Ubi caritas et amor, Deus ibi est.
Die sozialpraktische Relevanz der Frage nach Gott
als Dreh- und Angelpunkt eines fundamentalpastoralen
Konzepts
von Egon Spiegel
Kurzinhalt - Summary:
Alle pastoralen Handlungsfelder sind wesentlich geprägt
durch Beziehungsvorgänge. Deren soziotheologische Deutung verweist auf
eine ihnen inhärente religiöse Tiefenstruktur, auf eine göttliche dynamis,
auf eine im Zwischen der Menschen agierende Art Dritte Macht. Gott
begegnet hier urbiblisch als eine reale beziehungsstiftende Macht und Glauben
an Gott als ein handlungskonkretes Vertrauen auf Gott. Auf der
Basis eines so beschriebenen Gottes- und Glaubensverständnisses kommen allen
pastoralen Anliegen eine sowohl einzigartige religiöse Verbindlichkeit
als auch existentielle Attraktivität zu.
Every pastoral field of
action is essentially marked by processes of relationship. In socio-theological
interpretation these processes reveal an inherent religious deep structure, a
divine dynamis, and a sort of Third Power effective in human
intercourse. God encounters world in an originally biblical way here, bringing
forward real relationship as well as faith as an existential trust in God.
Based on this understanding of God and faith, any pastoral purpose will gain
both a unique religious obligation and an existential attraction.
Die pastoralkriteriologischen Überlegungen des folgenden
Beitrags zielen auf die Herausarbeitung eines übergreifenden
fundamentalpastoralen Konzepts, das im Kern auf Beziehung abstellt. Ausgangsbasis
ist die im Rahmen pastoraltheologischer Grundlagenforschung herausgearbeitete sozialpraktische
Relevanz der Frage nach Gott. Die Grundaussage des vorliegenden Versuchs
lautet:
Da Leben wesentlich durch Beziehung bestimmt ist, ist
eine Pastoral, die sich dem Dienst am Leben verpflichtet weiß, unweigerlich beziehungsorientiert.
Pastoral setzt Beziehung voraus und wirkt in Beziehung hinein. Die damit
angedeutete beziehungsdynamische Pastoral gewinnt allerdings erst durch eine
beziehungstheologische Vertiefung ihre spezifische Kontur.[1] Die eigentliche theologische Begründung, das Proprium
einer beziehungsorientierten Pastoral liegt in der Überzeugung, daß sich jedes
Beziehungsgeschehen dem Wirken einer göttlichen Macht verdankt: daß es Gott
ist, der Beziehung stiftet und trägt. Der darin zum Ausdruck gebrachte Glaube
an einen beziehungsstiftenden Gott entscheidet grundlegend über die Ausprägung
der konkreten Pastoral. Dies soll im Rahmen folgender drei Thesen
erörtert werden:
· Die Tatsache, daß Menschen von einem tiefen und
umfassenden Bedürfnis nach Beziehung geprägt sind und sich in der Regel
dementsprechend verhalten, ist eine maßgebliche Vorgabe pastoralen Wirkens. Die
theologische Reflexion des alltäglichen Beziehungsgeschehens führt zur Annahme
einer beziehungsstiftenden force vitale. Beziehungsverhalten deutet von
daher auf eine (häufig unbewußte) im weiten Sinn religiöse Grundhaltung.
· Zwischenmenschliches Beziehungshandeln verdankt sich
einer geheimnisvollen göttlichen Dynamis, dem Wirken einer Dritten
Macht. Gott begegnet hier - urbiblisch - im Zwischen der Menschen:
als eine beziehungsstiftende ‘Größe’. Glauben heißt, auf diese Macht
ungeteilt vertrauen (vgl. hebr.: himin). Einzigartige Beispiele dafür sind Jesu
Tischgemeinschaften. Diese sind, wie alle Beziehungssymbole, vestigia Dei,
Gottessymbole.
· Eine beziehungstheologisch akzentuierte Pastoral ist
(unter pastoraldidaktischen Aspekten) bemüht, am Ort des alltäglichen
Beziehungsverhaltens das beziehungsdynamische Wirken Gottes entdecken zu
helfen und auf Gott als konkrete in Beziehung wirkende Macht vertrauen zu
lernen. Eine beziehungstheologisch orientierte Fundamentalpastoral drängt
(unter pastoralaktionalen Aspekten) auf beziehungsverbindliche
Solidaritätspraktiken und (unter pastoralstrukturellen Aspekten) auf
die Ausbildung entsprechender Organisations- und Gemeinschaftsformen.
1. Zwischenmenschliches Beziehungsverhalten als
maßgebliche Vorgabe pastoralen Wirkens
Die christlichen Kirchen in unserer Gesellschaft scheinen
von einem tiefen, nicht enden wollenden Winter heimgesucht zu sein. Als
untrügliche Indikatoren gelten Kirchenaustritte und der Rückgang von
Gottesdienstbesuchen. Eine umfassende Tradierungskrise, ein breiter Ausfall Gottes
bzw. von Transzendenz scheinen die Situation zu bestimmen. Insbesondere den
nachwachsenden Generationen wird religiöse Indifferenz in einem bisher nicht
bekannten Ausmaß bescheinigt.
Die Reaktionen auf die vielbeklagten Entwicklungen sind
unterschiedlich. Während sich unter den Verantwortlichen in der Kirche die
einen in eine Theologie der „kleinen Herde“ flüchten und sich anschicken, mit
Durchhalteparolen das Tief einfach durchzustehen, ohne sich von den darin zum
Ausdruck kommenden Anfragen anfechten zu lassen, stellen sich andere den
Herausforderungen der Wirklichkeit und analysieren sie selbstkritisch im
Hinblick auf mögliche Veränderungen. Sie fordern den offenen innerkirchlichen
Dialog und suchen das Gespräch mit allen außerkirchlichen Kräften.[2] Sie gewinnen der Krise Chancen ab und gehen die
gegenwärtigen pastoralen Herausforderungen offensiv an. Ihr Anliegen und
Bemühen kann von einem beziehungs- bzw. soziotheologischen Ansatz her, wie er
im folgenden skizziert werden soll, eine wesentliche Unterstützung erfahren.
