Theologie als Bezugswissenschaft des
Religionsunterrichts
von Karl-Heinz Menke
Kurzinhalt - Summary:
Das Brandenburgische Schulfach Lebenskunde - Ethik - Religion 'LER' ist
stark umstritten. Als universitären Bezug kann es zwar auf die Religionswissenschaft
verweisen, diese aber ist von der Relativität alles Seienden überzeugt. Eine
vor der fideistischen Versuchung gesicherte Theologie kann erkennen, daß es
keinen Anspruch der Vernunft auf unbedingte Weltdeutung geben kann. Das
persönliche Zeugnis ist unverzichtbar. Damit aber fällt auch der staatliche Anspruch
dahin, Lebenskunde geben zu können.
The Brandenburg school subject "conduct of life -
ethics - religion" (LER) is controversially discussed. It may refer to the
studies of comparative religion as its university background. Thereby, however,
it presupposes the option of general relativity. Theology, as far as it is
secured against the temptation of fideism, realizes that no claim of reason may
give unconditional interpretation of human existence. Personal witness is
undispensable. Therefore any claim of governmental institutions to teach LER
proves to lack justification.
Wer sich von seiten der Politik oder unmittelbar in der Schule mit dem
Religionsunterricht befaßt, konzentriert sich in der Regel auf praktische
Fragen: Wie kann man möglichst viele Schüler erreichen? Wie muß man ansetzen,
damit man nicht nur Inhalte, sondern auch Werte vermittelt? Wie kann man über
das Diskutieren von unterschiedlichen Positionen hinaus Orientierung bieten?
Wer den unter das Kürzel LER gefaßten Bemühungen des
Landes Brandenburg um ein alle Schüler erfassendes "Ersatzfach"
nicht von vornherein antiklerikale bzw. ideologische Motive unterstellt,
kann zumindest anerkennen: Hier wird in einer Gesellschaft, die weitgehend
entchristlicht ist, versucht, nicht nur den Wenigen, die sich für den
konfessionellen Religionsunterricht entscheiden, sondern allen Schülern und
Schülerinnen einen Werte (Lebensorientierung) vermittelnden Unterricht zu
erteilen.
Aber: Welche Werte werden vermittelt? Wer bestimmt diese
Werte? Und vor allem: Wodurch sind sie begründet? Pragmatisches Denken und
Handeln setzt die Lösung grundsätzlicher Fragen voraus; andernfalls kann
Pragmatismus zum Alibi politischer Interessen oder Ideologien verkommen.
Auch wenn das Traktieren grundsätzlicher Fragen die brennenden
Probleme der Gestaltung eines Werte bzw. Orientierung vermittelnden
Unterrichtes für möglichst alle Schüler und Schülerinnen nicht löst, soll im folgenden
deutlich werden, warum alle konkreten Anstrengungen von der Unterscheidung
zwischen Denken und Sein, von der Differenzierung zwischen wissenschaftlicher
und nichtwissenschaftlicher Deutung der Wirklichkeit und schließlich auch
von der sauberen Trennung zwischen
philosophischer, theologischer und religionswissenschaftlicher
Interpretation abhängen.
1. Unterscheidungen: Zwischen Denken und Sein; zwischen wissenschaftlicher
und nichtwissenschaftlicher Deutung von Wirklichkeit
Das Papier der Würzburger Synode zum Religionsunterricht definiert Religion
als Deutung des Ganzen der Wirklichkeit durch Transzendenzbezug.[1]
Diese Definition distanziert sich von jeder dezisionistischen Gleichsetzung
von Sinn und Deutung. Der Sinn[2]
des Ganzen von Welt und Geschichte ist das jeder Deutung gegenüber
Transzendente; und keine Deutung kann den Sinn, auf den sie bezogen ist, ausloten.
Denn sie ist immer die Deutung eines oder mehrerer Subjekte und damit sprach-,
raum- und zeitgebunden. Allerdings ist die Deutung von Sinn niemals zu trennen
von der Suche nach Wahrheit. Denn es geht ja nicht um irgendeinen Sinn;
es geht um den wahren Sinn - eine Tatsache übrigens, die nicht erst da
zum Ausdruck kommt, wo philosophisch nach der Definition oder den Kriterien
von Wahrheit gefragt wird, sondern viel ursprünglicher dort, wo Menschen nach
dem wahren Weg, der wahren Freundschaft, dem wahren Leben verlangen. Das philosophische
Wahrheitsproblem ist eine Konsequenz des menschlichen Urinteresses am
Verläßlichen. Und verläßlich ist eine Orientierung des Menschen in dem Maße,
als seine Deutung der Wirklichkeit mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Wo
zum Beispiel in der Schule Orientierung gegeben werden soll, wo Werte
vermittelt werden, kann die Wahrheitsfrage nicht ausgeklammert werden.
Die These, alle Suche nach Sinn impliziere auch die Suche
nach Wahrheit, ist schon lange nicht mehr unstrittig. Bemerkenswert ist aber,
daß Armin Kreiner in seiner umfassenden Analyse aller wichtigen
Wahrheitstheorien[3] zu dem
Ergebnis gelangt, daß jedes der von ihm vorgestellten Konzepte nach der
Korrespondenz von Deutung und Wirklichkeit strebt und sich erst durch die
Bestimmung der Kriterien dieser Korrespondenz
(z. B. Konsens und Kohärenz) von anderen Konzepten unterscheidet.
Allerdings beurteilen Wissenschaften, die sich auf einen
relativ kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit beziehen, die eigenen Hypothesen
nicht selten nach dem pragmatischen Kriterium der Effizienz bzw. Bewährung.
Dies scheint ziemlich unbedenklich, solange es nur um die bessere Methode der
Bewältigung von Problemen geht. Ein Zahnmediziner muß nicht darüber
reflektieren, ob seine zur Bewältigung eines Zahnproblems entworfene Methode
der Wirklichkeit des Problems entspricht, wenn sich seine Methode in der
Praxis bewährt. Nur: Ist das, was der praktischen Weltbewältigung dient, Wissenschaft?
Oder anders gefragt: Was unterscheidet die besagte Methode des Zahnmediziners
in wissenschaftlicher Hinsicht von religiösen Ritualen, die sich als Mittel
oder Methoden der Kontingenzbewältigung hervorragend bewähren?
Jeder wissenschaftliche Zugang zur Wirklichkeit setzt die
Unterscheidung von Denken (Deuten) und Sein (Wirklichkeit) voraus. Eine aus
gepreßtem Milchpulver bestehende Tablette -"Placebo" genannt - mag
sich gegen schwerste Krankheiten als erstaunlich hilfreich bewähren. Doch mit
einem wissenschaftlichen Zugang zum Problem einer Krankheit hat die Verabreichung
eines "Placebos" nichts zu tun. Sie ist zwar ein effizientes Mittel
der Problembewältigung. Aber auf wissenschaftlichen Untersuchungen beruht
die Verabreichung eines Arzneimittels erst dann, wenn ein Zusammenhang
zwischen dem Arzneimittel (= Deutung von Wirklichkeit) und der durch es bekämpften
Krankheit (= gedeutete Wirklichkeit) benannt werden kann. Und nicht nur das:
Wissenschaft setzt einen universalen Zusammenhang voraus, in den jede
einzelne Erkenntnis oder Deutung dialogisch - im Kontakt mit möglichst vielen
kompetenten Gesprächspartnern[4]
- möglichst umfassend (widerspruchsfrei und kohärent) einzufügen ist. Kein
Arzt wird eine Krankheit isoliert betrachten; er wird nie nur deren Symptom,
sondern auch deren Ursachen ins Auge fassen; er wird immer weiter und immer
umfassender nach Zusammenhängen forschen.
