag des Bischofs
von Meißen. Masch. o. O., o. J., 21-38, hier: 21; auch in: Pilvousek (s. Anm.
11), 186-209, hier: 186.
[154]
Vgl. BAEF - C I b 7 a (Zugang 3/94-148): Bistum Meißen Synode: Hugo Aufderbeck,
30. 12. 68, an Generalvikar Dr. Johann Hötzel, Bautzen: "Sehr geehrter
Herr Generalvikar! Sie hatten die Freundlichkeit, uns die Akten der Synode
zuzustellen. Ich danke Ihnen herzlich dafür. Sobald ich ein wenig Zeit finde,
werde ich mir die Akten sorgfältig durchsehen. Die Arbeit, die die Diözese
Meißen leistet, interessiert mich sehr. ..."
[155]
* 1929; 1985 Weihbischof in Erfurt. Vgl. BAEF - C I b 7 a (Zugang 3/94-148):
Bistum Meißen Synode: Synode des Bistums Meißen, gez. Dr. Hötzel, Vorsitzender
der Durchführungskommission, Bautzen, 11. Juli 1969, an Aufderbeck.
[156]
Texte vgl. Konzil und Diaspora. Die Beschlüsse der Pastoralsynode der
katholischen Kirche in der DDR. Hrsg. im Auftrag der Berliner
Bischofskonferenz. Leipzig, 1977.
[157]
Rolf Schumacher: Kirche in
sozialistischer Welt. Eine Untersuchung zur Fage der Rezeption von Gaudium et
spes durch die Pastoralsynode der katholischen Kirche in der DDR. Masch. o.
O., o. J., 189-191. Aufderbecks Vorschlag zur Errichtung der fünf
Fachkommissionen Glauben heute, Ehe und Familie, Gemeinde, Ökumene, Beruf und
Welt fand schließlich breite Zustimmung und wurde mit 95,7 % aller Stimmen
angenommen. - Vgl. auch: BAEF - Pastoralsynode der Jurisdiktionsbezirke in der
DDR 6. 1. 2. und: Gespräch mit Minister Dr. Hans Joachim Meyer (Delegierter der
Pastoralsynode), Dresden, 2. Oktober 1995.
[158]
Konzil und Diaspora (s. Anm. 156), 9-35.
[159]
Hugo Aufderbeck: Glaubensentscheidung
- Glaubenszeugnis - Glaubensgemeinschaft. Hirtenbrief Bischof Aufderbecks zum
Abschluß der Pastoralsynode, 18. Dezember 1975. In: Pilvousek (s. Anm. 11),
369-372, hier: 369.
[160]
Vgl. z. B. BAEF - Handakten Aufderbeck: Sitzungen des Seelsorgeamtes: Protokoll
über Besprechung des Seelsorgeamtes am 30. September 1966 St. Sebastian. Danach obliegt dem Leiter (1958-78
Karl Schollmeier) des Seelsorgeamtes vor allem die Gesamtplanung und Koordinierung
sowie die liturgische Arbeit. Zum Seelsorgeamt gehören die Referate
Männerseelsorge und Frauenseelsorge, das Jugendseelsorgeamt sowie das
Katechetische Referat; angeschlossen ist die Diözesancaritas.
[161] Vgl.
Anm. 188.
[162]
BAEF - Handakten Aufderbeck: Sitzungen des Seelsorgeamtes: Protokoll der Tagung
vom 16. 11. 1962, Erfurt - Haus St. Sebastian.
[163] Es
müsse überall eine Grundpastoral durchleuchten, derselbe Grundtenor sichtbar
sein. Nur von da aus werde die leiturgia, diakonia und martyria richtig begründet.
- Vgl. BAEF - Handakten Aufderbeck: Sitzungen des Seelsorgeamtes: Protokoll
über Besprechung des Seelsorgeamtes am 30. September 1966 St. Sebastian.