Allein der unvoreingenommene Blick auf die Lebenspraxis
der Menschen läßt - bei einer entsprechenden theologischen Deutung - am
naheliegenden Punkt ihres zwischenmenschlichen Beziehungsverhaltens
beachtenswerte pastorale Anknüpfungsmöglichkeiten erkennen. Dies soll zunächst
an einem Ergebnis der von Heiner Barz durchgeführten Untersuchung zur
Religiosität bei Jugendlichen angedeutet werden.[3]
· Der Sinn des Lebens erschließt sich Jugendlichen
sowohl aus den östlichen als auch aus den westlichen Bundesländern in erster
Linie auf der Beziehungsebene: dort in der Liebe.[4] Diese eindeutige Präferenz läßt sich für alle
untersuchten Gruppen von Jugendlichen[5] nachweisen.[6]
· Mit „Glück“ assoziieren die in den östlichen
Bundesländern befragten Jugendlichen in erster Linie „Freundschaft/Nähe“,[7] in den westlichen Bundesländern „Liebe/Partnerschaft“.[8]
· Auf die Frage, mit was sie sich am liebsten beschäftigen,
was ihnen gut tut (Barz spricht hier von „autotherapeutischer Praxis“), nennen
die Jugendlichen in Ost und West am häufigsten das Gespräch mit einer Freundin
oder einem Freund.[9]
Mit zum wertvollsten im Leben von Jugendlichen gehört:
miteinander reden zu können.[10] In einem Gottesdienst nach dem befragt, was ihnen
besonders heilig sei, antwortet ein Großteil der Kinder mit Hinweisen auf
Phänomene der zwischenmenschlichen Verbundenheit, vor allem der Freundschaft.[11] Auf die an Grundschüler/-innen gerichtete Frage, wo
ihnen Gott begegne, malt Matthias eine Szene, in der sein Vater als Lenker
eines Wagens darauf achtet, eine Katze nicht zu überfahren: Gott begegnet ihm
im sozialen Zwischen von Mensch und Tier.[12] Gott wirkt für eine 16-jährige Gymnasiastin in der
konkreten Liebe.[13] Für einen Realschüler ist seine Klassengemeinschaft
ein Heilzeichen, ein Gottessymbol.[14] In einem Kuß, der selbstlos macht, in einer Umarmung
liegt - so ist einem Song der Gruppe Pur zu entnehmen - „so viel
Gott“.[15] Liebesbeziehungen und Glauben sind etwa auch im Liedgut
von Sting vielfältig miteinander in Verbindung gebracht.[16] Daß Songwriter mit solchen Bekenntnissen Erfolg haben,
verweist auf entsprechende Dispositionen bei den jugendlichen Rezipientinnen
und Rezipienten.
Das hier mit wenigen Beispielen zum Ausdruck gebrachte
Beziehungserleben von Kindern und Jugendlichen und die von ihnen selbst zum Teil
vorgenommenen Deutungen sind ernstzunehmende Ansatzpunkte für eine Pastoral,
die sich von einer Tradierungskrise nicht entmutigen läßt. Aus
soziotheologischer Sicht sind die Beziehungssehnsüchte und das
Beziehungsverhalten von Kindern und Jugendlichen Indizien für eine zumindest
latente religiöse Grundhaltung. Dies ist in einer zweiten These näher
auszuführen.
2. Die beziehungs- und gemeinschaftsstiftende dynamis
JHWHs
Eine wesentliche Aufgabe der Praktischen Theologie ist
es, Menschen zu helfen, über Symbole Gott zu erschließen. Sie greift dabei in
erster Linie auf Natursymbole zurück. Nur in Ausnahmen wird ausdrücklich der
Mensch selbst als ein Symbol gesehen, als ein Geschöpf, das über sich hinausweist.
Noch seltener werden Menschen in ihren vielfältigen Beziehungen, erst recht
nicht Beziehungen an sich, als Symbole begriffen. Diese Differenz gibt zu denken. Sollten etwa
Beziehungen in ihren vielfältigen und höchst komplexen Erscheinungsformen
weniger auf ein Mehr, auf einen unauslotbaren Hintergrund, auf einen transzendentalen
Überhang, auf einen unverrechenbaren Rest hinweisen als etwa eine Blume, ein
Baum oder ein Himmelskörper? Wie jedes Natursymbol kann auch ein
Beziehungssymbol Anlaß geben zum Staunen und zur Frage nach seiner Tiefenstruktur.
Gerade Beziehungen sind - nach biblischem Verständnis - vestigia Dei.
Hier legt sich eine Erweiterung des klassischen Symbolpools um ausgesprochene
Beziehungssymbole nahe. In der Wiederentdeckung der zwischenmenschlichen
Beziehung als Signum der Transzendenz eröffnet sich eine neue pastorale
Chance.
Es war Martin Buber, der mit seinem Hinweis auf das
Zwischenmenschliche und das Zwischen in der Beziehung ein urbiblisches
Gottesverständnis erinnerte. Der Gott der biblischen Schriften ist in erster
Linie „Macht in Beziehung“, wie dies heute Carter Heyward formuliert.[17] Der biblische Gott stiftet zuerst Beziehung und dadurch
Leben. Er wird ursprünglich als lebendige, befreiende Macht in den
Exodus-Ereignissen erfahren und von daher schließlich als „Quelle des
Lebens“ schlechthin, als Schöpfer bekannt. So konkret ist ursprünglich das
Vertrauen auf den Gott des Exodus, daß sein geheimnisvolles Dasein die
Errichtung einer politischen Zentralgewalt erübrigt (vgl. vorstaatliches
Israel).