Für einen Naturwissenschaftler ist es ganz selbstverständlich,
daß alles, was ihm in Welt und Geschichte begegnet, erklärbar ist -
vielleicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt und mit den ihm gegenwärtig zur
Verfügung stehenden Instrumentarien oder Methoden noch nicht, aber
prinzipiell schon. Ein Naturwissenschaftler würde aufhören, Wissenschaftler zu
sein, wenn er auch nur den geringsten Ausschnitt der Wirklichkeit für prinzipiell
unerklärbar hielte. Was aber heißt für einen Naturwissenschaftler "etwas
erklären"? Doch nichts anderes als dies: ein bisher unbekanntes oder
nicht hinreichend erforschtes Phänomen möglichst widerspruchsfrei und
kohärent in Beziehung setzen zu dem schon Erklärbaren oder Gewußten.
Auch diejenigen, die im Unterschied zu jedem Wissenschaftler
ihre Interpretation nicht als Suche nach dem wahren Sinn bzw. Zusammenhang des
Wirklichen, sondern als Schlüssel - womöglich als alleinigen Zugang - zum Sinn
von Sein betrachten, sehen sich zur Einordnung ihrer einzelnen Urteile,
Praktiken und Methoden in eine Art Universaltheorie gezwungen. So
rechtfertigt jeder Astrologe seine Auskünfte mit einer Theorie über den Zusammenhang
der Sterne und ihrer Bahnen mit dem menschlichen Schicksal. Wie der Naturwissenschaftler,
so setzt auch der Astrologe einen Zusammenhang alles Seienden voraus. Aber im
Unterschied zum Naturwissenschaftler erforscht er diesen Zusammenhang nicht
durch den endlosen Prozeß der immer neuen Befragung der Kohärenz des einzelnen
Phänomens mit anderen Phänomenen, sondern der Astrologe weiß immer schon,
was die Welt im Innersten zusammenhält; er sucht nicht erst noch nach diesem
Zusammenhang, sondern sieht überall Bestätigungen seiner vermeintlich
unumstößlichen Weltanschauung.
Fassen wir zusammen: Jeder wissenschaftliche Zugang zur
Wirklichkeit geht von einer doppelten Voraussetzung aus: erstens von der Unterscheidung
zwischen Denken und Sein, zwischen Deutung und Wirklichkeit; und zweitens
davon, daß das Sein bzw. die Wirklichkeit einen Zusammenhang alles Vielen darstellt,
auf den die theoretische und praktische Vernunft des Menschen immer schon
verwiesen ist. Dieser Zusammenhang wird - sofern er jedem Denken und jeder
Deutung von seiten des Menschen vorausliegt - auch "Sinn" genannt.[5]
2. Das christliche Credo: nicht Hindernis, sondern Ermöglichung einer
methodisch autonomen Deutung von Wirklichkeit (Wissenschaft)
Da die christliche Theologie nicht zuletzt in den Debatten um das
Unterrichtsfach "LER" als eine Deutung der Welt (Weltanschauung)
verdächtigt wird,[6] welche
die eigene Deutung verabsolutiert oder zwischen Deutung und Faktum gar nicht
unterscheidet, kann es nützlich sein, einen Blick auf das vom Christentum
geprägte Entstehen des Wissenschaftsbegriffs und der Institution
"Universität" zu werfen.
Augustinus hat uns die von Panaitios stammende und von
Varro modifizierte Unterscheidung zwischen der theologia mythica der
Dichter, der theologia civilis der Gesetzgeber und der theologia
physica der Philosophen übermittelt.[7]
In allen drei genannten Formen der Theologie geht es um den mit dem Begriff
"Sinn" bezeichneten Zusammenhang alles Seienden.
Der Dichter erfaßt den Sinn des Seins unmittelbar (intuitiv);
daher die Bezeichnung seiner Theologie als theologia mythica; denn in
der Welt des Mythos gibt es keine Geschiedenheit von Sein und Denken; oder
besser gesagt, in der Welt des Mythos steht das Ganze bzw. der Sinn des Seins
dem denkenden und deutenden Subjekt nicht gegenüber; vielmehr kommt das Ganze
bzw. der Sinn des Seins z. B. im Dichten des Dichters zum Ausdruck.
Entsprechend versteht der antike Staat seine Ordnung bzw.
den Kosmos seiner Gesetze als Ausdruck der göttlichen Weltseele. Von den
Römern wird die Staatsordnung als theologia civilis bezeichnet, weil
sie als Erscheinung bzw. als Manifestierung des ewig Gültigen, des
"Sinns an sich", verstanden wird.
Und wie der antike Dichter oder Staatsmann, so tritt auch
der antike Philosoph dem Zusammenhang des Seienden - auch "Sinn" oder
"Weltseele" genannt - keinesfalls wie ein Subjekt dem von ihm real
verschiedenen Objekt gegenüber. Denn sobald er den Zusammenhang des vielen
Einzelnen denkt, sobald er sich von der Ebene der δόξα
auf die Ebene der _πιστήμη, von der Ebene
der empirischen Wahrnehmung[8]
auf die Ebene des Verstehens begibt, zeigt sich das Sein bzw. der beschriebene
Zusammenhang alles Seienden (der Sinn des Seins) in seinem Denken. In der
griechischen Philosophie ist das Denken nicht das Gegenüber, sondern das Medium
der Erscheinung des Seins. Abstrakter formuliert: Innerhalb der griechischen
Philosophie - angefangen bei den Vorsokratikern bis hin zu Aristoteles und
den Stoikern - sind Denken und Sein bzw. Deutung und Wirklichkeit zwar logisch,
aber nicht ontologisch verschieden. Und weil für den griechischen Philosophen
die Erscheinung des Seins (des Zusammenhangs alles Seienden) im Denken immer
auch die Erscheinung des Göttlichen im Denken ist, gibt es keinen Unterschied
zwischen Philosophie und Theologie.
Von dieser Auffassung ist das Denken der christlichen
Väter noch weitgehend geprägt. Die Apologeten des 2. und 3. Jhs. bezeichnen
den christlichen Glauben als jene Stufe des philosophischen (!)