[164]
1961: "Die Mitarbeit der Laien in der Gemeinde"; 1972: "Glaube
heute in der Diaspora"; 1979: "Der Weg der Seelsorge nach Konzil und
Pastoralsynode". - vgl. Walter Hentrich:
Seelsorge als Weg - Das gemeinsame Werk. In: Volk Gottes auf dem Weg (s.
Anm. 22), 251-256, hier: 255.
[165]
Ebd., 253 f.
[166] Vor
allem Aufderbecks Predigten bei den jährlichen Männerwallfahrten zum Klüschen
Hagis belegen, daß er - ohne sich die Pastoral von der Gegenseite bestimmen zu
lassen (vgl. Anm. 14) - die weltanschauliche Auseinandersetzung nicht scheute.
Vgl. z. B.: Mutiger Bekenner des Glaubens in der DDR. In: Frankfurter
Allgemeine Zeitung, Montag, 19. Januar 1981, Nr. 15, S. 4.
[167] Predigten
Aufderbecks finden sich gedruckt u. a. in: Volk Gottes auf dem Weg (s. Anm.
22), vgl. 286-289 (Inhaltsverzeichnis) sowie in: Pilvousek (s. Anm. 11), vgl.
8 f. (Inhaltsverzeichnis).
[168]
Vgl. Hentrich (s. Anm. 164), 255.
[169]
Vgl. Christiane Kubitzki; Helga Mondschein (Hrsg.): Lieber Bischof Hugo. Bilder, Briefe und
Karten von Kindern an Bischof Hugo Aufderbeck. Leipzig, 1988.
[170]
Gespräch mit Sr. Carla, Friedrichroda (1968-81 Sekretärin Aufderbecks), 18.
Januar 1996. Aufderbeck habe ein immenses "Briefapostolat" betrieben.
Neben Kinder- und Krankenbriefen schrieb er z. B. allen Gläubigen einen
persönlichen Brief zur Goldenen Hochzeit, antwortete er persönlich auf Briefe
von Kranken, die er als Antwort auf die allgemeinen Krankenbriefe erhielt. Bei
Versetzung von Mitbrüdern schrieb er lange persönliche Briefe an die betr.
Priester, ebenso jedem Neupriester oder den Angehörigen verstorbener Priester.
[171]
Vgl. dazu: Vom Leben und Sterben des Bischofs. In: Volk Gottes auf dem Weg (s.
Anm. 22), 267-281 und Aufderbeck: Bischof Hugo Aufderbeck (s. Anm. 24), 126-129.
[172]
Aufderbeck wußte seit dem 4. 11. 1977 von seinem Krebsleiden.
[173]
Gedruckt in: Volk Gottes auf dem Weg (s. Anm. 22), 275 f.
[174]
Meine in Vorbereitung befindliche kirchenhistorische Dissertation soll Leben
und Werk Hugo Aufderbecks ausführlich darstellen und würdigen.
[175]
Prof. Dr. Heinz Schürmann, Erfurt, Schreiben an den Autor, 4. Dezember 1995.
[176] Franz
Georg Friemel: "Nicht die
Bekämpfung des Kommunismus, sondern der Aufbau des Leibes Christi ...".
Zur Pastoraltheologie des Erfurter Bischofs Hugo Aufderbeck (1909-1981).
In: Denkender Glaube (s. Anm. 122), 130-148, hier: 130.
[177]
Prof. Dr. Heinz Schürmann, Erfurt, Schreiben an den Autor, 8. Februar 1994.
Aufderbeck habe einmal gesagt: "Aus der Dogmatik kann ich nicht leben.
Meine Lebensquelle sind die Heilige Schrift und die kirchliche Liturgie."
Ihn prägte der tägliche Umgang mit der Hl. Schrift und die Eucharistiefeier im
Kirchenjahr. In seinem Magdeburger Arbeitszimmer zeigte er vertrauten Freunden
gelegentlich eine Reihe dicker Schreibhefte, von denen jedes einer biblischen
Einheit zugeordnet war. Regelmäßig arbeitete er eine Schrift des Neuen
Testamentes, manchmal auch des Alten Testamentes durch, jeweils das griechische
Neue Testament vor sich, dazu als Hilfe einen streng wissenschaftlichen und
einen geistlichen, meditativen Kommentar. Die dabei entstandenen Einsichten
notierte er in einem dieser Hefte.