Jede Gemeinde und Gemeinschaft verdankt sich nach M.
Buber einer lebendigen Mitte, einer Dritten, im Zwischen der Parteien und
Menschen agierenden Macht, einer zentripetalen, die Menschen zusammenhaltenden
Kraft. Gott ist „leibhaftig gegenwärtig“, wenn „ein Mensch einem Menschen die
Hände reicht“.[18] Nicht auf Gefühlsbeziehungen basiert nach Buber die
wahre Gemeinde, sondern auf einer „lebendigen Mitte“.[19] Nur aus der „gemeinsamen Beziehung zu der, wenn auch
wieder und noch namenlosen göttlichen Mitte“ kann eine Sozialität wachsen und
der Mensch dem Menschen ein Mitmensch (Genosse) werden.[20] Ein Ort der Theophanie ist die Gemeinschaft. [21] Gott agiert und erschließt sich den Menschen im Wir[22],
im Und[23] (des
Ich und Du), im „Inter“ von Inter-esse und Inter-aktion. Interaktion und
Dialog, Kommunikation und Kooperation verdanken sich einem übergreifenden
Dritten. Deshalb kann es auch in Anlehnung an den Titel des vorliegenden
Beitrages heißen: Ubi relatio, Deus ibi est.
Dieser Zusammenhang von relatio und deus,
von Beziehungshandeln und beziehungsstiftendem Wirken Gottes, wird in der
Pastoraltheologie durchaus gesehen. So haben zwischenmenschliche Beziehungen
nach Fritz Köster „viel oder alles mit der Beziehung zu tun, die jemand mit
Gott unterhält“.[24] Baumeisterin der lebendig gegenwärtigen Beziehungen ist
nach Wunibald Müller die „lebendige Mitte“.[25] Der Heilsdienst, den sich Menschen gegenseitig leisten,
ist nach Ottmar Fuchs durch Gottes diakonisches Handeln am Menschen
hervorgerufen.[26] Die Epiphanie Gottes geschieht nach Rolf Zerfaß in der
alltäglich geleisteten Diakonie.[27] Norbert Copray kann auf die Frage nach einer
Letztbegründung von Kommunikation nur vermuten, „daß zwischen der Kommunikation
der Menschen untereinander und der Kommunikation zwischen Gott und Menschen ein
Zusammenhang besteht, der für die menschliche Kommunikation von entscheidender
Bedeutung ist“.[28] Die Zusammenhänge werden zwar grundsätzlich gesehen und
markiert, jedoch nur unzureichend in fundamentalpastorale Überlegungen
einbezogen. Das fundamentalpastorale Potential des Zusammenhanges ist bei
weitem nicht ausgeschöpft und könnte gerade in der gegenwärtigen Krise einen
Ausweg weisen. Ich will den Zusammenhang weiter verdeutlichen.
Das konkrete Wirken Gottes ist in der dialogischen
Theologie Bubers Grundvoraussetzung eines jeden Friedens- und
Beziehungshandelns. Nur im Vertrauen auf die Wirkmacht JHWHs läßt sich
Selbstrücknahme im Konflikt und Verzicht auf Gewalt begründen und überhaupt
rechtfertigen. Weil da etwas ist (vgl. JHWH), von dem erwartet
werden darf, daß es schalomstiftend wirkt, kann eine Partei im Konflikt auf
eine eigenmächtige und gewaltsame Intervention verzichten. In biblischer
Tradition heißt solcherart praktisches Glauben: vertrauen, himin; Carter
Heyward pricht hier von to god (gotten),[29] Udo Schmälzle von Gott handeln.[30] Gott begegnet hier als ein Tätigkeitswort.
Gott ist „Macht in Beziehung“. Dies scheint
brennpunktartig in den Tischgemeinschaften Jesu auf,[31] die pastoralkriteriologisch nur allzu peripher
berücksichtigt werden. In den Tischgemeinschaften Jesu verdichtet sich das
beziehungsstiftende Wirken JHWHs in einzigartiger Weise.[32] Hier begegnen sich Menschen, die in ihren ursprünglichen
Überzeugungen und Einstellungen extrem auseinanderliegen. Hier ereignet sich
demonstrativ Vielfalt in Einheit und zeigt sich, daß Jesu Erlösungshandeln in
erster Linie Versöhnungshandeln ist.
Ein anderer Ort, an dem Jesus die beziehungsstiftende dynamis
seines abba zuläßt, ist die Erzählgemeinschaft: weil er sein Tun dem
Wirken einer größeren Dritten Macht unterstellt, kann er auf den narrativen
Umgang, auf kommunikative Sprechakte setzen und seine Botschaft in Gleichnissen
weiterreichen,[33] statt sie in messerscharfer Argumentation zu vertreten.[34]
Der sich in Jesus inkarnierte Gott ist der
beziehungsstiftende Vater: eine Dritte Macht, die sich überall dort
erschließt, wo Menschen zusammenkommen. Auf einen solchen Gott setzen, auf Gott
als Dritte Macht vertrauen, auf die beziehungsstiftende dynamis
Gottes bauen, das hat Konsequenzen für das konkrete Beziehungshandeln auf allen
nur denkbaren Ebenen: vom Mikrokosmos der Partnerschaft und Familie über den
Mesokosmos der Gemeinde und Schule bis hin zum Makrokosmos der Gesellschaft
und internationalen Politik.