Denkens, auf der sich der Zusammenhang alles Seienden (der Sinn des Seins)
erst eigentlich lichtet. Deshalb nennt Justin Jesus Christus den wahren
Sokrates und die christliche Offenbarung "die wahre Philosophie".[9]
Eigentlich hätte der biblische Schöpfungsgedanke von
Anfang an eine radikale Korrektur der griechischen Gleichsetzung des Seins mit
dem Denken verlangt. Denn unter Voraussetzung des jüdisch-christlichen
Schöpfungsgedankens ist das Kontingente, das Einzelne und Faktische nicht das
Uneigentliche gegenüber dem Allgemeinen und Notwendigen der Ideen, sondern im
Gegenteil das Wirkliche im Unterschied zu den künstlichen Abstraktionen des
Denkens. Aber erst als man den biblischen Schöpfungsgedanken im Lichte der
aristotelischen These von der Inhärenz des Allgemeinen im Einzelnen (im
Besonderen) betrachtet, kommt es zu einer grundlegend neuen Zuordnung von
Denken und Sein und in der Konsequenz auch von Philosophie und Theologie.
Die im Frühmittelalter selbstverständliche These, ein in
der christlichen Tradition wurzelndes Denken sei durch kein anderes Denken
übertreffbar, war in der Konfrontation mit der um 1150 einsetzenden
Rezeption des Aristoteles und seiner arabischen Kommentatoren Avicenna und
Averroes nicht zu halten. Ohnehin hatte sich in der als "wahre
Philosophie" bezeichneten Theologie die Tendenz zu einer Glaubensbegründung
verstärkt, welche zumindest methodisch von der Prämisse des christlichen
Credo absieht, um die Verwiesenheit der geschöpflichen Vernunft auf ihren
Schöpfer zu erweisen (vgl. das "unum argumentum" des Anselm von Canterbury).
In dem von Peter Abaelard aufgestellten Programm einer durch "Dialektik"
(durch eine methodisch autonome Argumentation) betriebenen Glaubensbegründung
ist der Schritt von einer Theologie im Sinne der augustinischen Weisheit
(sapientia) durch Erleuchtung hin zu einer Theologie als Wissenschaft (scientia)
vollzogen. Allerdings führte die Rezeption des aristotelischen Denkens nicht
mit einem Schlag zur Beseitigung der überkommenen Auffassung der Theologie
als der "wahren Philosophie". Bonaventura (und der
"Neo-Augustinismus" des späten 13. Jhs.) unterscheidet zwar zwischen
Theologie und Philosophie, bezeichnet aber die Philosophie als
"Dienerin" der Theologie; wohingegen die von der theologischen
Fakultät emanzipierte Artistenfakultät (z. B. Siger von Brabant) die
Philosophie als "autonom" versteht. Nicht von ungefähr entstehen um
1200 die ersten Universitäten als Orte mehrerer Fakultäten, und das heißt,
unterschiedlicher (methodisch autonomer) Zugänge zur Wirklichkeit.[10]
Zusammenfassend läßt sich festhalten: Da alle Wissenschaft
die nicht nur logische, sondern auch bewußtseinsunabhängige Trennung von
Sein (Wirklichkeit) und Denken (Deutung) voraussetzt, kann man erst da von
einem wissenschaftlichen Zugang zur Wirklichkeit (speziell auch von einer
wissenschaftlichen Philosophie und einer wissenschaftlichen Theologie)
sprechen, wo man sich in keiner Weise - weder durch intuitives Ergriffensein,
noch durch das unmittelbare Einleuchten der "Weltseele", noch auf
Grund der biblischen Offenbarung - im Besitz eines das Sein apriori
erfassenden Denkens dünkt.
3. Philosophie, Theologie und Religionswissenschaft
Die Universität zerfällt in viele Einzelwissenschaften, wenn sie nur die
äußere institutionelle Klammer, gleichsam das gemeinsame Dach, der
verschiedenen Fakultäten ist. Diese Gefahr ist nicht so jung wie man
vordergründig meinen könnte. Schon im Gefolge des spätmittelalterlichen
Nominalismus degenerierte die Philosophie zur Methodologie. Sie zog sich
weitgehend auf die Frage zurück, mit welchen nomina - mit welchen sprachlichen
und praktischen Mitteln - das Vielerlei der sinnlich wahrgenommenen
Wirklichkeit am effizientesten zu bewältigen sei.
Theologie muß in einer Universität als Fremdkörper erscheinen,
wenn sie als einzige Disziplin die Wirklichkeit nicht bewältigen will, sondern
auf deren wahren Zusammenhang (Sinn) bezogen ist. Nur wenn die
Philosophie dieses Unterfangen der Theologie als der Vernunft gemäß ausweist,
ist die Theologie innerhalb einer Universität nicht isoliert.
Mit dieser Feststellung plädiere ich natürlich nicht für
die Rückkehr zu einer Philosophie, die meint, sie könne die Wahrheit an sich,
den Zusammenhang bzw. Sinn alles Seienden an sich, erfassen. Im Gegenteil:
Unter der Voraussetzung, daß das, was in allen Wissenschaften befragt, gesucht,
erforscht wird, das der eigenen Vernunft gegenüber Andere, Vorgegebene,
Faktische,[11]
theologisch "von Gott Geschaffene" und also nicht von uns selbst
Gemachte ist, muß auch die Philosophie fragende, suchende, forschende
Wissenschaft sein. Aber weil Philosophie sich nicht mit einem Ausschnitt der
Wirklichkeit beschäftigen soll, sondern nach dem Zusammenhang, dem Sinn, dem
Sein des Seienden fragt, unterscheidet sie sich von allen
Einzelwissenschaften. Philosophie hat den Einzelwissenschaften gegenüber eine
kritische Funktion. Sie muß den Abstand zwischen Denken und Sein, zwischen Interpretation
und Wirklichkeit, zwischen Methode bzw. Zweck und Wahrheit bewußt machen. Und
außerdem kommt ihr eine positive Aufgabe zu: Denn nur die Philosophie kann erklären,
warum der Mensch als Geistwesen sich selber aufgibt oder verleugnet, wenn er
die theoretische und praktische (ethische) Frage nach dem wahren Sinn des Ganzen
nicht mehr stellt.
Die Philosophie ist nicht eigentlich Philosophie, wenn
sie sich wie andere Wissenschaften auf einen bloßen Ausschnitt der
Wirklichkeit, z. B. auf die Reflexion der Sprache, beschränkt. Sie kann aber
im Unterschied zur Theologie nicht voraussetzen, daß es einen alles umfassenden
Sinn gibt, und daß sich dieser Sinn in Welt und Geschichte vernehmbar macht.
Sie kann religiöse Traditionen wie Hypothesen betrachten und in der hypothetischen
Annahme, daß ein Konsens Wahrheit bekundet,[12]
verschiedene Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Ganzen diskutieren.[13]
Die (christliche) Theologie hingegen gibt - gestützt auf eine bestimmte,
intersubjektiv (durch die Kirche) tradierte und bezeugte Offenbarung -
Antwort auf die Frage nach dem Grund der Verwiesenheit auf das Ganze
und nach dem Grund eines universalen Zusammenhangs.
Von der Philosophie unterscheidet sich christliche Theologie
vor allem darin, daß sie nicht nur auf das Ganze der Wirklichkeit verweist,
sondern unter der Voraussetzung, daß es Gott gibt und daß Gott sich in
Schöpfung und Geschichte mitgeteilt hat, auch positiv Auskunft gibt über den Grund
des Ganzen. Ohne diese positive Auskunft kann es keine verbindliche
Orientierung des menschlichen Handelns geben.