[178]
Grundsätzlich zur Diaspora vgl. Erwin Gatz;
Lothar Ullrich: Grundsätzliches
zur Minderheitensituation der katholischen Christenheit. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Katholiken in der Minderheit.
Diaspora - Ökumenische Bewegung - Missionsgedanke. Freiburg u. a., 1994
(Geschichte des Kirchlichen Lebens in den deutschsprachigen Ländern seit dem
Ende des 18. Jahrhunderts; 3), 19-36 (19-26: Erwin Gatz: Historische Aspekte; 27-36: Lothar Ullrich: Theologische Aspekte).
[179]
So Kardinal Sebastiano Baggio, Präfekt der römischen Bischofskongregation, in
seinem Schreiben an Aufderbeck, in dem er den Eingang des ersten
Quinquennalberichtes des Bischöflichen Amtes Erfurt-Meiningen für den Zeitraum
von 1972 bis 1977 bestätigte. Vgl. Bischöfliches Ordinariat Erfurt (BOEF) -
Schreiben der Sacra congregazione per i vescovi, Aus dem Vatikan, am 4. Mai
1979, Prot. N. 1190/77, Seiner Exzellenz Hochwürdigsten Herrn Bischof Hugo
Aufderbeck, Apostolischer Administrator Erfurt-Meiningen, gez. S. Kard.
Baggio, Präfekt (Paraphe). Ausdrücklich wird in diesem Schreiben die pastorale
Arbeit Aufderbecks gewürdigt: "Von Herzen möchte ich daher Euer Exzellenz
... wie alle Ihre unermüdlichen Mitarbeiter zu den erzielten pastoralen Erfolgen
beglückwünschen!"
[180]
Denkschrift des Philosophisch-Theologischen Studiums Erfurt. In: MThZ 42/3
(1991) 261-268, hier: 263 f.
[181]
Hans-Georg Aschoff: Die
Diaspora. In: Gatz (s. Anm. 178), 37-142, v. a.: Diaspora in der DDR.
In: ebd., 127-133, hier: 128.
[182]
Die Stunde der Kirche (s. Anm. 14), 11.
[183]
Vgl. Karl Rahner: Theologische
Deutung der Position des Christen in der modernen Welt. In: Ders.: Sendung und Gnade. Beiträge
zur Pastoraltheologie. Innsbruck u. a., 31961, 13-47, hier: 26
f.
[184]
Ullrich: Theologische Aspekte (s. Anm. 178), 27.
[185] Oft
wird das Wort aus Ps 16.6 zitiert, das Aufderbecks Haltung zu der ihm
aufgegebenen Situation illustriert: "Auf dieses herrliche Land ist unser
Los gefallen." Dieses Psalmwort stand in großen Lettern an der Wand von
Hugo Aufderbecks (Arbeits-)zimmer im Konrad-Martin-(Bildungs-)Haus in Bad
Kösen. Vgl. z. B. E. K. (Elfriede
Kiel): Diaspora. In:
Johannes Braun (Hrsg.); Elfriede Kiel (Bearb.): Kirche gestern und
heute. Zwischen Elbe und Saale, Börde und Bode. Ein Magdeburgbuch. Leipzig,
21989, 62 f., hier: 63.
[186]
Die Auseinandersetzung mit dem Marxismus-Leninismus, dem historischen und
dialektischen Materialismus, muß als wesentliches Verdienst Aufderbecks für die
DDR-Kirche betrachtet werden. "Aufderbeck machte den katholischen Klerus
in der DDR ... mit der Ideologie bekannt. Es klingt ein wenig paradox: Durch
Aufderbeck lernten die katholischen Priester der sechziger Jahre den
Marxismus-Leninismus kennen, der sie in den Jahren und Jahrzehnten vorher kaum
interessiert hatte." - Vgl. Friemel (s. Anm. 176), 138. Als Ergebnis
seiner Studien der Klassiker des Sozialismus, ihrer Interpretationen sowie der
meisten katholischen Widerlegungsversuche, durch Aufderbeck auf zahlreichen
Konferenzen und Werktagen vorgetragen, konnte er den Seelsorgern der DDR 1961
mit seinem Büchlein "Die Stunde der Kirche" (s. Anm. 14) ein
wichtiges Hilfsmittel an die Hand geben.