3. Beziehungstheologisch geprägtes Profil eines
fundamentalpastoralen Konzepts
Wer wie die oben erwähnten Jugendlichen und Kinder auf
Beziehung setzt, der gibt sich - wissend, nichtwissend - jener
beziehungsstiftenden dynamis hin, die sich dem biblischen Volk als JHWH
erschlossen hat: der vertraut im Grunde seines Verhaltens und Handelns auf
Gott. Wer auf Beziehung setzt, wer Beziehung lebt, der „handelt Gott“, der
verhält sich im Grunde religiös. Religiosität in diesem weiten,
dennoch äußerst verbindlichem Sinn beschreibt einen pastoralen
Ausgangsort, an dem sich gerade in einer Zeit, die mit Tradierungskrise und
religiöser Indifferenz beschrieben wird, und in einer Gesellschaft, die weithin
entchristlich scheint, neue Chancen der religiösen Bewußtwerdung eröffnen und
sich zwanglos eine korrelative Auseinandersetzung mit jüdisch-christlicher
Tradition anbahnen und durchführen läßt.
Die in beziehungstheologischer Betrachtung deutlich
gewordene sozialpraktische Relevanz der Frage nach Gott schlägt sich in einem
fundamentalpastoralen Konzept nieder, das wesentlich auf der Vorgabe einer konkret
wirksamen Dritten Macht ruht und von daher bis in die von ihm vorgesehenen
pastoralen Strukturen hinein bestimmt ist. Einige Konsequenzen sollen unter
pastoraldidaktischen wie pastoralaktionalen und pastoralstrukturellen
Gesichtspunkten angedeutet werden. Ich berücksichtige dabei die wesentlichen
Handlungsfelder der Pastoral.
· Auf der Ebene von Katechese und Bildung
legt sich von einem beziehungstheologischen Ansatz her eine Didaktik
nahe, die sich an einem Spannungsfeld festmacht, das überschrieben werden
könnte mit „Vom Beziehungsverhalten zum Beziehungshandeln“. Sie
greift darin zunächst die Wirklichkeit des alltäglichen Beziehungsverhaltens
der Menschen auf mit der Absicht, daß es dadurch zu einem Aufmerken
angesichts des scheinbar selbstverständlichen, alltäglichen Beziehungsverhaltens
kommt. Zur Förderung des Aufmerkens deckt sie Beziehungsverhalten eigens
auf. Sie ist an einem ersten großen Ziel angelangt, wenn es im Zuge des
Aufmerkens zu einem Staunen über zwischenmenschliches
Beziehungsverhalten kommt. Erst mit dem Staunen ist eine Grundlage geschaffen
und ein Anlaß gegeben, das bewußt gewordene Beziehungsverhalten auf seine
Tiefenstruktur hin zu reflektieren und auf eine hintergründige force
vitale zurückzuführen, über diese untereinander (in der Vielfalt religiöser
bzw. quasireligiöser Begriffe) auszutauschen und sie schließlich
jüdisch-christlich zu benennen. Das eigentliche Ziel des
pastoraldidaktischen Unternehmens ist erreicht, wenn Gott als
beziehungsstiftende Macht nicht nur religiös-rational vorausgesetzt und
sich seiner kontemplativ vergewissert, sondern auch auf ihn in jeder
Hinsicht existentiell vertraut wird: wenn in der konkreten Beziehung auf
Gott gesetzt und gebaut wird. In einen solchen Lernprozeß, in diesen Weg von
einem (spontanen) Beziehungsverhalten hin zu einem (bewußten, mit Gott
rechnenden) Beziehungshandeln, paßt sich der Austausch mit biblischen
und anderen religiösen Traditionen nicht nur zwanglos ein, er legt sich von
selbst nahe, ja drängt sich geradezu auf. Hier kommt es zu einer engen
Berührung von Pastoraltheologie und Religionspädagogik.
· Als Seelsorge wirkt eine
beziehungstheologisch orientierte Pastoral auf Beziehungen hin, die geeignet
sind, einen Raum freizugeben, in dem die Heilkraft göttlicher dynamis in
Gestalt einer personalen göttlichen Zuwendung zum Tragen kommen kann.[35] Theologisch unreflektiert geschieht ähnliches etwa in
der Gesprächspsychotherapie: Hilfesuchenden erschließt sich häufig dann und nur
dann eine Problemlösung, wenn sich die Therapeutin oder der Therapeut zurücknehmen
und dadurch ein Vakuum entstehen lassen, in dem eine Dritte Macht zu
wirken vermag.[36] Ähnlich ist Seelsorge ein Beziehungsgeschehen, durch das
sich Menschen freigesetzt und in dieser Freiheit von jener göttlichen Dritten
Macht angesprochen und geführt erfahren dürfen. Ungeachtet ihres Propriums
ist hier die Seelsorge gut beraten, mit den Human- und Sozialwissenschaften
zusammenzuarbeiten und sie als Hilfswissenschaften zu nutzen.
· Diakonia[37] als Grundfunktion der Kirche hat ihren tiefen Grund in
einer rätselhaften Zusammenführung von Hilfebedürftigen und Helfenden.