Fragen wir zum Beispiel: Wie kann begründet werden, daß
der Mensch etwas qualitativ anderes als ein Tier ist? Wie kann begründet
werden, daß keine Wissenschaft auch nur einen einzigen Menschen zum Mittel
ihrer Zwecke degradieren darf? Wie kann begründet werden, daß die
fundamentalen Menschenrechte nicht als zu verifizierende oder zu
falsifizierende Hypothesen zur Disposition stehen?
Da ein Philosoph nur mit der Möglichkeit bzw. Idee
"Gott" arbeiten darf, kann er nur einen Begriff letztgültigen Sinns
konzipieren und also die genannten Fragen nur auf der Basis eines Postulates
beantworten. Anders der christliche Theologe: Er setzt die Wirklichkeit
des einen Schöpfers voraus, kann daraus die Wirklichkeit eines alles Seiende
umgreifenden Sinnes folgern und deshalb Fragen wie die nach dem Unterschied
zwischen Mensch und Tier zwar nie erschöpfend, aber doch verbindlich
beantworten. Dabei entgeht die Theologie nur dann der Gefahr des fundamentalistischen
Positivismus oder Dezisionismus, wenn sie die methodische Autonomie
der philosophisch argumentierenden Vernunft wahrt. Denn die Annahme von etwas,
was die Vernunft sich selbst nicht sagen kann, die Annahme des sie selbst
Übersteigenden, die Annahme z. B. des Dogmas von der Schöpfung alles Seienden
durch den einen Schöpfer, unterscheidet sich nur dann von der Willkür fideistischer
Entscheidungen, wenn sie hinreichend begründet ist und also aus Überzeugung
(autonom) erfolgt. Die Offenbarung kann nur vor einer Vernunft, die selbst
nicht "creatura revelationis" ist, als das sie [die Vernunft]
Übersteigende ausgewiesen werden. Jede Einschränkung der Vernunft zugunsten
des Glaubens als einer "Weisheit im Geheimnis" (1 Kor 2,7) kann ja
nicht anders geschehen als in Form einer Selbstkritik der Vernunft.[14]
Klaus Hemmerle hat das so ausgedrückt: "Theologie ohne Philosophie ist
keine Theologie. [...] Philosophie muß die Theologie [...] aus allem Getto der
bloßen Pragmatik, der bloßen Positivität, herausreißen [...], indem sie hart
und bohrend ihre Fragen an die Theologie stellt und die Unstruktur einer
unphilosophischen Theologie aufweist. Umgekehrt hat aber auch Theologie die
Chance und Aufgabe, eine Philosophie, die sich vor dem Philosophischen, die
sich vor der Frage nach dem Ganzen zurückzieht, zu sich selbst herauszufordern.
Und wenn einmal Theologie in der ihr gegenwärtigen Philosophie keinen Partner
mehr fände oder sofern sie diese Partnerschaft vermißt, ist sie gehalten, aus
ihrem eigenen, theologischen Impuls Philosophie wach- und hervorzurufen."[15]
"Die Philosophie", so formuliert Bernhard
Casper, "hat kein anderes Maß als dies, daß sie jeweils das Äußerste
thematisiert. Als solche Thematisierung des jeweils äußersten Weltverständnisses
des Menschen hat die Philosophie ihren Platz aber nicht nur vor dem
Studium der Theologie, sondern mitten in ihrer Arbeit."[16]
Jede große Theologie stützt sich auf eine große Philosophie; und jede große
Philosophie eröffnet einen neuen Zugang zu der Frage nach dem Sinn des
Ganzen.
Da ist zum Beispiel Wolfhart Pannenberg, der in seinem
großen Werk "Wissenschaftstheorie und Theologie" in Auseinandersetzung
mit Schleiermacher, Dilthey, Troeltsch und anderen den Nachweis führt, daß
jede Erfahrung von Wirklichkeit (eines "Gegen"-standes) eine zumindest
subjektive bzw. hypothetische Antizipation der Sinntotalität der
Wirklichkeit impliziert. Oder da ist Karl Rahner mit seiner von Maréchal
inspirierten These, daß Erkennen Urteilen ist, und daß jedes Urteil den
unthematischen Vorgriff auf das Ganze (auf das Sein des Seienden) impliziert.
Oder Hans Urs von Balthasar: Er gründet seine Theologie auf eine philosophische
Ästhetik, die zum Beispiel im Akt des Staunens (in der Schau der Gestalt) einen
Zugang der endlichen Vernunft zum Sinn des Seins sieht. Oder Walter
Kasper: Seine Theologie und die seines Schülers Thomas Pröpper beziehen sich
auf die philosophische Freiheitsanalyse von Hermann Krings: auf die im Kern
schon von Fichte geschilderte Beobachtung, daß jedes Ich in der Begegnung mit
dem Du des Anderen ein unbedingtes Sollen erfährt, dem die im Erkennen
und Tun realisierte Freiheit (die "konkrete Freiheit") allenfalls
partiell entspricht. Und da sind Johann Baptist Metz und Helmut Peukert, die
ihre Theologie auf Jürgen Habermas' Universalpragmatik und Karl Otto Apels
Transzendentalpragmatik stützen; näherhin auf die Annahme, daß die Sprache
die Klammer zwischen Denken und Sein bildet und deshalb in einem gewaltfreien
Kontext und unter bestimmten Bedingungen den Sinn des Seins entbirgt.
Zahllose Untersuchungen haben gezeigt, daß die genannten
Philosophien und Theologien ihre Licht- und Schattenseiten haben. Dennoch ist
jede Philosophie, die nach dem Zugang der endlichen Vernunft zum Ganzen der
Wahrheit fragt, dem eigenen Auftrag treu. Und jede Theologie, die - gestützt
auf einen solchen philosophischen Entwurf - das Christusereignis als Antwort
auf die Frage nach dem Sinn des Einzelnen und des Ganzen expliziert, trotz
aller Einseitigkeit und Ergänzungsbedürftigkeit echte Orientierung des
menschlichen Daseins.
Im Unterschied zur Philosophie und zur Theologie geht es
der Religionswissenschaft[17]
nicht um den "wahren Sinn" des Einzelnen oder Ganzen, sondern um das
Unterscheiden und Vergleichen von Phänomenen. Sie verzichtet ausdrücklich auf
den Anspruch, den Wahrheitsgehalt der einzelnen Religionen zu prüfen oder zu
entscheiden, ob sie tatsächlich auf dem Ereignis einer Offenbarung beruhen.
Sie beschränkt sich darauf, den subjektiven Glaubensgehalt, der sich in Mythos,
Tradition oder Kult ausdrückt, zu erfassen und auf Verbindungslinien,
Zusammenhänge und Abhängigkeiten hinzuweisen. Nicht selten wird dabei ohne
Begründung vorausgesetzt, daß es eine Selbstoffenbarung des Absoluten und
deshalb das Phänomen der Einzigkeit in Welt und Geschichte gar nicht geben
kann. Dem religionswissenschaftlichen Hinweis auf Parallelen und ideelle oder
literarische Abhängigkeiten liegt bewußt oder unbewußt die historistische
Überzeugung von der Relativität alles Seienden zugrunde. Von daher kann die
Religionswissenschaft nicht die Bezugswissenschaft eines Schulunterrichtes
sein, der über Informationen und hypothetische Vergleiche hinaus Werte bzw.
ethische Orientierung vermitteln will. Auf Grund ihres eigenen
Selbstverständnisses will und kann die Religionswissenschaft weder Werte
begründen, noch falsche von wahren Sinnangeboten unterscheiden.