[187]
BOEF - Hugo Aufderbeck, Bischof und Apostolischer Administrator in Erfurt und
Meiningen, Quinquennalbericht 1972-1977 des Bischöflichen Amtes
Erfurt-Meiningen 107 f.
[188]
Ebd., 13. Vgl. Anm. 161.
[189]
Vgl. Anm. 133.
[190]
Die Diaspora-Gemeinden hätten eine besondere Chance, wenn jede Gemeinde
versuche, "die verborgene Nachfrage nach dem Geist des Evangeliums wahrzunehmen
und sich darzustellen als:
- brüderliche Gemeinde, in
der jeder angenommen ist;
- prophetische
(kritische) Hilfen gegeben werden für das, wo ein Christ sich engagieren kann,
und für das, wozu er Nein sagen muß;
- feiernde Gemeinde, die
zuerst zusammenkommt, um Gottes Herrlichkeit zu preisen und sich von Gott beschenken
zu lassen;
- überzeugende (bekennende)
Gemeinde, die da lebt, wo die anderen leben, aber anders und so ein Zeichen
setzt;
- dienende Gemeinde, die
sich besonders der Armen annimmt, d. h. derjenigen, die vom System als
Bürger zweiter und dritter Klasse behandelt werden;
- pilgernde Gemeinde, die
sich aufmacht zu allen Zeitgenossen und auf dem Weg durch die Zeit in das
Haus Gottes führt;
- hoffende Gemeinde, die
weiß, daß Kirche überall leben kann und daß Gott auch den Weg durch
verschlossene Türen geht." - Vgl. Ebd., 108-110; dazu auch: Hugo Aufderbeck: Diasporaseelsorge.
In: LThK 3 (1959) 347 f., wo Aufderbeck die wesentlichen Elemente einer
Seelsorge in der Diaspora in (1) der Auferbauung der Gemeinde (Sammlung u. Versammlung
der Zerstreuten, Die rechte Feier der Eucharistie, Die Heranbildung der
Heiligen zum Dienst), (2) der Sorge um Einzelne (dem Verlorenen nachgehen,
Familienformung, einzelne Helfer heranbilden, den Alleinstehenden selbständig
machen, den Suchenden entdecken) und (3) der Weckung des missionarischen
Geistes (fürbittendes Gebet, stellvertretendes Opfer, dienende Liebe,
lebendiges Zeugnis) sieht.
[191]
Hugo Aufderbeck: Gemeindebildung
vom Worte Gottes her. In: Das gemeinsame Werk (1969) (s. Anm. 2), 53-61,
hier: 53.
[192]
Hugo Aufderbeck: Wirkkräfte
der Kirche. In: Das gemeinsame Werk (1969) (s. Anm. 2), 39-49.
[193]
Aufderbeck: Pastorale Aufsätze (s. Anm. 20).
[194]
"Aedificare corpus" war das bischöfliche Leitwort Wilhelm Weskamms
(vgl. Anm. 16), dem Aufderbeck an dieser Stelle "ein Zeichen des Dankes
setzen" wollte. - Sperare (s. Anm. 20), 9. Vgl. auch: Aufderbeck: Deo
gratias (s. Anm. 22), 240 f.
[195] Plantare (s. Anm. 20), 7.
[196] Sperare (s. Anm. 20), 9.
[197]
Vgl. Anm. 36.
[198]
ZBOM - Seelsorgeamt-Generalia 1948-1978; Andere Seelsorgeämter 1948-1956; Stationsgottesdienst,
Laiengottesdienste 1958-1963: Abschrift aus einem Brief von Pfarrer Dr. Joh.
Pinsk, Berlin (nicht datiert [1948/49]).