Prosoziales und altruistisches Verhalten sind letztlich nur
beziehungstheologisch zu erklären: als Ergebnisse des Wirkens eines deus
praesens als einer Dritten Macht. Das Handeln des „barmherzigen
Samariters“ und die „tröstende Zuwendung“, wie sie sich Menschen im Alltag
immer wieder gegenseitig gewähren, sind ebenso das Ergebnis einer zwischen den
Menschen geheimnisvoll wirkenden zentrifugalen Kraft, wie das Organisieren von
Suppenküchen für Obdachlose durch Mitglieder des Catholic Worker oder
die Arbeit der Kleinen Schwestern im Kairoer Slumviertel.[38]
· Ein fundamentalpastorales Konzept, das
beziehungstheologisch ansetzt, beinhaltet nicht nur das Postulat einer integrativen
Pastoral, es kann dieses auf die gemeinschaftsstiftende dynamis
einer übergreifenden Dritten Macht zurückführen, dadurch transhumanistisch begründen
und mit einer unausweichlichen Verbindlichkeit versehen. Der Gott des Exodus
und der vorstaatlichen Existenz Israels, der Gott der Tischgemeinschaften Jesu
und der Gott der Pfingstgemeinde lädt ausnahmslos alle zum himmlischen
Festmahl ein: auch und gerade an den gesellschaftlichen Rand gedrängte, sozial
benachteiligte und übervorteilte, behinderte, kranke und alte Menschen, fremde
und schuldig gewordene. Pastoral im Zeichen einer Dritten (beziehungs-
und gemeinschaftsstiftenden) Macht kann weder die Ausgrenzung der
Jugend, noch der Frauen, noch anderer Gruppen aus der Suchbewegung der
Gemeinde dulden.[39] Vor derselben unabhängigen und Solidarität fordernden
Instanz der göttlichen Dritten Macht muß Pastoral auch ihr
gesellschaftliches Engagement verantworten.[40]
· Das koinonia- und communio-Verständnis
in den christlichen Gemeinden und jeweiligen Kirchen ist wesentlich geprägt
von der Anerkenntnis einer „lebendigen Mitte“, von der keine Partei sagen kann,
daß sie sie repräsentiere. Die alle Parteien und Gruppierungen übergreifende Dritte
Macht entzieht sich jedem Usurpationsversuch. Wo ernsthafte Versuche
unternommen werden, die eigene Sache mit der Gottes zu identifizieren, droht
dem „Prozeß Gemeinde“ der Abbruch, greift der Kleingeist einer sich
verabsolutierenden Partei diktatorisch zu und verhindert, daß der Gemeinde das
Erbe des verheißenen Landes zuteil wird (vgl. Mt 5,5). Vor Gott sind alle gleichermaßen
Glieder des einen Volkes;[41] im Zeichen des vom Zweiten Vatikanischen Konzil in den
Mittelpunkt gerückten „Volk Gottes“ - Begriffs relativiert sich jeder Herrschaftsanspruch:
das hier gemeinte Volk ist nicht einfach nur Volk, es ist bezeichnenderweise
„Volk ‘Gottes’“.[42] Aus dieser Sicht versteht sich die „kommunikative
Gemeindepraxis“ der Urkirche genauso wie die Ausbildung synodaler Strukturen,
die Praxis der Räte, die Arbeit von Kommissionen und Ausschüssen und deren
unverzichtbarer Status in einer geistgewirkten Kirche. Wie die communio
begründen sich auch die communicatio,[43] der friedlich geführte Dialog, eine innerkirchliche
Konflikt- und Streitkultur aus der Tatsache, daß die Wahrheit bestenfalls nur
dialogisch annäherbar ist.
· Der Gott, der im Zwischen der Menschen agiert, heißt in
Südafrika Modimo und wird dort geglaubt als der, der Freund und Feind in
einer Hürde versammelt.[44] Mit dieser Bemerkung soll zweierlei zum Ausdruck
gebracht sein: Einer beziehungstheologisch verankerten Fundamentalpastoral
liegt mit einer Theologie, die Theophanie wesentlich am Ort der Beziehung
ausmacht, ein Gottesverständnis vor, das in allen Kulturen und Religionen
Äquivalenzen hat.[45] Der beziehungstheologische Ansatz macht offen für einen
pastoral verantworteten interreligiösen Dialog und ein
dementsprechendes interreligiöses Lernen[46].
· Ein weiteres soll mit dem Hinweis auf Modimo, auf jenen
Gott, der Freund und Feind in einer Hürde versammelt, gesagt sein: Eine
beziehungstheologische Fundamentalpastoral veranschlagt die sozialpraktische
Relevanz eines beziehungsstiftenden Gottes auch auf der Ebene innergesellschaftlicher
und internationaler Konflikte. Der biblisch bezeugte Gott als „Macht in
Beziehung“ wirkt in jeder Hinsicht und auf allen Ebenen
schalomstiftend. Das hat Pastoral in das politische Tagesgeschäft hinein
deutlich zu machen. Glaube ist, das haben bereits die Propheten demonstriert,
unweigerlich politisch. Jesus hat dies mit letzter Konsequenz gelebt.
· Der beziehungstheologische Ansatz gilt für den Bereich
der Ökumene vor Ort wie auch für die Weltökumene.[47] Mit ihm ist eine verbindliche Herausforderung an eine futurologische
Pastoral formuliert. Ihm zufolge ist Gott dort realisiert, wo sich die Kirchen
und ihre Angehörigen immer wieder aufeinander zubewegen und sich die Menschen
der Dynamik des Dialoges anvertrauen. Der beziehungsstiftende Gott der Bibel
ist der Gott der Tischgemeinschaften Jesu, ein Gott des Runden Tisches im
Hinblick auf das religiöse Gespräch genauso wie den politischen Konflikt.
· Eine Pastoral, die sowohl didaktisch als auch
interaktional und strukturell auf eine gottgewirkte Dynamik der zwischenmenschlichen
Beziehung abstellt, arbeitet zwischenmenschliches Beziehungshandeln trinitätstheologisch
als das Abbild einer innertrinitarischen Beziehungsdynamik, einer
innertrinitarischen Relatio heraus. Dabei gewinnt beziehungstheologisch die Pneumatologie
neu an Gewicht. Der Geist, von dem hier die Rede ist, ist freilich weniger - um
noch einmal mit Buber zu sprechen - wie das Blut, das in dir kreist
(individualistische Theologie), als vielmehr wie die Luft, in der du
atmest (mutualistische Theologie): Dieser Geist wirkt gesamtökologisch sowohl
im Zwischen der Menschen als auch im Zwischen von Mensch und Natur. - Erst von
einem beziehungstheologischen Ansatz her wird auch eine „kommunikative
Sakramententheologie“ verständlich: Kommunikation macht nur Sinn vor
einem unantastbaren Dritten, vor einer kommunikationsjenseitigen und
kommunikationsenthobenen, unparteiischen Instanz.