4. Theologie als
Bezugswissenschaft des Religionsunterrichtes
Vor dem Hintergrund unserer Ausführungen über die
Grundvoraussetzungen eines wissenschaftlichen Zugangs zur Wirklichkeit ist
klar: Ein Religionsunterricht, der seine Deutungen der Wirklichkeit nicht
mit der Wirklichkeit selbst verwechselt, wird der Versuchung zur Indoktrination
widerstehen. Er wird ausgehen von der nicht nur logischen, sondern auch ontologischen
Geschiedenheit von Denken und Sein, von Deutung und Wirklichkeit. Das heißt:
Er ist zunächst einmal eine Frage- und Suchbewegung - nicht in Gestalt eines
bloßen Sammelns von Informationen und Thesen (Religionswissenschaft),
sondern in der Ausrichtung auf den wahren Sinn des Einzelnen und des Ganzen.
Doch auch dort, wo ein Lehrer die philosophische Frage nach dem Sinn des Ganzen
stellt und diese mit dem theologisch explizierten Selbstverständnis des in
Schrift und Dogma "kristallin gewordenen" Glaubens einer christlichen
Konfessionsgemeinschaft konfrontiert, wird er bewußt machen, daß die Selbstoffenbarung
der Wahrheit (die Person Jesus Christus) weder mit der Schrift noch mit der
Tradition der Kirche und erst recht nicht mit einer Auslegung des Glaubens
der Kirche (mit einer Theologie) identisch ist; daß also auch eine durch
Jahrhunderte von einer Weltkirche tradierte Deutung nicht identisch ist mit
der von ihr angezielten Wirklichkeit.
Im einzelnen lassen sich daraus folgende Konsequenzen
ziehen:
1. Religionsunterricht muß in der Erkenntnis gründen, daß jede Antwort
auf die Frage nach Sinn (Lebensorientierung) nur dann frei von Ideologie (=
Identifizierung der eigenen Deutung mit der Wirklichkeit) ist, wenn die
besagte Unterscheidung zwischen Sein und Denken, zwischen Wirklichkeit
und Deutung, zwischen Sinn und Zweck gewahrt wird.
2. Die Unterscheidung zwischen Denken und Sein setzt den Glauben an eine
vom eigenen Deuten unabhängige Wirklichkeit voraus. Daß die Wirklichkeit
nicht erst Produkt unseres Deutens und Denkens ist, und daß wir den Sinn dieser
Wirklichkeit nicht machen, sondern vorfinden, drücken Juden und Christen mit
ihrem Glauben an den einen Schöpfergott aus.
3. Jeder Religionsunterricht sollte seinen Adressaten vermitteln, daß die
Frage nach dem Sinn des Ganzen der Wirklichkeit (speziell des eigenen
Daseins) nicht nur die Geistes- und Kulturgeschichte der Menschheit prägt,
sondern zum Menschen als einem seiner Endlichkeit bewußten und also auf das
Nicht-Endliche verwiesenen Geschöpf wesentlich dazugehört.
4. Religionsunterricht muß sich des Unterschieds zwischen Philosophie
bzw. philosophischer Ethik und Theologie bewußt sein. Philosophie kann
durchaus orientierend wirken durch ihre Fragen. Man denke beispielsweise an
eine Diskussion über Kants Fragen: "Was kann ich wissen? Was soll ich
tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?" Aber jede Antwort auf diese
Fragen gründet in der Postulierung oder in der Bezeugung des Unbedingten.
Theologie ist die Verantwortung einer bestimmten Bezeugung des Unbedingten
(Tradition) vor dem Forum der historischen und philosophischen Vernunft. Die
Theologie ist mit der Philosophie nicht identisch;[18]
aber ohne Philosophie verkommt sie zur positivistischen Beschreibung von
Fakten. Ein Religionsunterricht, der in der Theologie qua Wissenschaft
gründet, verpflichtet sich, die gebotenen Inhalte so zu vermitteln, daß die
Schülerinnen und Schüler zu einer vor dem Forum der historischen und philosophischen
Vernunft verantworteten Aneignung (oder Ablehnung) befähigt werden.[19]
5. Es gibt keine weltanschaulich neutrale Orientierung des menschlichen
Handelns. Und es ist in bezug auf das "Brandenburger Modell"
gesprochen eine fatale Situation, wenn der Staat weltanschaulich neutral die
in der Verfassung des Landes verankerten Werte vermitteln will. Wenn ein
Lehrer seinen Schülern Werte vermittelt, muß er deren Geltung begründen. Und diese Begründung kann nicht
seinem Belieben oder gar der Ideologie eines selbstgebastelten Weltbildes
ausgeliefert werden. Der Staat selbst muß ein Interesse daran haben, daß
seinen Schülerinnen und Schülern nur solche Antworten auf die Fragen nach
dem Grund von Sinn (von Werten) gegeben werden, die eine an der Universität
vertretene Bezugswissenschaft haben. Denn Wissenschaft bedeutet, wie gesagt,
zumindest dies: unterscheiden zwischen Wirklichkeit und Deutung, zwischen
Sinn und Zweck.
6. Es ist eine Illusion, zu glauben, man könne durch Religionswissenschaft
eine objektive, wissenschaftliche Kenntnis von Religion, einen Standpunkt über
den Standpunkten, erreichen und dadurch weltanschauliche Konflikte abbauen.
Wer gegen die Theologie und für die Religionswissenschaft als
Bezugswissenschaft des Religionsunterrichtes plädiert, hat Partei ergriffen,
und zwar "für die Auffassung, daß das Bekenntnis zu einer Religion
unzeitgemäß oder gar schädlich, jedenfalls für Ethik oder Lebensgestaltung eher
unerheblich und sozusagen unter Folklore einzuordnen sei".[20]
Toleranz ohne Standpunkt verneint den Glauben an den unverfügbaren Grund
unbedingten Sollens. Sie äußert sich nicht in der Anerkennung der Andersheit
des Anderen, sondern in Gleichgültigkeit.[21]Damit
ist nichts gesagt gegen die Zusammenarbeit zweier Wissenschaften, nämlich der
Theologie und der Religionswissenschaft. Aber die Befragung der Religionswissenschaft
von seiten der Theologie (und des auf sie gestützten Religionsunterrichtes)
kann nicht absehen von den hermeneutischen Prämissen des Religionswissenschaftlers.