· In der Liturgie treffen
Beziehungshorizontale und Beziehungsvertikale zusammen: Im rituellen,
kultischen Zusammensein, in der gottesdienstlichen Feier und im eucharistischen
Fest wird die Wirklichkeit zwischenmenschlicher Beziehung ausdrücklich
mit dem Namen Gottes in Verbindung gebracht. Das Leben als ein Zusammenleben,
das Geschenk der immer wieder neu gesuchten Versöhnung wird auf das Wirken
Gottes und die Initiative des Messias Jesus zurückgeführt.
Beziehungstheologisch gesehen ist die liturgische Feier Fokus und
Kulminationspunkt göttlich geheimnisvoller Beziehungsdynamik, ein Ort der
Realpräsenz beziehungsstiftender göttlicher Macht.[48]
Ausblick
„Heil ist nach neutestamentlichem Verständnis niemals ein
bloß individueller Besitz. Heil gibt es nur im Rahmen von Gemeinschaft.“[49] Mit dieser Bemerkung leitet Walter Rebell seine Untersuchungen
zur kommunikativen Gemeindepraxis im frühen Christentum ein. Er erinnert
damit einen theologischen Ansatz, der nicht in erster Linie das individuelle
Seelenheil im Blick hat, sondern den Menschen als Teil einer „erlösten
Gemeinschaft“ (R. Schreiter). Die Konsequenzen dieses Verständnisses können auf
der symboldidaktischen Ebene am Beispiel einer Firmmappe[50] verdeutlicht werden. Bereits die Auswahl des
Bildmaterials hebt im vorliegenden Fall signifikant auf Erscheinungsformen
von Beziehung ab (hier: Jugendliche bei einem Konzert, eine Gemeinschaft
von Demonstrierenden, Freundschaft ...).
Beziehungstheologische Ansätze, die die sozialpraktische
Relevanz der Frage nach Gott unterstreichen, können unter den Bedingungen der
Gegenwart ein neues Interesse für biblische und kirchliche Traditionen fördern.
Gott in Beziehungen handeln (um mit U. Schmälzle zu sprechen), in
Beziehungen gotten (so C. Heyward), Gott als (beziehungsrelevantes)
Tätigkeitswort (vgl. K. Marti), das mitzudenken und nachzuvollziehen sind
erfahrungsgemäß selbst kirchenabständige, religiös desinteressierte Jugendliche
bereit. Die darin zum Ausdruck kommende theologische Sicht überzeugt
Erwachsene ebenso wie Kinder. Insbesondere dort, wo Pastoral unter den
Bedingungen einer weitgehend nachchristlichen Gesellschaft zu operieren
gezwungen ist, eröffnen sich ihr von einem beziehungstheologischen Ansatz her
sowohl auf didaktischer als auch interaktionaler wie struktureller Ebene
wegweisende, scheinbar neue, in Wirklichkeit traditionelle biblische
Handlungsperspektiven. Wo christliche Traditionen ausgefallen oder am
Auslaufen sind, da vermag am Ort des alltäglichen zwischenmenschlichen
Beziehungsgeschehen - vorausgesetzt es wird entsprechend theologisch gedeutet
und pastoral aufgegriffen - ein neuer Aufbruch gelingen.
[1]Beziehungsdynamisch setzt
beispielsweise auch die Humanistische Psychologie in ihren
therapeutischen Versuchen an. Vgl. etwa Carl R. Rogers: Die Kraft des Guten. Ein Appell zur
Selbstverwirklichung. München: Kindler, 1978. Vgl. auch Peter F. Schmid: Personale Begegnung. Der
personzentrierte Ansatz in Psychotherapie, Beratung, Gruppenarbeit und Seelsorge.
Würzburg: Echter, 1989.
[2]Vgl. beispielsweise Reinhold Stecher: Wieder Sprache finden.
In: CpB 104 (1991) 4-5. Vgl. auch Reinhold Stecher:
„Ein Ringen, unendlich facettenreich“. Gedanken eines Bischofs über Sprache und
Sprechen in der Kirche. In: HerKorr 44 (1990) 567-571; Karl Lehmann: Die Funktion von Glaube und
Kirche angesichts der Sinnproblematik in Gesellschaft und Staat heute. In: Ders.: Glauben bezeugen, Gesellschaft
gestalten. Reflexionen und Positionen. Freiburg u. a.: Herder, 1993, 15 -
39; Leon Arthur Elchinger: Warum
haben wir die Konsequenzen des II. Vatikanum zum Teil verspielt? In:
Anzeiger für die Seelsorge 103 (1994) 445 - 447.
[3]Vgl. Heiner Barz: Religion ohne Institution? (Jugend
und Religion, Bd. 1). Opladen: Leske und Budrich, 1992; Heiner Barz: Postmoderne Religion. Die
junge Generation in den Alten Bundesländern. (Jugend und Religion, Bd. 2).
Opladen: Leske und Budrich, 1992; Heiner Barz: Postsozialistische Religion. Am Beispiel der jungen
Generation in den Neuen Bundesländern. (Jugend und Religion, Bd. 3).
Opladen: Leske und Budrich, 1993. - Vgl. dazu u. a. Christoph Bizer: Heiner Barz - Prophet einer
Prophezeiung, die sich selbst erfüllen soll? Eine kritische Auseinandersetzung
mit der Studie „Jugend und Religion“. In: Forum Religion 1/1993, 33 - 34.
[5]Barz unterscheidet zwischen
Jugendlichen „ohne offene religiöse Praxis“ (hier zwischen „religiös
desinteressierten“ und „religiös interessierten“), „Häretikern/-innen“ (hier
zwischen „Okkultismusnahen“ und „‘New Age’nahen“) sowie „kirchennahen“ (hier
„missionarisch-biblisch“ und „politisch-diakonisch“) orientierten.