7. Unter der Voraussetzung, daß der Lehrer eines konfessionellen
Religionsunterrichtes den Unterschied zwischen Offenbarung (Christus selbst)
und Bezeugung der Offenbarung[22]
bewußt macht, ist sein eigenes Zeugnis nicht Manipulation der Schüler,
sondern Ausdruck der Tatsache, daß der genuine Ort für die Erkenntnis und
Weitergabe eines Ereignisses mit Geltungsanspruch an die sittliche Vernunft
das Zeugnis (martyria) ist.[23]
Dabei versteht sich von selbst, daß die Bezeugung dessen, den die christliche
Tradition als Fleisch gewordene Liebe beschreibt, sich in der unbedingten
Anerkennung der Andersheit (der transzendentalen Freiheit) des Anderen
ausweist.
8. Weil die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus nicht Instruktion,
sondern Person ist, ist nicht der Konsens der Theologen, sondern der Konsens
derer, die Jesus Christus personal bezeugen (die Kirche), das Kriterium aller
Wahrheitssuche. Die Wissenschaft "Theologie" wird durch den
gelebten Glauben der Kirche davor bewahrt, ihre Deutungen mit der Realität zu
verwechseln, die sie deutet. Das heißt für den christlichen Religionsunterricht,
daß er auf eine konkret erlebbare Wirklichkeit bezogen ist.[24]
[1] "Inhaltlich
geht es dabei [beim Religionsunterricht] um die Fragen nach dem Woher und Wohin,
dem Wozu und Warum, nach dem Sinn und Wert oder der Sinnlosigkeit und Wertlosigkeit
des Ganzen und des einzelnen in der Welt. [...] Aber nicht nur der private
Bereich ist davon betroffen. Im Beruflichen, Sozialen, Politischen gibt es
ebenso Situationen und Programme, in denen es um das Verstehen des Ganzen und
das Einordnen in das Ganze geht, [...]. Wer nach dem Sinn fragt, kann sich
nicht mit dem Hinweis auf Zwecke zufrieden geben." Vgl. Synodenbeschluß Religionsunterricht.
In: Ludwig Bertsch (Hrsg.): Gemeinsame
Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland. Offizielle
Gesamtausgabe. Freiburg, 1976, 123 - 152; hier: 133 f.
[2]
Mit dem Begriff "Sinn" wird im folgenden der Zusammenhang alles
Wirklichen bezeichnet. Jede Deutung dieses Sinns ist eine durch die Perspektive
und geschichtliche Situierung des deutenden Subjekts oder der deutenden
Sprachgemeinschaft bedingte Interpretation. Anders gesagt: Jede Deutung setzt
einen für die menschliche Vernunft einsehbaren Zusammenhang alles Wirklichen
voraus, ohne die Diastase zwischen dem "Sinn an sich" (dem
bewußtseinsunabhängigen Zusammenhang alles Wirklichen) und der stets unvollkommenen
Erklärung dieses Zusammenhangs überwinden zu können.
[3]
Armin Kreiner: Ende der
Wahrheit? Zum Wahrheitsverständnis in Philosophie und Theologie. Freiburg,
1992; Kreiner diskutiert die Positionen von Popper, Habermas, Heidegger, James
oder Rescher ebenso wie die theologisch bestimmten Theorien von Kierkegaard,
Brunner, Rahner oder Hick. Dabei wird immer wieder deutlich, daß Konsens- und
Kohärenztheorien die Korrespondenz-These voraussetzen und keineswegs
ersetzen.
[4]
Für den wissenschaftlichen Dialog gelten die von Habermas und Apel
formulierten Bedingungen des idealen Kommunikationsprozesses. Vgl. Helmut Peukert: Wissenschaftstheorie,
Handlungstheorie, Fundamentale Theologie. Analysen zu Ansatz und Status
theologischer Theoriebildung. 2. Auflage Frankfurt, 1988, 252-310.
[5]
Weil dieser alles umfassende "Sinn" als solcher (an sich) dem
endlichen Erkennen des Menschen nicht zugänglich ist, kann es Metaphysik bzw.
Ontologie nicht als Theorie des Transzendenten, sondern nur als Frage nach den
Bedingungen der Möglichkeit eines alles umfassenden Sinns (als Transzendentalwissenschaft)
geben. Dazu: Ludger Honnefelder: Transzendent
oder transzendental: Über die Möglichkeit von Metaphysik. In: PhJ 92
(1985) 273-290; Ders.: Metaphysik.
In: LThK3 VII (1998) 190-192.
[6] In
der "Gemeinsamen Stellungnahme der Evangelischen Kirche in
Berlin-Brandenburg und des Erzbistums Berlin zur Absicht der Landesregierung
Brandenburg, LER als ordentliches Lehrfach einzuführen" heißt es:
"Die Landesregierung behauptet, daß LER weltanschaulich neutral ist,
[...]. Sie sieht zugleich vor, daß Schülerinnen und Schüler vom Unterricht im
Fach LER zu befreien sind, die oder deren Eltern dennoch erklären, daß die
Teilnahme am Unterricht im Fach LER mit ihrer religiösen Überzeugung
unvereinbar ist. Darin offenbart sich die innere Widersprüchlichkeit dieses
Modells: Wäre dieses Fach dem eigenen Anspruch gemäß tatsächlich weltanschaulich
neutral, dann wäre es in vollem Umfang als ordentliches Lehrfach vom
schulischen Bildungsauftrag umfaßt; eine Abmeldemöglichkeit wäre ebenso wenig
begründbar wie eine Abmeldemöglichkeit von anderen ordentlichen Lehrfächern
wie Deutsch oder Mathematik. Hier muß allerdings auf die unhaltbare
Voraussetzung hingewiesen werden, es gäbe bei wertorientiertem Unterricht
insbesondere über Religionen, einen "Standpunkt über den
Standpunkten". Nichts anderes gilt für die Lehrerbildung für ein Schulfach
LER, wenn die Bezugswissenschaft ausschließlich die Religionswissenschaft sein
soll und die Theologie bestenfalls zu einer Hilfswissenschaft der
Religionswissenschaft degradiert wird."
Vgl. Politische Akademie: Religionsunterricht
in den Schulen. Der Streit um das Fach LER in Brandenburg - ein Beispiel für
die Auseinandersetzungen um das Verhältnis von Staat und Religion. 2.
Auflage St. Augustin, 1998 (Dokumentation der Konrad-Adenauer-Stiftung, Bereich
Forschung und Beratung), 165-166; hier: 165.
[7] Augustinus:
De civitate Dei VI,8. In: Corpus Christianorum. Ser. lat., XLVII, 176. - Dazu:
Peter Hünermann: Ort und Wesen
theologischen Denkens. In: Bernhard Casper;
Klaus Hemmerle; Peter Hünermann (Hrsg.): Theologie als Wissenschaft.
Freiburg, 1969 (QD 45), 73-123; bes. 86-89.
[8]
Das einzelne Seiende in seiner jeweiligen Einmaligkeit ist in der griechischen
Metaphysik immer das Uneigentliche, in Platons Höhlengleichnis sogar bloßer
Schein.
[9]
Was bis ins 13. Jh. als "intellectus fidei" bezeichnet wird, ist
zunächst eine durch die Inhalte der christlichen Tradition vermittelte
Erkenntnis. Weil diese Erkenntnis alle aus anderen Quellen gespeiste Einsicht
übertrifft, wird sie von Justin als "die wahre Philosophie" und von
Klemens von Alexandrien als "die wahre Gnosis" bezeichnet. Augustinus
spricht von der christlichen Weisheit, die deshalb die höchste ist, weil sie
alle Weisheit der Heiden überbietend integriert.