[6]Bemerkenswert ist die Rangfolge
der Antworten auf die Frage, worauf es den Jugendlichen aus den östlichen
Bundesländern, die „ohne offene religiöse Praxis“ sind, im Leben ankomme: nach
„Liebe“ nennen sie „meine Freunde“, „meine Mutter“ und die „Familie“. Erst
hiernach nennen sie „Glück“, „Sexualität“ und „Erfolg“. Vgl. Barz III (s. Anm. 3), 89.
[10]Vgl. Ralph Sauer: Mystik des Alltags. Jugendliche Lebenswelt und
Glaube. Freiburg u. a.: Herder, 1990, 86 f.
[12]Das hier beschriebene Bild ist im
Rahmen einer von mir betreuten Untersuchung zu Gottesvorstellungen bei Kindern
entstanden, die von Anja Dürken, Sandra Schulze Hobbeling und Melanie Probst in
einer Grundschule des nahe bei Münster gelegenen Ortes Coesfeld durchgeführt
wurde.
[13]Vgl. Karl Ernst Nipkow: Religion in Kindheit und
Jugendalter. Forschungsperspektiven und -ergebnisse unter religionspädagogischen
Interessen. In: Georg Hilger;
George Reilly (Hrsg.): Religionsunterricht
im Abseits? Das Spannungsfeld Jugend - Schule - Religion. München: Kösel,
1993, 183 - 223, 219 f., und dazu ebd., 191. Vgl. dazu auch Dietrich Zillessen: Elementarisierung
theologischer Inhalte oder elementares religiöses Lernen? Ein
religionspädagogischer Grundkonflikt. In: Hilger; Reilly (s. Anm. 13), 28 -
42, 31 ff.
[14]Vgl. Lothar Kuld: Lerntheorie des Glaubens. Religiöses Lehren und
Lernen nach J. H. Newmans Phänomenologie des Glaubensaktes.
Sigmaringendorf: Glock und Lutz, 1989, 237.
[15]Vgl. Nie genug. Aus: Pur: Seiltänzertraum, 1993 (Intercord
Ton GmbH). Vgl. auch Britta Kleespies:
Ein Religionsunterricht für’s Leben. In: Bernhard Jendorff (Hrsg.): Katholischer
Religionsunterricht: Wohin? Visionen aus Erfahrungen mit einem bewegten Fach.
Donauwörth: Auer, 1996, 280 - 287, 286 f.
[16]Vgl. Gotthard Fermor: „Die irdische Religion der
Liebe“: Glaube und Liebe in aktuellen Beispielen der Popmusik. Ein
Werkstattbericht. In: EvErz 46 (1994) 123 - 137.
[17]Vgl. Carter Heyward: Und sie rührte sein Kleid
an. Eine feministische Theologie der Beziehung. Stuttgart: Kreuz, 21987.
[19]Vgl. Martin Buber: Ich und Du. In: Ders.: Die Schriften über das
dialogische Prinzip. Heidelberg: Schneider, 1954, 5 - 121, 47. Vgl. auch
die Buber-Rezeption bei Viktor von Weizsäcker, dazu Stefan Emondts: Menschwerden in Beziehung.
Eine religionsphilosophische Untersuchung der medizinischen Anthropologie
Viktor von Weizsäckers. Stuttgart; Bad Cannstatt: Frommann - Holzboog,
1993, bes. 443 - 448.
[20]Vgl. Martin Buber: Drei Sätze eines religiösen
Sozialismus (1928). In: Ders.:
Hinweise. Gesammelte Essays. Zürich, 1953, 259 - 261; hier nach Lorenz Wachinger: Der Glaubensbegriff
Martin Bubers. München: Hueber, 1970, 49 f.
[21]Vgl. Martin Buber: Zwiesprache. In: Ders.: Die Schriften über das dialogische Prinzip.
Heidelberg, 1954, 123 - 182, 134 f. Vgl. auch Christian Schütz: Verborgenheit Gottes. Martin Bubers Werk. Eine
Gesamtdarstellung. Zürich: Benziger, 1975, 167 f.
[22]Vgl. Heribert Mühlen: Der direkte Zugang zum
Wir-Geschehen. Hemeisologische Grundlegung der Wir-Philosophie. In: ThGl 85
(1995) 433 - 457.
[23]Vgl. Bernhard Welte: Miteinandersein und
Transzendenz. In: Ders.: Auf
der Spur des Ewigen. Philosophische Abhandlungen über verschiedene Gegenstände
der Religion und der Theologie. Freiburg u. a.: Herder, 1965, 74 - 82.
[24]Vgl. Fritz Köster: Autoritätenwechsel. Zurück zur Praxis Jesu.
Frankfurt a. M.: Knecht, 1990, 156.
[25]Vgl. Wunibald Müller: Erkennen - Unterscheiden -
Begegnen. Das seelsorgliche Gespräch. Mainz: Matthias Grünewald, 1990, 111
ff.
[26]Vgl. Ottmar Fuchs: Heilen und befreien. Der
Dienst am Nächsten als Ernstfall von Kirche und Pastoral. Düsseldorf:
Patmos, 1990, bes. 46 - 51. Vgl. auch Josef Müller:
Pastoraltheologie. Ein Handbuch für Studium und Seelsorge. Graz u. a.: Styria, 1993,
72.
[27]Vgl. Rolf Zerfaß: Wenn Gott aufscheint in unseren Taten. In:
Paul M. Zulehner: Das
Gottesgerücht. Bausteine für eine Kirche der Zukunft. Düsseldorf: Patmos,
1987, 95 - 106, 101.
[28]Norbert Copray: Kommunikation und Offenbarung. Philosophische und
theologische Auseinandersetzungen auf dem Weg zu einer Fundamentaltheorie der
menschlichen Kommunikation. Düsseldorf: Patmos, 1983, 1.
[30]Vgl. Udo Schmälzle: Gott handeln. Fragen eines praktischen
Theologen zur Gottesrede. In: Matthias
Lutz-Bachmann (Hrsg.): Und dennoch ist von Gott zu reden /
Herbert Vorgrimler (Festschrift
für). Freiburg u. a.: Herder, 1994, 326 - 342.