[10]
Während Thomas von Aquin noch selbstverständlich voraussetzt, der
Schöpfergott habe seinen Adressaten, den Menschen, so geschaffen, daß der -
sofern guten Willens - den Sinn des Einzelnen und des Ganzen (also das, was
Gott gedacht und gewollt hat) mit Leichtigkeit erkennen kann, betont das
Spätmittelalter den Abstand zwischen dem ganz anderen Gott und der Schöpfung
so sehr, daß der Mensch in der Schöpfung nur ein Vielerlei von Einzelnem wahrnimmt,
welches er selbst ordnen (in einen Zusammenhang bringen) muß - die Geburtsstunde
der experimentierenden Naturwissenschaft.
[11]
Besonders Peter Henrici hat gezeigt, daß die Erfassung des Grundes aller
Gründe uns nicht nur wegen des unüberbrückbaren Abstandes zwischen
Endlichkeit und Unendlichkeit, sondern auch auf Grund der Uneinholbarkeit
jedes einzelnen Faktums durch jedwede Deutung unmöglich ist: "Ein Faktum
ist immer ein Ganzes und auf das Ganze bezogen. Es kann nicht bloß zur
Hälfte oder unvollkommen der Fall sein; es ist der Fall oder es ist nicht der
Fall. Wenn es aber der Fall ist, dann ist die ganze Reihe seiner Vorbedingungen
vollständig durchlaufen. Darum läßt sich ein Faktum nicht aus-denken, durch
Denken und Rechnen nachkonstruieren. Was dabei herauskäme, wäre immer nur ein Modell
des Faktums, das abstrakt und daher bis zu einem gewissen Grade allgemeingültig
bleibt, während das Faktum letzt-konkret und höchst einzeln ist. In dieser seiner
konkreten Einzelheit ("dies und nichts anderes ist der Fall") ist das
Faktum nicht isoliert. Das Weltganze ist nicht ohne dieses eine Faktum, und
dies eine Faktum ist nur im Weltganzen. Dadurch, daß es der Fall ist, steht es
nicht nur gleich zu gleich zu allem anderen, was auch der Fall ist und war und
sein wird; es drängt sich auch durch sein bloßes Der-Fall-sein allem anderen,
was der Fall sein will, zur Berücksichtigung auf." Vgl. Peter Henrici: Die metaphysische Dimension
des Faktums. In: Ders.: Aufbrüche
christlichen Denkens. Einsiedeln, 1978 (Kriterien; 48), 27-35; hier: 27 f.
[12]
Wenn alle mit einer bestimmten Frage befaßten Gruppen einer Gesellschaft sich
de facto auf die Bedingungen verständigen, die Habermas und Apel als ideale
Bedingungen für das Zustandekommen eines gewaltfrei bzw. dialogisch ermittelten
Konsenses bezeichnen, dann mag das Ergebnis von allen akzeptiert werden; doch
aus der so erreichten Einigkeit läßt sich nicht deren Wahrheit deduzieren. Von
daher bemerkt Gerhard Sauter: "Einheit
im Sinne der Gemeinsamkeit zwischen Menschen (Einverständnis und Allgemeinheit)
kann [...] nur aus der Wahrheit folgen. Zu Beginn des 5. Jh. heißt es bei Severian
von Gabala: 'Ubi namque veritas sese prodit, omnia consentiunt' - 'Wenn die
Wahrheit sich zeigt, stimmt alles überein.' Wird diese Sequenz jedoch
umgekehrt, wird sie irreführend, ja fatal: Konsensdruck läßt die Wahrheitsfrage
verkümmern. Die Stimmen zählen, nicht mehr die Argumente. Nach dem Konzil von
Nicäa (325) begann die Berufung auf den consensus omnium eine immer größere
Rolle zu spielen: verständlicherweise, sofern die größtmögliche Übereinstimmung
erzielt werden sollte, problematisch jedoch, weil der Anschein erweckt wurde,
diese Allgemeinheit sei bereits ein theologisches Argument! Muß aber nicht im
Blick behalten werden, daß die Wahrheit der Theologie im Grenzfall auch von
einem einzelnen gegen alle anderen vertreten werden kann?" Vgl. Gerhard Sauter: Was ist Wahrheit in der
Theologie? Wahrheitsfindung und Konsens der Kirche. In: Ders.: In der Freiheit des Geistes.
Theologische Studien. Göttingen, 1988, 57-82; hier: 62.
[13]
Die Transzendentalphilosophie thematisiert die Verwiesenheit des menschlichen
Erkennens und Handelns (des menschlichen Daseins) auf den Zusammenhang bzw.
Sinn alles Wirklichen; die Religionsphilosophie betrachtet die Inhalte
verschiedener religiöser Traditionen als Hypothesen, um in deren Licht den
Zusammenhang des Wirklichen zu erfassen; und die philosophische Ethik
dient dem Phänomen des Sollens, kann aber den Grund für dieses Sollen nicht
selbst liefern.
[14]
In diesem Zusammenhang weise ich die von Joseph Ratzinger gegen mich
vorgetragene Kritik (Zur Lage des Glaubens und der Theologie heute. In:
IKaZ 25 [1996] 359-372) mit denselben Argumenten zurück, mit denen mich Klaus
Müller verteidigt. Wenn Ratzinger auf der einen Seite wie ich selbst den Relativismus
der sogenannten "Pluralistischen Religionstheologie" zurückweist,
zugleich aber betont, es gebe keine Autonomie der philosophischen Vernunft,
dann unterläuft ihm ein eklatanter Selbstwiderspruch. "Ohne Zweifel
tritt Vernunft allemal geschichtlich auf. [...] In keiner Weise aber ist von
daher vorgegeben, daß von vornherein und prinzipiell alle Äußerungsformen von
Vernunft fallibel sein müßten: Auch geschichtlich aufgekommene Gedanken können
- einmal aufgekommen - zumindest in dem Sinn unhintergehbar sein, daß das
Denken die durch sie ergehende Herausforderung nicht mehr los wird: Das gilt so
gut von Augustinus' 'Si enim fallor, sum' (Wenn ich mich täusche, bin ich) und
Descartes' 'Je pense, donc je suis' wie von Immanuel Kants kopernikanischer
Wende in der Erkenntnistheorie oder - paradox geradezu - auch noch von
Friedrich Nietzsche, der jegliche Artikulation eines Geltungsanspruchs zu
einer Metapher erklärt, von der vergessen worden sei, daß es sich um eine
solche handle. Und wenn Vernunft tatsächlich nicht aus eigener Kraft auf die
Beine kommt, sondern - wie Ratzinger formuliert - geschichtlicher Hilfe
bedarf, um aus ihren geschichtlich bedingten Verblendungen freizukommen: Woran
wird dann auf überprüfbare - also begründete - Weise ersichtlich, daß durch
die christliche oder gar katholische Option (wie von Ratzinger zweifelsfrei
unterstellt) der Vernunft jene Freiheit vermittelt wird, die diese wirklich zu
sich selbst kommen läßt? Konstativ gewendet: Der vernunftkritisch motivierte
Vorbehalt gegen einen starken Begründungsgedanken im theologischen Diskurs
mündet in einen subtilen fideistischen Zirkel." Vgl. Klaus Müller: Wieviel Vernunft braucht der
Glaube? Erwägungen zur Begründungsproblematik. In: Ders. (Hrsg.): Fundamentaltheologie - Fluchtlinien und
gegenwärtige Herausforderungen. Regensburg, 1998, 77-100; hier: 82.
[15]
Klaus Hemmerle: Das
problematische Verhältnis von Philosophie und Theologie. Theologische
Perspektiven. In: Ders.: Ausgewählte
Schriften. Bd. I: Auf den göttlichen Gott zudenken. Schriften zur
Religionsphilosophie und Fundamentaltheologie 1 / Reinhard Feiter (Hrsg.). Freiburg, 1996, 31- 49;
hier: 46-48.
[16]
Bernhard Casper: Die Bedeutung
der Lehre vom Verstehen für die Theologie. In: Ders. u. a. (s. Anm. 7),
9-72; hier: 45.
[17]
Dazu: Hans G. Kippenberg: Die
Entdeckung der Religionsgeschichte. Religionswissenschaft und Moderne.
München, 1997, bes. 13-43.218-258.
[18]
Vgl. die obigen Ausführungen über die Entwicklung von einer als "wahre
Philosophie" bezeichneten Theologie hin zur Unterscheidung der
Philosophie von der Theologie.
[19]
In diesem Sinne fordert Gottfried Bitter im Anschluß an die Würzburger Synode
von 1974 eine diakonische Ausrichtung des Religionsunterrichtes auf die
Schüler. Nicht das Erlernen bestimmter Inhalte, nicht die Anbindung an die
Kirche oder die katechetische Hinführung zu den Sakramenten, sondern die
Entscheidungsbefähigung muß sein Ziel sein. In einem "die gängigen Selbstverständlichkeiten
unterbrechenden Fragen und Antworten erschließenden Religionsunterricht wird
der jungen Generation tatsächlich eine Plattform der Auseinandersetzung
angeboten als erste Voraussetzung, internalisierte Wertungs- und Handlungsmuster,
die sie selber übernommen haben oder die ihnen empfohlen werden, zu prüfen,
zu bestätigen, zu verändern, im Prozeß wachsender Identitätsfindung zu
sagen: 'Ja, das bin ich!' oder 'Nein, das kann ich so nicht annehmen!' In
dieser Unternehmung besorgt der Religionsunterricht humanisierende Aufgaben
zugunsten der Entscheidungsbefähigung der Schüler/innen - im Ensemble der
Ziele unserer Schulen insgesamt. Vielleicht dürfen wir als Christen sagen: In
dieser Unternehmung des Aufbrechens, des Befragens, des Durchleuchtens erfüllt
der Religionsunterricht seine aufklärende, seine hermeneutische, seine diakonische
Pflicht; hier wird der Religionsunterricht - sehr leise - zum Lernort des
Lebens." Vgl. Gottfried Bitter:
Religionsunterricht zugunsten der Schüler. Umrisse eines diakonischen
Religionsunterrichtes. In: Pädagogische Rundschau 43 (1989) 639-658; hier:
648 f.
[20] Richard
Schröder in seinem Brief vom 25. 9. 95 an die SPD-Abgeordneten des Brandenburger
Landtags. Vgl. Politische Akademie (s.
Anm. 6), 228-229; hier: 229.
[21]
Die Stellungnahme der Jüdischen Gemeinde des Landes Brandenburg zum
"Modellversuch LER" vom 19.9.1995 spricht von der "Verwandlung
der Inhalte der Religion in eine Methode. So soll die Religion in der Schule
als Religionsgeschichte, Religionssprache [...] und vieles mehr erscheinen.
Bei dieser Betrachtungsweise wird weder ein Wissen über die Besonderheit oder
Allgemeinheit irgendeiner Religion vermittelt, noch ein Vergleich mit anderen
Religionen oder Wertsystemen ermöglicht, denn vergleichen und beurteilen kann
man nur begriffene Gegenstände. Durch diesen methodischen Umgang mit der
Religion wird, überspitzt formuliert, die Vielfalt an sich zum einzigen der
Toleranz genügenden Inhalt der Religion. Zu einem Bekenntnis darf und braucht
man nach dieser vorgestellten Begrifflichkeit weder in religiöser noch in
allgemein ethischer Weise nicht gelangen. Es gibt eine Kritik am LER-Konzept,
die darauf hinweist, daß es eine multikulturelle interkonfessionelle
Persönlichkeit nicht gebe; - wir befürchten Schlimmeres: Die besagte Persönlichkeit
gibt es durchaus, sie zeichnet sich aus durch ein überhebliches
Selbstbewußtsein [...]" Vgl. Politische Akademie (s. Anm. 6), 163-164;
hier: 164.
[22]
Ein schulischer Religionsunterricht - selbst wenn er das Etikett eines Leistungskurses
trägt - kann nicht die fundamentaltheologischen und exegetisch-hermeneutischen
Fragen des Verhältnisses von Historie und Geschichte, Kerygma und Dogma,
Schrift, Tradition und Kirche aufarbeiten. Aber unter Voraussetzung der
Bezugswissenschaft "Theologie"
kann man auch auf einfache Weise vermitteln, daß die Bindung des
Religionsunterrichtes an die gelebte Christusdeutung einer Konfessionsgemeinschaft
die oben beschriebene Wissenschaftlichkeit nicht behindert, sondern ermöglicht.
[23]
Das Zeugnis "macht ein 'Vergangenes', besser (insofern es sich um ein
Ereignis mit Aufforderungscharakter handelt): Ergangenes in dem Maße
gegenwärtig, wie sich der Zeuge in einem zweifachen Sinn in Anspruch nehmen
läßt; zum einen auf das hin, woher er sich zum Zeugnis berufen weiß, zum
anderen auf die hin, die dieser Ruf erreichen soll. [...] Es gibt nur einen
'Ort' in der Unüberschaubarkeit geschichtlicher Kontingenz, an dem erkennbar
wird, daß sich ein Unbedingtes wirklich realisiert: ein Zeugnis, in dem der
Zeuge sein eigenes Leben als völlig irrelevant betrachtet demgegenüber, was ihn
unbedingt in Anspruch nimmt." Vgl. Hansjürgen Verweyen: Botschaft eines Toten? Den Glauben rational
verantworten. Regensburg, 1997, 131 f.
[24]
"Eine allgemeine Religion zum Unterrichtsinhalt zu machen hieße nur, ein
weiteres Mal die Gegebenheiten des Lebens aus der Schule heraushalten. Der
Religionsunterricht in der Schule hat nicht eine Religion zu traktieren, die es
nur in der Schule gibt, sondern die im Alltag gelebte Religion. Und die ist
nicht nur im Christentum konfessionell geprägt." Vgl. Franz Kamphaus: Es gibt kein kirchenloses
Christentum. Plädoyer für einen konfessionellen Religionsunterricht in der
Schule. In: FAZ 1996/228 (30.9.1996) 10.