[31]Vgl. Janos Bolyki: Die Tischgemeinschaften Jesu. In: European Journal
of Theology 3 (1994) 163 - 170; Park Jae Soon:
Jesus’ table community movement and the church. In: AJTh 7 (1993) 60 - 83; vgl.
auch Edward Schillebeeckx:
Jesus. Die Geschichte von einem Lebenden. 7. Aufl. Freiburg u. a.: Herder,
1980, 177 - 193.
[32]Vgl. Peter Fiedler: Jesus und die Sünder. Frankfurt a. M.; Bern,
1976, 151; Maria Trautmann: Zeichenhafte
Handlungen Jesu. Ein Beitrag zur Frage nach dem geschichtlichen Jesus.
Würzburg: Echter, 1980, 161; Hans-Josef Klauck:
Die Sakramente und der historische Jesus. In: WiWei 47 (1984) 1 - 11, 7 f.
[33]Vgl. Christof Bäumler: Kommunikative
Gemeindepraxis. Eine Untersuchung ihrer Bedingungen und Möglichkeiten.
München: Kaiser, 1984, 27 - 30.
[34]Vgl. Georg Baudler: Jesus im Spiegel seiner Gleichnisse. Das
erzählerische Lebenswerk Jesu - ein Zugang zum Glauben. Stuttgart; München:
Kösel, 1986.
[35]Vgl. auch Henri J. M. Nouwen: Schöpferische Seelsorge.
Freiburg u. a.: Herder, 1989, und dort das Vorwort von Rolf Zerfaß, 5 - 8, bes. 7 f.
[36]Zur Unterscheidung von Seelsorge
und Psychologie vgl. Nouwen (s.
Anm. 35); Müller (s. Anm. 25); vgl. auch Waltraud Außerleitner: In Ihm leben wir. Eine
beziehungstheologische und beziehungsdynamische Sicht religiöser Entwicklung.
Bern u. a.: Peter Lang, 1994, bes. 329 - 354.
[37]Vgl. Ulfried Kleinert (Hrsg.): Mit Passion und Profession: Zukunft der
Gemeindediakonie. Markierungen und Perspektiven. Neukirchen-Vluyn:
Verlagsgesellschaft des Erziehungsvereins, 1992. Vgl. auch Gerhard Schäfer: Gemeinde: Subjekt
diakonischen Handelns. Aspekte aus dem Umkreis neuerer Literatur. In:
Diakonie 18 (1992) 51 - 56.
[38]Vgl. auch Hermann Steinkamp: Begleitung Jugendlicher
bei ihrer Suche nach Spiritualität. In: KatBl 121 (1996) 41 - 45; 45 (im
Hinblick auf die Erzählung vom barmherzigen Samariter als „Grund-Text“ der
Caritas): „... die Begegnung mit dem Göttlichen, ‘ewiges Leben’ ereignet sich
geheimnisvoll im Akt der Zuwendung zum Armen und Geschundenen!“
[39]Gegen die Ausgrenzung der Jugend
setzt Helmut Krätzl: Jugendgerechte
Pfarrarbeit. In: Anzeiger für die Seelsorge 105 (1996) 423 - 430, auf
Beziehung.
[40]Für die Jugendverbandsarbeit vgl.
etwa Michael Kröselberg: Von
der reflektierten Gruppe zur partizipativen Kultur. In: Karl Gabriel;
Hans Hobelsberger (Hrsg.): Jugend,
Religion und Modernisierung. Suchbewegungen kirchlicher Jugendarbeit.
Opladen: Leske und Budrich, 1994, 167 - 180.
[41]Vgl. auch Anneliese Fuchs: Wenn ich mich bewege, bewegt
sich die Welt. Organisationspsychologie als Hilfe zum Verstehen struktureller
Veränderungen. In: Walter Krieger;
Alois Schwarz (Hrsg.): Amt und
Dienst - Umbruch als Chance. Österreichische Pastoraltagung 28. bis 30.
Dezember 1994. Würzburg: Echter, 1996, 73 - 91, 88 f., wo sie den
Wir-Aspekt eines Leitbildes für die Kirche betont.
[43]Vgl. Klaus Hemmerle: Kommunikation der Kirche - Kirche der
Kommunikation. In: ComSoc 10 (1977) 253 - 257.
[44]Vgl. Gabriel M. Setiloane: Der Gott meiner Väter und
mein Gott. Afrikanische Theologie im Kontext der Apartheid. Wuppertal:
Peter Hammer, 1988, 45 ff., bes. 46 f.
[45]Vgl. Robert Schreiter: Abschied vom Gott der
Europäer. Zur Entwicklung regionaler Theologien / Edward Schillebeeckx (Vorw.). Salzburg:
Pustet, 1992, 56, der eine für den interreligiösen Dialog geeignete Theologie
nicht nur an Schöpfung oder Erlösung, sondern auch an Gemeinschaft, an der
„erlösten Gemeinschaft“ festgemacht sieht.
[47]Vgl. die Forderung des
ökumenischen Lernens; dazu Richard
Schlüter (Hrsg.): Ökumenisches und interkulturelles Lernen - eine
theologische und pädagogische Herausforderung. Paderborn u. a.: Bonifatius,
1994.
[49]Walter Rebell: Zum neuen Leben berufen. Kommunikative
Gemeindepraxis im frühen Christentum. München: Kaiser, 1990, 7.
[50]Vgl. Günter Jerger (Hrsg. im Auftrag des
Bischöflichen Schulamtes der Diözese Rottenburg-Stuttgart): Aufbruch. Vorbereitung auf die
Firmung im Religionsunterricht an Haupt- und Realschule / J. Fussenegger; G. Jerger; H. Schuh (Red). Stuttgart: Katholisches
Bibelwerk, 1990, 4 - 5; vgl. auch ebd., 21 - 23.